Tolle Menschen, Vater Rhein, ein Sonderlack und der spektakuläre Himmel

Hallo zusammen,

das STADTRADELN in Krefeld läuft seit vergangenen Montag und es fühlt sich anders an als in den Jahren zuvor. Warum? Irgendwie ist noch mehr Begeisterung da, die geradelten Kilometer sind deutlich höher und irgendwie ist mehr Spaß dabei. Nach der schönen, aber recht kurzen, Auftakttour mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Mediothek und einigen unserer Nutzerinnen und Nutzer stand am Donnerstag eine längere Tour auf dem Programm. Was mir in diesem Jahr auch gefällt ist die „Nutzung“ der Facebook Gruppe „Fahrradfreunde Krefeld“. Diese, noch recht junge, Gruppe hat sich gegründet um Menschen aus und um Krefeld herum einfacher zu vernetzen. Im Rahmen des des STADTRADELN tut sich dort gerade ziemlich viel. An Fronleichnam kam die Idee auf, man könnte sich ja mal treffen und ein Stückchen zusammen radeln. Gesagt getan, aber fangen wir vorne an. Los ging es Morgens in Krefeld. Es war nicht viel los auf den Straßen, die Wettervorhersage war auch ziemlich schwankend, zwischen warm und trocken bis zu windig und Nachmittags Starkregen war alles dabei. Morgens war es auf jeden Fall trocken und angenehm frisch.

Der Treffpunkt war das Aschlöksken auf der Grenze zwischen Duisburg und Düsseldorf. Dieser Kultbiergarten ist bei Radlern sehr beliebt, man sitzt direkt am Rhein und die Preise sind durchaus human. Ach ja, dass mich für diesen Beitrag keiner beauftragt oder gar bezahlt hat, ist klar, oder? Wenn nicht, sag ich es gern nochmal. 😉
Um das Aschlöksken zu erreichen musste ich den Rhein überqueren, also war das erste Ziel die Rheinbrücke bei Uerdingen. Auf dem Weg dorthin bin ich auch durch Verberg gefahren, dort fand ich toll, einen Altar im Freien zu sehen. Letzten Donnerstag hatten wir ja Fronleichnam, als ehemaliger Messdiener erinnere ich mich an einige Prozessionen durch die Stadt und Gottesdienste unter freiem Himmel. Das ist wirklich eine schöne Tradition und ich hatte da tatsächlich einen kleinen Jugendflashback beim vorbeiradeln.

In Uerdingen angekommen ging es durch den Stadtpark, ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Kennt ihr das, wenn Euch die Etikette sagt „Ne, das kannst Du nicht machen, Du bist erwachsen.“? Und dann ist da diese Seilrutsche und keine Leute drumherum und, ach, schaut selbst 😉

Nehmt Euch mal solche Moment, sie tun so gut. Na ja, auf jeden Fall ging es nach dieser Unterbrechung weiter in Richtung Rhein. In vielen alten Liedern als Vater Rhein besungen, habe ich ihn um kurz vor 12 Uhr überquert und die Aussicht genossen.

Im Krefelder Stadthafen lag die „Leiria“. Das nach einer Stadt in Portugal benannte Schiff ist ein sogenanntes KüMo, also ein Küstenmotorschiff, damit kann es nicht nur den Rhein befahren, sondern ist auch Seetauglich. Ich mag diese Bauweise irgendwie, die Schiffe haben einen sehr robusten Look. Mit dem Baujahr 2003 ist sie auch noch nicht so alt.

Durch die Sermer Felder, ein Stück unter Duisburg Mündelheim, ging es dann in Richtung Treffpunkt. Kommt selten vor, aber ich war der Erste vor Ort und hab einfach ein bisschen die Location genossen. Während mich in geringer Höhe die Boeing 767 der Delta Airlines nach Atlanta überflog…

..habe ich mir einen der vielen Gartenstühle dort geschnappt und mich mit Blick auf den Rhein und meiner Cola vor mein Rad gesetzt und den lieben Gott ne gute Frau sein lassen. Manchmal kann das Leben einfach herrlich sein. Man muss solche Momente nur zelebrieren lernen, dann lebt es sich gleich viel besser.

Nach und nach kamen immer mehr Radlerinnen und Radler dazu und nach wenigen Minuten war ich nicht mehr allein, sondern wir Biker hatten die Ecke da eingenommen ;). Spannende Räder gab es durchaus auch zu sehen, viele tolle E-Bikes, aber auch solche Custombikes wie dieses Martini-Racing Fahrrad. Starkes Teil irgendwie, oder?

Nach und nach trudelten dann diejenigen ein, die ein Stückchen zusammen radeln wollten. Als würde man sich ewig kennen wurde geklönt, gelacht und Anekdoten ausgetauscht und der weitere Tag geplant. Wirklich ein tolles Grüppchen, welches sich da gefunden hat. Nach einem Selfie ging es dann los, am Rhein entlang in Richtung Kaiserswerth.

Die Zeit verging wie im Flug und dann waren wir an der „Michaela II“, der Fähre von Kaiserswerth nach Lankst. Trotz permanenter Angst vor der Versenkung haben wir uns alle auf das Boot getraut und den Rhein gequert, für mich zum zweiten Mal heute. Nach der Überfahrt habe ich mich dann verabschiedet, die anderen wollten zurück in Richtung Krefeld, ich wollte noch einen Flieger am Flughafen fotografieren und musste in die andere Richtung.

Mittlerweile hatte es sich auch schon zugezogen, war aber noch trocken. Ein Blick in den Flugplan zeigte mir, die Boeing 777 von Emirates, das war der Flieger, den ich gern fotografieren wollte, sollte um 15.25 Uhr Düsseldorf verlassen, also noch genug Zeit, ganz entspannt zum Flughafen zu radeln. Zum dritten Mal an diesem Tag ging es also über den Rhein, dieses Mal wieder mit Muskelkraft. Die Autobahnbrücke der A44 war also meine Wahl.

Zeitgleich mit mir kam die Boeing 787 aus Tokio an, auch dieser Flieger hat durchaus eine gewisse Eleganz. Knapp 12 Stunden lang war das Flugzeug in der Luft, bevor es am Donnerstag in Düsseldorf gelandet ist, solche Langstreckenflüge beeindruckend mich immer wieder aufs Neue, auch wenn ich die ganze Technik dahinter verstehe.

Exklusiver und mit deutlich weniger Menschen an Bord kann man mit AirX fliegen. Diese Boeing 737 hier wird von dem Unternehmen vermietet und bietet schon eine sehr bequeme Art des Reisens an. Schaut Euch mal die Website an, da gibt es auch eine virtuelle Tour durch die Kabine, sagen wir es so, ich bin schon schlechter geflogen 😉 HIER LANG!

Mit etwa einer Stunde Verspätung machte sich dann auch die 777 von Emirates auf den Weg. Ich hab mich gleich doppelt über das Flugzeug gefreut, zum einen mag ich die Boeing 777 von der Optik her mehr als den Airbus A380, der sonst auf der Strecke Düsseldorf Dubai fliegt, zum anderen war genau diese Boeing einer von 40 Fliegern, welche Werbung für die Expo 2020 in Dubai macht, also diese lustige Punktelackierung trägt. Während des Wartens habe ich die ersten Tropfen abbekommen, aber es war nur ganz leichter Niesel, alles kein Problem.

Ab jetzt hieß es nur noch, ab nach Hause, vielleicht würde ich ja vom angekündigten Starkregen verschont bleiben, kleine Spoilerwarnung….nein ;).

Hinter dem Flughafen liegt ein kleiner Park, durch den bin ich dann in Richtung Rheinufer und Innenstadt gefahren. Vorbei am Aquazoo und dem einen oder anderen Modehaus führte mich der Weg dann wieder an eine Brücke, dieses Mal war es die, 1957 eröffnete, Theodor-Heuss-Brücke. Im Jahr ihrer Eröffnung war sie die erste Schrägseilbrücke Deutschlands und auch heute noch wirkt sie modern und tut das, was man von vielen anderen Brücke der Region zur Zeit nicht sagen kann, sie erfüllt ihren Zweck. Meine vierte Rheinquerung sollte für diesen Tag dann auch meine letzte gewesen sein ;).

Am Seestern vorbei führte mich mein Weg dann weiter nach Büderich und Meerbusch. Parallel zu den Straßenbahnschienen läuft hier tolle Radweg auf Büderich zu, allerdings weiß ich nicht, ob er bereits so richtig für den Verkehr freigegeben ist. Dort stand ein Schild Durchfahrt verboten, darunter Radfahrer frei, alles wirkte aber total provisorisch, egal, das radeln darauf war toll und da mir ständig Menschen auf Rädern entgegen kamen, wird er wohl schon genutzt ;).

Durch Büderich, übrigens ein wirklich nettes Örtchen, ging es hindurch und dann in Richtung Meerbusch weiter. In Büderich gab es auch wieder bemalte Stromkästen, an anderer Stelle hatte ich schon mal geschrieben, dass ich das wirklich eine feine Sache finde. Hier ist es wohl im Rahmen eines Projektes mit einer Kindermalschule entstanden. Auf jeden Fall bringt es Farbe in den Alltag.

Tja und dann tauchte in der Ferne Fischeln auf, fast daheim. Aber das Wetter sah mittlerweile schon richtig spektakulär aus, zumindest das, was sich da am Horizont abzeichnete.

Ich dachte, ich schaffe es noch bis zur Bahnhaltestelle in Grundend, da könnte ich mich vielleicht unterstellen. Also, kräftig in die Pedale treten und in Richtung Fischeln fahren. Der Himmel änderte sein Aussehen jetzt minütlich und irgendwie war klar, das reicht nicht ;).

Und so war es dann auch, wenige Meter vor dem Wartehäuschen erwischte mich der Starkregen und zwar so richtig. Als ich an der Haltestelle ankam, war ich nass, konnte mir den Rest des Schauers aber dafür im Trockenen ansehen. Gehört zum radeln einfach manchmal dazu. Nach dem Regen war die Luft dafür wirklich ein Genuss und die letzten Meter bis nach Hause waren zwar frisch, aber herrlich.

Nach knappen 67 Kilometern, dem Kennenlernen von neuen, tollen Menschen, vielen Fotos und einer Menge Wasser von oben war ich wieder an der Mediothek. Das dabei auch Kilometer fürs STADTRADELN zusammen gekommen sind, ist nett, aber an diesem Abend tatsächlich nur eine Randnotiz. Radeln kann einfach so viel Spaß machen.

Ich habe im Anschluss noch ein Relive Video für Euch, hoffe Euch haben die Eindrücke gefallen, vielleicht war ja sogar die ein oder andere Anregung dabei, auf jeden Fall bedanke ich mich für Euer Interesse und sage mal, bis bald…

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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