Helau und Alaaf ihr Lieben,
glaubt man einem bekannten Karnevalslied, ist am Aschermittwoch alles vorbei. Insofern passt dieser Blogbeitrag eigentlich ganz gut. Vorneweg, ich bin so gar nicht „Jeck“, habe aber auch überhaupt kein Problem mit Karneval. Im Gegenteil, ein bisschen feiern kann, gerade bei der weltpolitischen Lage, sicher nicht schaden. Und die Mottowagen von Jacques Tilly in Düsseldorf feiere ich sehr. Ich bin nur nicht so ein Freund vom Sitzungskarneval und Menschen, die glauben absoluter Kontrollverlust gehöre zum feiern dazu.
In meinen Jahren in der Mediothek Krefeld habe ich die Altweiberfeiern dort sehr gemocht, es gab sogar eine kostümierte Polonaise durch die Bibliothek. War schon witzig. Das in dem Raupenkostüm bin ich 😉 .

Der Höhepunkt des Straßenkarnevals ist sicherlich der Rosenmontagszug. Ich bin jetzt seit fünf Jahren jedes Mal in Krefeld dabei, allerdings beruflich. Es ist ziemlich beeindruckend zu sehen, was alles notwendig ist, damit ein Rosenmontagszug reibungslos ablaufen kann. Etliche Monate im voraus sitzen da etliche Menschen an Planungen, Genehmigungen, Konzepten und Problemlösungen. Am Tag des Zuges beginnt dann schon früh am Morgen die heiße Phase. Eventuell noch im Zugweg geparkte Autos müssen abgeschleppt werden, Durchfahrtssperren werden errichtet und so langsam kommt die Stadt in Wallung.

Ich selbst bin die letzten Jahre immer Teil des sogenannten Krisenteam gewesen. Wir treffen uns weit vor Zugbeginn in der Hauptfeuer- und Rettungswache in Krefeld und besprechen die aktuelle Lage, aber auch das Vorgehen bei Unfällen oder anderen Vorkommnissen. Da sitzt dann der Kommunale Ordnungsdienst, die Polizei, der Rettungsdienst, die Feuerwehr, die Stadtwerke und das Veranstaltungsmanagement und der Veranstalter mit am Tisch. Meine Rolle ist dann die des Presseamts, im Notfall muss ich die Kommunikation über die eigenen Social Media Kanäle und die Information an die Presse koordinieren. Zum ersten Mal war auch eine Kollegin des neuen Awareness Teams dabei. Worum es dabei geht könnt ihr euch HIER durchlesen.

Ich bin dann, einfach für mich und weil ich sehen wollte, wie was wo aufgebaut ist, mit dem Rad die Strecke des Zuges abgefahren, hab mich noch mit ein paar netten Menschen unterhalten und dann ins Rathaus aufgebrochen. Der Rathausbalkon ist einer der Punkte entlang des Zugweges, an dem es einen Livekommentar gibt.

Ich mache dann von dort aus auch Fotos für die Social Media Kanäle und die Webseite. Neben den Kommentierenden sind dort auch Pressefotografinnen und -fotografen und Medienvertreterinnen und -vertreter, sowie Mitglieder der Karnevalsgesellschaften und so. Ist schon immer ganz schöner Termin

Unser Oberbürgermeister, Frank Meyer, fährt auch auf einem Wagen mit, dieses Jahr als „Oberschlumpf“ verkleidet. Generell ist er im Karneval aktiv, hat so gar ein Alter Ego und tritt als Rathauspförtner „Römmelströpp“ auf. Schon ziemlich cool.

Die gute Stimmung steckt schon an, dieses Mal waren über 1.400 Aktive dabei. Ich finde es schon beeindruckend, wieviel Arbeit und Vorbereitung die Leute auf sich nehmen um dann im Zug dabei zu sein und anderen einen guten Tag zu bereiten.


Ziemlich genial finde ich auch die Tatsache, dass niederländische Gruppen dabei sind, diese Steeldrum-Combo sorgte ebenso für gute Stimmung wie die Marchingband.


Generell gab es eine Menge Musik. Aus Boxen und vor allem aus Instrumenten und Kehlen. Die Band „Jeck United“ mit ihrem Frontmann Volker Diefes zum Beispiel.

Am Ende des Zuges fährt, traditionell, das Prinzenpaar. Dieses Mal Prinz Uli I und Prinzessin Steffi III. Ein sehr sympathisches Prinzenpaar. Wenn ihr da noch Infos haben möchtet, schaut gern mal HIER.

Die echten Heldinnen und Helden kommen allerdings erst nach dem Ende des Zuges. Die vielen Menschen, die nach dem Zug aufräumen und damit die unbesungenen Helden einer solchen Veranstaltung sind. Vielen Dank, Leute, das war echt super.


Polizei und Rettungsdienst, genauso wie Kommunaler Ordnungsdienst, Jugendschutz und das Awareness Team waren natürlich auch die ganze Zeit unterwegs.


Nach Zugende gab es noch ein Debriefing und lauter zufriedene Gesichter. Das war in diesem Jahr ein schöner, ruhiger und friedlicher Rosenmontagszug. Ich habe etliche Bilder machen können, mittlerweile sind sie schon auf den städtischen Kanälen verarbeitet worden und ich habe mich sehr gefreut, dass es, anders als vorhergesagt, (fast) bis zum Ende des Zuges einigermaßen trocken geblieben ist. Die knapp 1.400 Teilnehmenden wurden von etwa 180.000 Menschen am Zugweg bejubelt und verteilten sich auf 45 Fußgruppen und 21 Wagen – schön wars. Dann bis spätestens 2027 😉 .

Habt eine gute Zeit, bleibt gesund und munter, seid nett zu Euren Mitmenschen und gebt Acht auf euch. Ach ja, wenn ihr Fragen habt, immer her damit.
Euer Martin
Schöner Bericht und sehr coole Fotos, lieber Martin.
Vielen Dank. Ich bin immer sehr froh, wenn am Ende alles gut über die Bühne gegangen ist. Wie schnell sich sowas ändern kann, sieht man ja aktuell in Mönchengladbach. Da bin ich in Gedanken auch bei allen Beteiligten.
LG Martin
Cool, dass du uns einen Blick hinter die Kulissen gewährst. Ich mag Paraden und schaue mir unglaublich gerne an, wie die Menschen die Dinge kreativ umsetzen, aber man unterschätzt gerne mal den ganzen Aufwand, der drumherum notwendig ist.
Sehr gern. Ja, das ist schon beachtlich, wie viele Menschen da tätig werden, bevor, während und nach so einem Zug.
LG Martin
Gibt es in Krefeld tatsächlich nur 1 Prinzenpaar oder war das nur das Städtische Prinzenpaar? Bei uns gibt es eins von der ganzen Stadt und jeder Verein hat nochmal sein eignes Prinzenpaar (wenn vorhanden). Aber bei uns lief, soweit ich das mitbekommen habe, auch alles friedlich ab.
Puh, da fragst Du mich jetzt was. Ich bin, wie gesagt, nicht so richtig im Thema, glaube aber, dass es ja auch noch Kinderprinzenpaare und vielleicht auch solche für die Stadtteile gibt? Die beiden waren auf jeden Fall das diesjährige Krefelder Prinzenpaar.
LG Martin