Kunst, Flugzeuge, Radrennen – Tour nach Düsseldorf

Hallo zusammen,

es gibt wieder einen neuen Blogbeitrag, dieses Mal geht es wieder auf Fahrrad. Die Tour ist schon gute zwei Wochen her, wenn ihr mögt, nehme ich euch aber heute, quasi „Re-Live“, unbezahlt und unbeauftragt mit nach Düsseldorf. Es ging um Kunst, Flugzeuge und Radsport. Aber, fangen wir vorn an, los ging es, wie so oft, mitten in Krefeld.

Waren es vor einiger Zeit nur ein, zwei Murals und Streetart-Kunstwerke in Krefeld, sind es in den letzten Jahren immer mehr geworden. Einige sind im Rahmen von städtischen Aktionen entstanden, andere sind Auftragsarbeiten von Hauseigentümern. Auf jeden Fall werten die allermeisten das Stadtbild auf. Bis endlich das hässliche Seidenweberhaus abgerissen ist, macht das Mural vom Künstlerduo „Tubuku“ auf jeden Fall was her.

An diesem frühen Sonntag Morgen war auf Krefelds Straßen nicht viel los, lediglich die Polizei war schon im Einsatz und düste an mir vorbei.

Krefeld ist schon schön. Ich bin von der Innenstadt aus in Richtung Uerdingen gefahren, ein Blick zurück auf die Dio-Kirche zeigt, Krefeld hat Charme.

Immer wieder überraschend ist zu erleben, wie sehr es doch bergab geht, wenn man Richtung Rhein unterwegs ist. Man weiß es zwar, aber wenn man mal mit dem Teleobjektiv fotografiert, erkennt man es doch deutlich. Das erklärt auch, warum das Radfahren in diese Richtung so leicht fällt 😉 .

Vorbei am Moltke-Gymnasium bin ich an der Grenzstraße vorbeigefahren.

Dort hatte es in der Nacht zuvor einen ziemlich üblen Wohnungsbrand gegeben. Auf einer Radtour am Vorabend bin ich dort vorbeigekommen und unsere Feuerwehr war in einem Großeinsatz vor Ort. Gleich vier Dachstühle hatten Feuer gefangen. Ursächlich war am Ende wohl eine Zigarette.

Jetzt am frühen Morgen waren die Schäden sichtbar, schon heftig, welch große Wirkung eine so kleine Ursache haben kann.

Für mich ging es über die Friedrich-Ebert-Straße weiter in Richtung Osten. Übrigens auch eine der Straßen, die unlängst saniert wurden und auf den das Radfahren in Krefeld sehr gut funktioniert.

Der Krefelder Stadtteil Uerdingen hat eines DER Wahrzeichen der Stadt zu bieten. Neben der Burg Linn ist sicherlich die Uerdinger Rheinbrücke eines der bekanntesten Bauwerke Krefelds. Wollen wir hoffen, dass sie uns noch lange erhalten bleibt. So richtig gut geht es ihr nämlich nicht.

Mit fast 900 Metern Länge überquert sie den Rhein, oder das, was aktuell davon übrig ist, und verbindet Krefeld mit Duisburg.

Zusammen mit mir überquerten auch einige Oldtimer-Traktoren den Fluss. Sieht man ja auch nicht alle Tage.

Im Rhein ist so wenig Wasser, dass man das Gefühl bekommt, die Schiffe fahren einem über die Füße. Ich bin direkt am Fluss weiter in Richtung Kaiserswerth gefahren und habe immer mal wieder zu den Schiffen rüber geschaut. Hat alles gepasst, aber die Fahrrinne ist schon sehr schmal mittlerweile.

Mein erstes Etappenziel war eine Kunstaustellung am Suitbertus-See in Düsseldorf. Dort hatte die Kunsthalle Düsseldorf eine Outdoor-Ausstellung organisiert, die an diesem Tag endete. Auf dem Weg dahin gab es in Kaiserswerth allerdings auch schon Kunst zu entdecken, dort fand mit dem Event „Klein Montmatre“ eine Open-Air Galerie Ausstellung statt. Hatte durchaus auch seinen Charme, zumal es direkt an den Ruinen der Kaiserpfalz platziert war.

Hatte was. In Kaiserswerth selbst kam mir dann noch dieser top gepflegte Opel-Oldtimer vor die Linse, einfach schön, oder?

Bevor es dann mit Kunst weiterging, gab es den, für mich obligatorischen, Stopp am Flughafen. Irgendwas gibt es da ja immer zu sehen und selbst der ganz normale Flugverkehr fasziniert mich nach wie vor.

Flughäfen sind für mich ein Tor zur großen, weiten Welt, die Technik fasziniert mich, die Organisation und am Ende eben auch die Tatsache, dass tonnenschwere Geräte einfach so abheben – auch wenn mir die Physik dahinter klar ist.

Große Langstreckenflugzeuge sind aktuell etwas rar in Düsseldorf. Emirates bedient mit dem Airbus A380 und einer Boeing 777 Dubai und Qatar fliegt mit einer Boeing 787 nach Doha. Da freut es mich als Flugzeugfan umso mehr, dass die Lufthansa ihre Airbus A340 nach Düsseldorf zur Wartung schickt. So ergibt es sich immer mal wieder, dass man einen solchen Flieger vor die Linse bekommt.

Kritisch beäugt von jemandem, der das mit dem Fliegen „einfach so“ kann, schwingt sich der Airbus in die Lüfte.

Mit dem Start eines Business-Jets, die übrigens, anders als es eine Ratsgruppe aus Krefeld im letzten Wahlkampf behauptet hat, nicht vom Krefelder Egelsberg aus fliegen, endete meine Flughafen-Visite.

Durch den Wald rund um den Flughafen führte mich mein Weg dann schließlich zum Suitbertus-See. Der See ist normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, er gehört einem Angelverein.

Extra für die Ausstellung „Beneath the Surface, Beyond the Trees“ wurde er temporär geöffnet. Rund um, und teileweise auch in dem See, gab es Kunst zu entdecken. Daniel Hölzl & Abie Franklin zum Beispiel zeigten diese schwimmende Installation, im Hintergrund ist ein Werk von Aljoscha zu sehen.

Diese Skulpturen von Aljoscha waren irgendwie cool anzusehen. Die im See drehte sich im Wind, die in den Bäumen brachen das Sonnenlicht auf interessante Art und Weise. Auf jeden Fall hat sich der Abstecher gelohnt.

Finnegan Shannons Bank lud zum Verweilen ein und dann war da noch eine Hütte von Sofía Magdits Espinoza…

…und ein schwebendes Gemälde von Sophie Utikal.

Die Mischung aus Kunst und der Location am See hat mir gefallen. Kunst im Museum ist beeindruckend, sie an eher ungewöhnlichen Orten zu erleben gibt ihr aber oftmals noch einen anderen Drive.

Das nächste Ziel war die Düsseldorfer Innenstadt, dort fanden Radrennen statt. Auf dem Weg in Richtung Königsallee fiel mir der neu gemachte Radweg auf Höhe des Aquazoos und Nordparks auf. Das ist wirklich schön geworden und lädt zum radeln ein.

Vorbei am neuen Kö-Bogen und am alten, aber wieder sprudelnden, Triton-Brunnen, ging es für mich auf die Königsallee um mir einen guten Platz für die Radrennen zu sichern.

„Rund um die Kö“ hieß die Veranstaltung und es gab den ganzen Tag Radrennen zu bestaunen. Vom Amateur bis zum Profi waren unzählige Sportlerinnen und Sportler dabei. Es gab auch Rennen für Kiddies und welche für spezielle Fahrräder.

Das Klapprad-Rennen zum Beispiel war wirklich sehenswert. Bei der Wärme und den kleinen Reifen war die Strampelei sicher kein Zuckerschlecken.

…aber Hauptsache mit Stil!

Schon mal ein Rennen mit Lastenrädern gemacht? Optisch auf jeden Fall sehenswert und ob der Länge und des Gewichts des ein oder anderen Rades sicher auch nicht so ganz trivial.

Die Frauen und Männer auf ihren Rennrädern hatten dann nochmal ein ganz anderes Tempo zu bieten. Wirklich beeindruckend und ich kann euch nur empfehlen, euch Radrennen mal live anzuschauen. Das hat was, wirklich. Die Geschwindigkeit ist heftig.

Das hat echt Spaß gemacht, vor allem der laute Support der Zuschauerinnen und Zuschauer für die Aktiven hat mir gut gefallen. Für mich ging es dann, in einem deutlich gemäßigteren Tempo weiter, so langsam wieder in Richtung Heimat. Bei der Fahrt über den Rhein fiel mir die DLRG auf, die dort offenbar eine Rettungsübung durchführten. Man kann es nicht oft genug sagen, bleibt aus dem Rhein raus, der Fluss ist keine Badewanne und auch kein Freibad.

Dazu vielleicht auch nochmal ein passender Clip unserer Feuerwehr und Wasserwacht aus Krefeld, ein Blick lohnt sicherlich.

Gerade wenn so wenig Wasser im Rhein ist, wie aktuell, ist die eh schon gefährliche Strömung nochmal intensiver und die Schiffe sind noch näher am Ufer. Also, einfach aus dem Wasser bleiben!

Nicht im, sondern am Rhein kann man aber durchaus Spaß haben, bei meiner Fahrt habe ich das Open-Air Kino direkt am Fluss gesehen. Am Abend lief dort „Glenkill“ 😉 .

Am Rhein, mittlerweile wieder auf der „richtigen 😉 “ Seite, bin ich in Richtung Meerbusch weiter gefahren. Unter den Bäumen am Ufer war die Fahrt wirklich angenehm. Überhaupt ist der Radweg dort gut zu fahren.

Kurz vor Strümp sind die Bäume dann weg und man radelt zwischen Feldern entlang. Da merkt man die Hitze dann schon deutlicher, aber so langsam zogen Wolken auf und es sollte am Abend noch Regen geben. Irgendwie haben wir ja alle drauf gewartet.

Ein bisschen „Eisenbahn-gucken“ habe ich dann am Bahnübergang in Strümp noch drangehangen und mich danach auf die letzten Kilometer gemacht.

Beobachtet von einem Greifvogel, ein Habicht, glaube ich, und unter dicker werdenden Wolken bin ich trocken nach Hause gekommen.

Eine wirklich schöne Tour war das. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ansonsten hoffe ich, euch haben die Einblicke gefallen.

Bleibt gesund und munter, seid nett zu euren Mitmenschen und bis zum nächsten Mal,

Euer Martin

6 comments

      1. Ach so. 🤗 Na ja, dafür mag ich das Blogformat sehr. In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne vieler Netznutzenden maximal für 30 Sekunden Reels ausreicht, finde ich es ganz angenehm, eine lange Radtour auch in einem langen Beitrag nach zubereiten. Der Vorteil eines Blogbeitrages ist es zudem, dass er einen Permalink hat und man ihn ja auch in mehreren Etappen lesen kann, wenn man denn Bock drauf hat.

        LG Martin

Kommentar verfassen