Wahner Heide – eine Reise in die Vergangenheit

Hallo zusammen,

heute ergab sich die Möglichkeit mal in der Nähe von Köln zu radeln. Genauer gesagt in der Wahner Heide. Das war eine richtige Tour in die Vergangenheit. Zum einen die der Heide, zum anderen aber auch meiner eigenen. Ich war nach dem Abitur und der Grundausbildung bei der Bundeswehr in Köln stationiert. Natürlich bei der Luftwaffe und natürlich nicht im Büro, wo nix passiert ist, sondern bei der Luftwaffensicherungsstaffel. Da gehörte es dazu, dass wir immer wieder zu Übungen in die Wahner Heide ausrückten. Das waren Zeiten damals…

Heute, knappe 18 Jahre später hat sich rund um die Kaserne und den Flughafen Köln Wahn eine Menge verändert, manches aber auch nicht. So habe ich auch heute junge Soldaten im „Gyros Palast“ und im „Heidegrill“ gesehen, das waren damals schon unsere „Hotspots“ ;).

Aber weg von den Gourmettempeln der Vergangenheit zum harten Sattel der Gegenwart. Los ging es an der Alten Kölner Straße und dann direkt an den Flughafenzaun. Ziemlich rumpelig zu fahren, aber immerhin einigermaßen ebenerdig. Das sollte sich im Lauf der Tour ändern.

Knackig warm war das heute, sämtliche Fotoversuche in Richtung Flughafen habe ich recht fix eingestellt, das Hitzeflimmern war einfach zu stark. Aber einmal gerade nach oben ging dann doch. Einmal rund um einen Flughafen ohne Flugzeugfoto…das wäre ja dann schon sehr merkwürdig gewesen.

Und dann ging es tiefer in die Heide. Wegetechnisch war es überwiegend fester Schotter. Eigentlich ganz gut zu fahren, ab und an mal loser Sand, da wurde es dann gefährlicher, aber alles ganz gut zu bewerkstelligen. Nachdem die Alte Kölner Straße erneut überquert wurde ging es bergan. Das der Hügel da Busenberg heißt ist Fakt und nicht auf meinem schmutzigen Mist gewachsen ;). Tolle Heidelandschaft links und rechts.

Ist schon was anderes als bei uns auf dem platten Land zu radeln, obwohl man ja nicht von „Bergen“ sprechen kann, aber die langsamen Anstiege gehen dann schon in die Beine. Ich hänge später mal die GPS Daten an, wer die Tour mal nachradelt, wird wissen, was ich meine.

Die ganze Ecke dort hat eine lange Geschichte, eine lange militärische Geschichte. Briten waren vor Ort, Belgier, die Bundeswehr. Nachdem der Truppenübunsgplatz, auf dem ich noch gelernt habe, geschlossen wurde, erkämpft sich die Natur mehr und mehr zurück. Allerdings sollte man tunlichst auf den Wegen bleiben.

Apropos Wege. Asphalt habe ich wenig gesehen, meist ging es über Schotter oder Waldboden voran. An richtig fiesen Stellen auch durch lockeren Sand. Da muss man dann tatsächlich höllisch aufpassen, vor allem, wenn man gerade einen Hügel herunterfährt.

Weiter auf der Tour ging es dann am DLR vorbei und in den Stadtteil Lind. Direkt im Anschluss nach Wahnheide, dort dann an den schon erwähnten kulinarischen Highlights vorbei und am Tor Nord der Kaserne. Damals musste man früh genug da sein Sonntags Abends, sonst hieß es einmal um die halbe Kaserne herumlaufen. Heute bin ich entspannt dran vorbei geradelt. 

Nächster Punkt auf der Karte war das Gut Leidenhausen, dort vorbei ging es dann nochmal ins Naturschutzgebiet Wahner Heide. Auch an diesem Eingang wieder große Warnhinweise. Wenn ihr dort mal radelt, haltet Euch dran….besser ist das.

Und dann gab es für mich nochmal ein Flashback-Erlebnis. Im Vorbeifahren fiel mir ein altes Gleisbett auf. Und dann war alles wieder da, die alte Panzerverladestation. Da haben wir damals in einer mehrtägigen Übung einen Hinterhalt gelegt und dort übernachtet. Wie schon gesagt, das waren Zeiten damals. Heute sieht es dort so aus wie auf dem folgenden Bild, keine Gleise mehr und nur noch ein paar Reste übrig.

Die letzten 4 Kilometer führten dann noch durch den Wald und am Ende wieder über die Alte Kölner Straße. Nach etwas über 30 Kilometern war meine Radtour in die Vergangenheit vorbei und ich, ehrlich gesagt, ziemlich geschafft.

GPS Daten

Ich hoffe, es hat Euch gefallen.

Euer Martin

 

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