Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr – 150 Jahre Berufsfeuerwehr Köln – Radtour aus der Domstadt nach Krefeld

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

Hallo zusammen,

ich bin mit meinen Blogbeiträgen mittlerweile im Juni angekommen. Die Berufsfeuerwehr in Köln wird in diesem Jahr 150 Jahre alt und begeht das, zusammen mit einigen anderen Aktionen, mit einem großen Feuerwehrfest rund um die Feuer- und Rettungswache 5. Für mich ein Anlass dort mal mit dem Rad vorbei zu fahren. Wenn ihr mögt, nehme ich euch gern, wie immer unbeauftragt und unbezahlt 😉 .

Eine meiner ersten „Ich-fahre-mit-dem-9-Euro-Ticket-trotz-Fahrrad“-Touren verlief wunderbar reibungslos. Ich bin, zugegebenermaßen recht zeitig, Morgens in Richtung Köln aufgebrochen. Der Zug war leer, sowohl für mich, als auch für mein Fahrrad war genug Platz.

In Köln angekommen ging es aus dem Bahnhof hinaus an der Domplatte vorbei an den Rhein und dann weiter in Richtung Norden.

Am Rhein entlang bin ich dann weiter geradelt, einfach herrlich. Ein Blick zurück zeigt zum einen nochmal den Kölner Dom, aber auch das 100 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff „Swiss Crystal“ und das, ehemalige, Restaurant „Bastei“. Das 1924 gebaute Aussichtsrestaurant wurde zwar schon von meinem Lieblingsdichter Ringelnatz mit einem Gedicht geadelt und Sterneküche war auch schon drin, aktuell ist es aber wegen baulicher Schäden gesperrt.

Köln von der Bastei gesehen 

Es schlägt der Leuchtturm durch die Nacht
Seine unermüdlichen Strahlen.
Es schleichen Schiffe überwacht,
Die lassen sich bezahlen.

Wie Perlenreihen und Geschmeid
Lichtern die Ufer am Rheine.
Ein Mädchen weint ihr Herzeleid
Am Kai auf steile Steine.

Sie trägt ein helles Wiesenkleid
Und steht sonst ganz im Dunkel.
Das Wasser spiegelt kein Herzeleid,
Es spiegelt nur Gefunkel.

Ich rufe schmatzend den Ober herbei.
Er will mich nicht verstehen.
Ich wünsche: Es möchte sich die Bastei
Jetzt karussellartig drehen.

Joachim Ringelnatz

Der Weg in Richtung Niehler Hafen war wirklich schön zu fahren, unter Bäumen hindurch, immer mit dem Blick zum Fluss. Schön.

Am Hafenmund überquert eine Brücke das Wasser und ich bin auf den Ortsteil Weidenpesch zugeradelt.

In Weidenpesch ist die Feuer- und Rettunsgwache 5, der Austragungsort des Feuerwehrfestes. Ich war extra etwas früher da, ich hatte im Instagram-Kanal der ADAC-Luftrettung gelesen, dass man einen Hubschrauber schicken wollte, „Christoph Rheinland“. Meine Idee war es, früh genug da zu sein, um eventuell die Landung fotografieren zu können.

Das Gelände war noch geschlossen, und so positionierte ich mich auf einem benachbarten Fußballfeld. Der Heli war noch nicht da und so stiegen meine Chancen auf ein Anflug-Foto. Kurze Zeit später war dann auch das unverkennbare Geräusch eines Hubschraubers zu hören und dann schwebte der „Gelbe Engel“ auch schon heran.

Zum Einparken besser mal aus der offenen Tür einen Blick nach unten riskieren, bevor man noch nen Baum fällt, passte aber alles.

Ein Hubschrauber löst Faszination aus, auch bei Menschen, die vielleicht im Dienstalltag öfter mit ihm zu tun haben.

Der Tag der Feuerwehr war wirklich interessant. Die Teams dort standen für jede Fragen zur Verfügung, die Kinder hatten eine Menge Spaß und auch für uns Erwachsene war vieles dabei.

Vorführungen, historischen Wagen, Infos und einfach die Chance mal hautnah dabei zu sein. Das haben die Kölnerinnen und Kölner da schon super gemacht,

Die Crew des Hubschraubers war nach Öffnung der Tore natürlich auch umlagert, wann kommt man mal so nah einen Helicopter heran. Das Foto entstand wenige Minuten vor dem großen Andrang 😉

Obwohl ich sicher noch Stunden dort hätte verbringen können, habe ich mich dann irgendwann wieder aufs Rad geschwungen, ich wollte schließlich noch nach Krefeld radeln. In Richtung Norden ging es also weiter auf dem Fahrrad. Vorbei an Streetart mit Botschaft und mit klassischem Innenstadtradeln kam ich gut voran. Das Wetter war auch ganz angenehm, sonnig, warm, aber nicht zu heiß.

In Richtung Fühlingen wurde es dann schon deutlich grüner und ländlicher. An der B9 entlang bin ich dann zum Fühlinger See geradelt.

Dort habe ich dann nochmal einen Moment Pause gemacht und mein mitgebrachtes Brötchen gefuttert. Schon faszinierend, dass man nur weniger Kilometer aus der City rausfahren muss und man an einem See sitzt und Vogelgezwitscher hört….und die B9 😉

Dormagen war das nächste Ziel. Also wieder aufs Rad und weiter gings. So langsam wurde es warm und die Luft begann zu flimmern. Der Fahrtwind tat aber gut und ich kam gut voran.

Hinter den Feldern und der ländlichen Bebauung tauchten auch die ersten Schornsteine und Anlagen des Chemparks in Dormagen auf.

Seit 1917 haben sich nach und nach immer mehr Industrien aus der Chemiebranche dort angesiedelt. Schon faszinierend, wie viele Menschen dort arbeiten und was dort so alles produziert wird.

Auch Ineos hat dort Kaianlagen und verlädt seine Produkte auf die, von mir so sehr gemochten, bunten Tankschiffe. Die großen Tanker machen mit ihren Farben auf dem Rhein echt was her, finde ich.

Um nach Zons direkt am Rhein zu kommen habe bin ich dann einem Radweg durch die Felder gefolgt. Radeln macht hier schon Spaß, auch wenn der Belag recht rumpelig ist.

Unten am Rhein befindet sich die Anlegestelle des „Piwipper Böötchen“. Die kleine Personenfähre verbindet Dormagen mit Monheim. Ich bin nur vorbeigeradelt und habe einen Blick auf einen Aalschoker vor Monheim geworfen. Irgendwann fahre ich auch mal mit dem Böötchen 😉

Durch etwas Wald und dann weiter über Felder bin ich dann nach Zons gefahren. Diese alte Stadt direkt am Fluss lohnt immer einen Besuch finde ich, es gibt immer irgendwas zu entdecken und die alten Gemäuer mag ich sehr.

Weiter in Richtung Norden, bis Krefeld ist es nicht mehr sooo weit. Entlang am Rhein, mittlerweile bei ordentlich Sonne und Wärme, kam ich gut voran.

Nach etwas über 106 Kilometern fließt die Erft kurz vor Neuss in den Rhein. An der Mündung kann man sie überqueren und auch einfach mal ein bisschen genießen. Wir haben es schon schön hier, finde ich. Man muss vielleicht einfach mal ein bisschen innehalten.

Auf der anderen Rheinseite tauchte dann nach und nach die Skyline von Düsseldorf auf, ich war also mittlerweile auf Höhe der anderen großen Stadt am Rhein in NRW angekommen.

Auf meiner Seite ging es unter Bäumen hindurch weiter in Richtung Neusser Hafen und dann nach Meerbusch.

Der RE10 fuhr an mir vorbei in Richtung Düsseldorf, dabei überquert er hier auf dem Bild gerade einen der Hafenkanäle in Neuss.

Kurz vor Meerbusch Strümp steht das Haus Meer und das dazugehörige Teehäuschen. Ein echter Hingucker.

Kurz hinter Strümp wird aktuell eine neue Brücke über die Autobahn A57 gebaut. Schon recht früh im Bauprozess wurde für Menschen die zu Fuß gehen und Radelnde eine Behelfsbrücke angelegt. Das finde ich klasse, es spart etliche Kilometer Umweg.

Die letzten Meter bis nach Hause verliefen dann überwiegend parallel zum Gleiskörper der Linie U76. Man radelt dort durch eine schöne Parkanlage durch Krefeld Fischeln in Richtung Innenstadt. Seit einiger Zeit tauchen in ganz Krefeld Streetart-Vögel auf. Mal nur der Gesichtsbereich, mal ganze Vögel. Entlang der Bahnlinie sind auch einige dieser Exponate zu sehen.

Und damit endet diese Tour dann auch schon wieder. Wie immer hoffe ich, es hat euch gefallen. Ich habe noch einen Relive Clip angehängt und natürlich gilt, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, denket an eure Mitmenschen und fahrt vorsichtig.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

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