3 Berge Tour – Krefeld von oben

Hallo zusammen,

ich gebe zu, der Titel des Postings ist vielleicht ein wenig hochtrabend, aber ich habe neulich, nach Feierabend, eine kleine Runde auf dem Rad durch Krefeld gedreht und dabei die drei Krefelder Berge  befahren. Wenn ihr also mögt, nehme ich Euch mit ins „alpine Hochgebirge Krefelds“. Die höchste Erhebung ist dabei der 87 Meter über Normalnull aufragende „Inrather Berg“, dann folgt der „Kapuzinerberg“ mit 77 Metern über Normalnull und schließlich der „Hülser Berg“, die höchste natürliche Erhebung Krefelds mit 63 Metern über Normalnull. Los geht es aber direkt vor der Haustüre und durch den Stadtgarten.

Aktuell haben wir ja wirklich echtes Aprilwetter, kurz bevor ich losgefahren bin, hat es gehagelt und geschneit. Dann schien die Sonne. April, April halt. Der Stadtgarten war mal ein Friedhof vor den Toren der Stadt, auch heute finden sich dort noch Grabsteine. Aber auch ein Musikpavillon und ein Springbrunnen sind Teil des Parks.

Über die Westparkstraße führte mich mein Weg dann in Richtung Stadthaus. Das ist nicht das Rathaus, das ist ja ein ehemaliges Stadtschloss, sondern das Stadthaus ist ein Büro- und Verwaltungsgebäude aus den 1950er Jahren. Besonders daran ist die Tatsache, dass es von Egon Eiermann entworfen wurde, einem bedeutenden Architekten dieser Zeit. Ursprünglich war es allerdings für die Seidenfirma „VerSeidAG“ gebaut worden. Aktuell finden sich dort noch einige Fachbereiche der Krefelder Stadtverwaltung.

Apropos spannende Gebäude, ganz in der Nähe findet man weitere Gebäude aus der VerSeidAG Zeit, teilweise von Ludwig Mies van der Rohe entworfen. Heute findet sich dort ein gleichnamiger Businesspark. Der Mies-van-der-Rohe Businesspark zeichnet sich durch die tollen, klaren Formen aus, ich mag die Gebäude dort sehr.

Wenige Meter später ist man aber auch schon aus der urbanen Bebauung raus und auf dem Weg „aufs Land“. Über den „Langen Dyk“ bin ich in Richtung „Kapuzinerberg“ geradelt.

Mit Schwung ging es dann auf den ersten Berg hinauf, den Kapuzinerberg. Der Berg ist nicht natürlich entstanden, sondern war mal eine Deponie. Seit 2004 kann man aber auf den begrünten Gipfel und was soll ich sagen, es lohnt sich, die Aussicht ist wirklich klasse. Ein Blick über die Krefelder Kirchen…

..bis nach Düsseldorf…

…oder auf die Masten der Grotenburg sind möglich. Dazu kann man von hier oben wunderbare Sonnenuntergänge genießen.

Ein bisschen „Streetart“ auf einer Bank gibt es auch zu sehen 😉 Nach einem Schluck aus der Colaflasche ging es den Berg wieder hinunter. Auf dem gut ausgebauten Rundweg geht das fix und macht ne Menge Spaß.

Unten angekommen geht es direkt den nächsten Berg hinauf. Neben dem Kapuzinerberg liegt der Inrather Berg. Mit 87 Metern über Normalnull ist er noch ein bisschen höher. Die Wege sind steiler und, zumal nach dem Schneeregenhagel-Schauer, auch matschiger. Nach einigen Höhenmetern trifft man auf solche Schilder.

Dabei handelt es sich um Kreuzungen mit Downhillstrecken für Mountainbikefahrende. Der Verein Home Trail, hier geht es zur WEBSITE, hat da drei Strecken gebaut die befahren werden können. Ziemlich coole Sache. Wie sowas aus der Trail-Perspektive aussieht könnt ihr Euch hier anschauen, das Video ist nicht ganz ein Jahr alt.

Am Gipfel angekommen gibt es ein Hinweisschild für die Trailfans und tolle Aussichten über das Hülser Bruch und nach Gegenüber auf den Hülser Berg mit seinem Aussichtsturm. Das ist dann der nächste Berg auf der Tour.

Neben wilden Radabfahrten kann man im Hülser Bruch, und auch auf den dortigen Bergen, aber auch laufen. Die „Seidenraupen“, hier geht es zur WEBSITE, habe da eine Strecke eingerichtet und diese auch optimal beschildert.

Flott ging es dann vom Berg wieder runter, etwas langsamer als beim Kapuzinerberg, es war halt deutlich matschiger ;). Zwischen saftigen grünen Wiesen ging es dann weiter in Richtung Norden.

Ein Stückchen über eine Straße, übrigens wieder der „Langen Dyk“, führte mich mein Weg, bevor es dann in Richtung Hülser Berg weiter ging.

Dort am Fuße des Berges angekommen erstreckt sich ein Dammwildgehege. Da mal ein bisschen Pause machen und sich die Tiere anschauen ist ganz schön. Ich hatte Glück, das Reh schaute direkt in die Kamera.

Über den Talring, vorbei am Umweltzentrum mit seinen wunderbaren Kunstwerken die im Rahmen der „Wood Art Gallery“ des Krefelder Perspektivwechsels entstanden sind, ging es weiter.

Weniger Meter später bin ich über die „Schluff-Gleise“ gefahren. Die historische Eisenbahn „Schluff“ verbindet den Hülser Berg mit Sankt Tönis und ist eine beliebte Touristenattraktion.

Erst in dieser Woche kam allerdings die Nachricht der Stadtwerke, dass die Saison 2021 leider ausfallen muss, ihr ahnt es sicher, Coronabedingt. Das war in 2020 leider auch schon so. Man nutzt allerdings die Chance und schickt die wunderbare Lokomotive vorzeitig in die Revision, so dass sie top in Schuss 2022, hoffentlich, wieder auf Strecke gehen kann. Ich hab mal ein Bild aus der letzten Saison in der der Zug unterwegs war für euch. Das war 2019. Ist das nicht eine echte Schönheit?

Dann geht es nochmal ein paar Meter nach oben und man ist am Gipfel des Hülser Bergs. 63 Meter über Normalnull, und damit die höchste natürliche Erhebung in Krefeld. Es geht noch höher hinaus, allerdings nur theoretisch, der Aussichtsturm, immerhin 163 Stufen hoch, ist aktuell leider geschlossen. So gibt es nur ein Foto von unten. Die Aussicht von da oben ist aber wirklich klasse, müsst ihr mir jetzt einfach mal glauben ;).

Sagte ich schon, dass wir feinstes Aprilwetter hatten? Während ich zwischendurch schon dachte ich sei im Hochsommer unterwegs und die Sonne alles gab, wurde es auf dem Weg zurück in Richtung Stadtmitte dann doch etwas ungemütlich.

Ich bin dann schon einmal richtig gut nass geworden, allerdings ohne Schnee und Hagel, immerhin ;). Über den Hermann – Kresse Weg ging es dann über den Europa Ring und am Stadtwald vorbei.

Das nächste Etappenziel war der Schönwasser Park. Auf dem Weg dahin bin ich durch die Kaiserstraße gefahren, dort kann man wirklich beeindruckende Häuser entdecken.

Im Park steht auch das Haus Schönwasser, heute ein Seminargebäude, auf jeden Fall aber ein Hingucker. Auch der Park mit einem großen See und einem Springbrunnen ist wirklich schön.

Von dort aus ist es ein Katzensprung zur Krefelder Promenade. Auf dem Weg dorthin bin ich über die Straße „Trift“ gefahren, dort finden sich an den Laternen diese Osterdekorationen. Finde ich wirklich klasse, bringt Farbe ins Leben und sieht wirklich toll aus.

Dieser Radweg ist, meiner Meinung nach, bereits jetzt ein Gewinn, er wird aber erst Recht, wenn mal alle Abschnitte fertig sind und man von Forstwald bis Uerdingen fahren kann, ein echtes Highlight.

Wenn man Glück hat kann man auf der Radpromenade auch ein bisschen Eisenbahnen gucken, hier zum Beispiel eine Lokomotive der belgischen LINEAS Gruppe.

Die Radinfrastruktur der Promenade ist auch ganz gut, es gibt Rastgelegenheiten, einen Bewegungspark, Möglichkeiten das Rad anzuschließen und eben einen sehr gut ausgebauten Radweg.

Von der Promenade auf Höhe der Feuerwache bin ich dann über die Dießemer Straße weiter gefahren. Meine Vorliebe für Street Art kennt ihr, meine Vorliebe für das Künstler-Duo Tubuku in Krefeld auch. Dieses hier ist auch ein Werk von den beiden.

An der Kreuzung Südwall und Hochstraße habe ich dann das letzte Foto der kleinen Tour gemacht, dort steht der Puppenbrunnen. Ein wirkliches Kleinod, die Figuren sind beweglich und obwohl viele Menschen offenbar achtlos daran vorbei laufen, ist er auf jeden Fall einen Blick wert.

Etwas über 30 Kilometer waren es am Ende, keine riesige Tour, aber nach Feierabend und um ein wenig den Kopf frei zu bekommen perfekt. Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen, wenn ihr Fragen habt, ab in die Kommentare damit. Einen Relive Clip habe ich auch noch für Euch…

Euer Martin

 

 

 

10 comments

  1. Hallo Martin, einfach wieder S U P E R!!! Wo sind die StreetArt Gemälde zu finden? Danke für die schönen Impressionen.
    LG Petra

    1. Vielen Dank. Die Bilder von Tubuku sind tatsächlich überall im Krefelder Stadtgebiet zu finden, das spezielle aus dem Beitrag findest Du genau hier: 51.32918466979929, 6.58038403508546
      Das ist Dießemer Straße/Ecke Zur Feuerwehr.
      LG Martin

  2. Wieder so eine schöne Tour. Hülser Berg kenne ich als Kind, und später waren wir viel mit unserem Sohn dort wegen dem Tiergehege.
    Danke fürs mitnehmen .Bleib Gesund!!
    Lg Elke Reitz

  3. Martin, jede Stadt hat solche kleinen Sensatiönchen. Die Kunst besteht darin, sie wahrzunehmen. Du beherrschst diese Kunst. Dein Blick ist so stark fokussiert auf die vielen kleinen Schönheiten. Das find ich immer wieder grandios. Ich denke jetzt: Wow. Krefeld. Vorher habe ich gedacht: Krefeld ???

  4. Vermutlich bin ich nicht der einzige, der heute zum ersten Mal auf deinen Blog klickt, nachdem die WZ darüber berichtet, aber als Wahlkrefelder und auch Blogger muß ich doch mal vorbeigucken. Nein ich bin nicht so sportlich wie du, aber dafür auch zw. Krefeld und dem Ruhrgebiet unterwegs.

    Vielleicht noch das als Ergänzung zum Hülser Bruch/Inrather Berg. Etwas versteckt gibt es eine alte (abgezäunte) Schießanlage aus dem 2. Weltkrieg. Ich habe hier mal ein Foto „geschossen“ https://eichental.files.wordpress.com/2019/05/img_2404.jpg und hier darüber geschrieben https://eichental.blog/2019/05/05/kurz-und-knapp-zum-inrather-berg/

    Ich wünsche allzeit gute Fahrt und lese jetzt noch ein paar weitere Beiträge.
    Herzliche (Blogger-)Grüße.
    Michael

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