Roadtrip nach Norden – Tag 3: Roskilde und Kopenhagen

Hallo zusammen,

weiter geht es mit meiner Tour durch den Norden. Heute war definitiv der Weg das Ziel. Los ging es heute Morgen in Aarhus. Bereits gestern hatte ich mir für 499 Kronen, das sind knappe 67 Euro, ein Ticket für die Fähre von Aarhus nach Odde geholt. Als Tagesziel hatte ich mir Kopenhagen ausgesucht und diese Fährfahrt spart einem satte 200 Kilometer Straße. Außerdem kommt man in den Genuss mit einem Highspeed-Katamaran zu fahren. „Mein“ Schiff heute war die Express 3.

Schon ein beeindruckendes Gefährt. Die Reederei Molslinjen setzt diese Schiffe ein und braucht für die Strecke knappe 75 Minuten. Heute war die See sehr ruhig, das Schaukeln welches trotzdem zu spüren war, reichte mir allerdings schon. Wieder einmal habe ich festgestellt, dass an mir sicher kein Seemann verloren gegangen ist. 😉

In die beiden geräumigen Autodeck passen knappe 420 Autos, welche kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 Knoten, dass sind über 70 km/h übers Wasser befördert werden. 70 km/h auf dem Wasser, das ist schon recht ordentlich. Ein Deck höher findet sich dann das Passagierdeck. Die Sitze sind wie in einem Flugzeug angeordnet, es gibt aber auch einen Bereich, in dem man etwas essen kann, dort stehen Tische zur Verfügung. Ich habe mein flaues Gefühl im Magen mit einer Pizza und Cola bekämpft…ob das die schlaueste Idee war, weiß ich nicht, lecker war es auf jeden Fall.

In Odde angekommen, ging es runter vom Schiff und rauf auf die Landstraße 21…sagte ich schon, dass der Weg das Ziel war…

Die Fahrt nach Kopenhagen

Was soll ich sagen, ich liebe das Autofahren und heute gab es wieder so viele Momente, die mir gezeigt haben, warum. Die Straße sah nämlich über weite Strecken so aus, sie führte direkt am Meer entlang…herrlich. Dazu immer wieder die leichten Hügel hinauf und hinab. So machte die Fahrt richtig Spaß…

Und, wenn man keinen Zeitdruck hat und sein eigener Herr ist, kann man, einfach so, an interessanten Punkten anhalten. Für mich war die „Odden Kirke“ ein solcher Punkt. Schon von weitem habe ich die knallrote Kirche aus dem 15. Jahrhundert auf ihrem Hügel stehen sehen und bin dann mal abgefahren und habe einen Moment innegehalten.

Zwei ältere Damen, sie mögen mir diesen absoluten Komparativ verzeihen, waren gerade dabei in der Kirche Blumen zu gießen und alles ein wenig herzurichten. Wir haben ein paar Worte gewechselt und dann habe ich einfach mal ein paar Minuten mit mir ganz allein verbracht. Hatte was.

Nach dieser kurzen Einkehr ging es wieder auf die Straße, vorbei an typisch dänischen Holzhäusern und durch wunderbare Landschaften in Richtung Kopenhagen. Kurz vor meinem Tagesziel bin ich durch Roskilde gefahren, bekannt durch das dortige Festival und, leider auch durch die Todesfälle dort im Jahr 2000. Auf einem Autobahnschild stand auch das Wort Lufthavn Roskilde, da ich auf solchen kleinen Airports schon die tollsten Flieger gesehen habe, bin ich dort abgefahren und habe mir den Platz mal angeschaut. Ziemlich einsam dort, aber ein, zwei interessante Flieger gab es tatsächlich zu sehen.

Roskilde Airport

Sicherlich ein Highlight, jedenfalls für mich, war diese „Islander“ der dänischen „Home Guard“, sieht man auch nicht alle Tage. Außerdem war noch eine sehr schöne Pilatus vor Ort, ein einmotoriges Geschäftsreiseflugzeug. Im Terminal selbst hätte man allerdings eine Stecknadel fallen gehört.

Da ich komplett ohne Bargeld unterwegs bin, hier in Skandinavien ist man da deutlich weiter als bei uns, habe ich mir mit der Kreditkarte für 1, 20 Euro noch ne Cola gekauft und bin dann weiter gefahren. Jetzt aber endlich unterwegs nach Kopenhagen…

Kopenhagen

Mein zweites Mal Kopenhagen. Von der Faszination meines ersten Besuches hat die Stadt nichts verloren. Irgendwie ist sie quirrlig, aber nicht so hektisch wie London oder Berlin, irgendwie pulsiert das Leben hier, aber es pulsiert anders. Ganz der Touri war mein erster Stopp natürlich der an der kleinen Meerjungfrau. Sie hockt immer noch auf ihrem Felsen und friert sich den Hintern ab, allerdings ist sie wohl eine der meistfotografiertesten Frauen Dänemarks ;).

Vom Stand- oder besser Sitzort  der lille Havfrue ist es nur ein Katzensprung zu einer Uferpromenade mit vielen kleinen Läden und Hafencharme. Überhaupt, die Sache mit den Geschäften in Kopenhagen. Irgendwie haben die Dänen ein Händchen für ansprechendes Design. Sowas ist natürlich immer Geschmackssache, aber ich habe in Kopenhagen so viel tolle Läden mit genialen Designerdingen entdeckt, egal ob Möbel, Alltagsgegenstände oder Kunst.

Auch im Stadtzentrum gibt es so viel zu entdecken, Kopenhagen lohnt einen Besuch in jedem Fall. Vom Bahnhof aus bin ich die Frederiksberggade hinunter gelaufen, überall gab es Streetfood, kleine Souvenirgeschäfte, klar, die großen Ketten findet man auch, aber eben auch immer wieder spannende kleine Geschäfte mit pfiffigen Waren.

Wenn man durch Kopenhagen geht, fällt einem etwas auf. Räder, überall Fahrräder. Natürlich weiß ich, dass die dänische Stadt die Traumstadt für Biker ist, immer wieder als Vorbild herhalten muss und als „Best practice“ gilt. Das weiß man alles, aber wenn man es „in Echt“ sieht, ist das nochmal etwa anderes. Jede Menge eigene Fahrstreifen, überall Radständer, Reperaturläden, eigene Ampeln…in Krefeld ist man froh, wenn man nicht mit dem Rad komplett in einem Schlagloch versinkt, in Kopenhagen gibt es eigene Fahrspuren.

Also, ein kleines Fazit: Fahrt mal her und schaut es Euch an, die Stadt ist echt eine Reise wert. Und eben irgendwie anders als die anderen Großstädte, die man so naturgemäß besucht.

Abendessen im Flyvergrillen

So langsam hatte ich Hunger, die ganzen Gerüche der Streetfood-Läden wirkten offenbar direkt auf den Magen. Aber, ich wollte zum Kultgrill am Flughafen. Der „Flyvergrillen“ ist ein Imbiss direkt am Kopenhagener Flughafen. Der Laden hat irgendwie Stil, auf einem Monitor werden permanent die besten Flugzeugbilder gezeigt, an der Decke hängen Flugzeugmodelle, die von einer besseren und spannenderen Zeit in der Luftfahrt künden und die Tische sind Lagepläne des Flughafens ;).

Wie gesagt, Kult! Es ist warm, das Essen ist lecker und draußen donnern die Jets am Fenster vorbei. Ein würdiger Ausklang dieses Tages. Wir haben es jetzt kurz vor halb Zwölf und der Urlaub geht ja Morgen schon weiter, also hoffe ich, es hat Euch gefallen und ich wünsche Euch jetzt noch einen schönen Abend und sage mal, bis Morgen ;).

Euer Martin

 

 

 

2 Gedanken zu „Roadtrip nach Norden – Tag 3: Roskilde und Kopenhagen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.