MKVA Krefeld – Wohin mit dem Müll?

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Zeit für einen kleinen „Off-Topic“ Beitrag, heute also keine Radtour, sondern eine spannende Besichtigung in der „Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage“ in Krefeld. Durch den Kontakt in einer Krefelder Facebookgruppe hatte ich heute die Gelegenheit an einer Führung durch die MVA in Krefeld neben dem Elfrather See teilzunehmen. Nachdem sich unsere Gruppe und die beiden, sehr sympathischen und kompetenten Gastgeber der EGK im Verwaltungstrakt getroffen haben, gab es erst einmal eine fundierte Einführung in das Thema Kläranlage und Müllverbrennung anhand eines Modells der Anlage.

Die Daten und Fakten waren schon ziemlich faszinierend. Ich habe nicht gewusst, wie kompliziert es ist, Müll zu verbrennen und welch großes Einzugsgebiet die MVA in Krefeld hat, selbst Hausmüll aus London wird bei uns verbrannt. Dazu aber später mehr. Nach einem kurzen Infofilm ging es dann raus an die Anlage, natürlich nicht, ohne sich vorher ein bisschen umzuziehen ;).

Die Anlage in Krefeld ist riesengroß und besteht neben der Müllverbrennung auch noch aus einem großen Klärwerk für die Krefelder Abwässer. Obwohl wir in den Erklärungen vorab auf beide Entsorgungen eingegangen sind, stand heute die Müllverbrennung im Vordergrund.

Interessant übrigens an dieser Stelle die Info, dass es bislang noch nicht einmal „streng“ gerochen hat oder ähnliches. Die Sorge haben ja viele, wenn sie an das Thema Müllverbrennung denken. Ich schrieb „bislang“, der einzige Ort, wo wir dann auch mal tatsächlich Müllgeruch wahrgenommen haben war am Eingang zum sogenannten Müllbunker. Dort liefern die Müllwagen den Müll an und kippen ihn dann in den Bunker.

Eigentlich war danach ein Besuch in einer Krankanzel geplant, von dort hätten wir von hoch oben in den Müllbunker schauen können und gesehen, wie der Müll gemischt wird um einen optimalen Brennwert zu erhalten. Leider machte uns die Technik einen Strich durch die Rechnung und wir kamen wegen eines defekten Aufzuges nicht in den Genuss, haben den beiden tollen Erklärern aber das Versprechen abgenommen, das beim nächsten Mal zu machen ;).

Stattdessen ging es in den Leitstand der Anlage. Ziemlich spannend dort, hat ein bisschen was von Housten Control, viele Monitore, etlichen Zahlenkolonnen und konzentrierte Mitarbeiter.

Durch die Rauchgasreinigungsanlage ging es dann wieder runter auf den Boden der Tatsachen ;).

Zwei weitere interessante Dinge, zum einen die Schlacke, also das, was vom Verbrennen übrig bleibt. Das Ganze ist kein Abfall, sondern ein Wertstoff. Diese Schlacke wird im Straßenbau eingesetzt. Als wir gerade einen Blick in den Schlackebunker warfen, wurde ein LKW mit dem Stoff beladen.

Und dann war da noch London. Müll aus London? Ja genau. Schon spannend. Die britische Hauptstadt wird mit LKWs vom Festland aus mit Waren aller Art versorgt. Damit diese LKW nicht mit einer, kostenintensiven, Leerfahrt wieder zurückkommen, nehmen sie, in Folie gepressten Hausmüll mit. Und der wird dann am Ende des Tages eben auch in Krefeld verbrannt.

Alles in allem war das eine wirklich spannende und interessante Tour, auf der es fast nie gestunken aber ganz oft Ah ha Erlebnisse gegeben hat. Ein letzter Blick zum, online vom Landesumweltamt überwachten, Schornstein…

..und dann ging es zurück zum Anfang. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Beate für die ORGA und an die EGK und ihre ÖA Mitarbeiter, welche die Führung zu einem Erlebnis gemacht haben.

Wer sich noch ein paar Infos über eine moderne Verbrennungsanlage ansehen möchte, dieser Film hier ist ganz gut.

Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen.

Euer Martin

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