Faszination Flughafen

Hallo zusammen,

der heutige Eintrag hat mal nichts mit dem Fahrrad zu tun, sondern mit einem weiteren Hobby von mir, nämlich der Fliegerei. Als ich 6 Jahre alt war, da hat es mich gepackt, das Fieber. Die Faszination. Die Begeisterung für die Fliegerei und das ganze Thema Flugzeuge. In den letzten Jahren wurde es ein bisschen weniger, die Arbeit fordert viel Zeit, ich habe noch die Seefahrt und die Eisenbahn für mich entdeckt, seit kurzem dann auch noch das Copterfliegen, na ja, es wurde auf jeden Fall weniger, das mit den Flugzeugen.

Aber vor ein paar Wochen war es plötzlich wieder da, dieses alte Fieber. Dieser Eintrag hier wird ein bisschen fotolastig, ich möchte Euch mal zeigen, was mich fasziniert und wie bunt die Welt der Fliegerei sein kann, selbst wenn es einen „nur“ nach Düsseldorf verschlägt. Was folgt sind ein paar Bilder von drei Besuchen am Flughafen.

Das Flair ist Teil der Faszination

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, wenn ihr einen Flughafen betretet, ob es für Euch einfach nur ein Ort ist, an dem eine Reise beginnt, oder ob ihr, so wie ich, etwas an diesem Ort spürt. Die große, weite Welt, eine ganze Anzeigentafel voller Möglichkeiten. Man trifft verschiedene Menschen, die ganze Welt ist zu Gast an einem Ort. Ein Flughafen steht wie kaum ein anderer Ort für das verbindende Element auf der Welt. Man kann sicher darüber diskutieren, dass das Fliegen heute zu günstig ist, aber ist es auf der anderen Seite nicht wundervoll, dass man innerhalb weniger Stunden die ganze Welt bereisen kann. Für mich ist dieses „Flughafen-Gefühl“ ein großer Teil dessen, was die Faszination für mich ausmacht.

Business as usual – Alltag am Flughafen

Ein Flughafen ist spannend. Besucht man die Besucherterrasse in Düsseldorf, hat man einen ungestörten Blick auf das Vorfeld, also den Platz, wo die Flugzeuge stehen und abgefertigt werden. Eine Besonderheit, die hoffentlich nie einer EU-Bürokratie wird weichen müssen, ist die Tatsache, dass der Blick in Düsseldorf nicht durch Gitter oder Glasscheiben verstellt wird, sondern man einfach so gucken kann. Das ist wirklich schön. So kriegt man alles hautnah mir.

Auf dem Bild hier unten sieht man einen Airbus von Eurowings am Gate. Am anderen Ende dieser Manschette befinden sich die Warteräume, die Sicherheitskontrolle und der Rest des Flughafens ;). So kann man als Passagier bequem vom Terminalgebäude in das Flugzeug. Auf der anderen Seite steht ein Kofferband, mit dem die Koffer aus oder in den Frachtraum geladen werden können. Im Cockpit sitzen Pilot und Copilot und bereiten den nächsten Flug vor.

Flugzeuge haben keinen Rückwärtsgang, um sie von der Parkposition weg zu kriegen braucht es deshalb einen Schlepper, ein starkes Fahrzeug, welches das Flugzeug „pushed“, also zurück drückt. Es gibt da die Variante, die das Bugrad anhebt und dann schiebt oder die Variante einer Schleppstange. Hier unten hab ich mal so ein Teil fotografiert. Auf dem Sticker kann man erkennen, für welche Flugzeugtypen die Stange geeignet ist. Alle Airbusse vom A318 bis zum A321 und für die Boeing 737 passt das gute Stück.

 

Das Flugzeug wird soweit zurück geschoben, dass es, gefahrlos, alleine losrollen und zur Startbahn gelangen kann. Protipp wenn ihr mal auf der Terrasse steht und Menschen um Euch herumstehen und von fahrenden Flugzeugen sprechen, der Satz „Flugzeuge fahren nicht, sie rollen!“ qualifiziert euch sofort als Kenner der Materie. Und disqualifiziert Euch gleichzeit auch ein bisschen als Klugscheißer, entscheidet selbst, was Euch wichtiger ist ;).

Nach dem „Push back“ muss die Stange natürlich wieder entfernt werden. Dazu wird sie mit einer Hydraulik angehoben um vom Fahrwerk entfernt.

Im letzten Schritt wird noch die Sprechverbindung getrennt, über die der Mitarbeiter des Flughafens mit der Cockpitcrew in Verbindung steht. Und am Ende des ganzen Vorganges gibt es das Zeichen, was es seit Anbeginn der Fliegerei gibt, wenn alles OK ist….Daumen hoch!

In den letzten Tagen war es zeitweise auch recht frisch. Wenn ihr Euer Auto über Nacht draußen stehen lasst, müsst ihr Morgens das Eis abkratzen. Nun, das ist bei einem Flugzeug auch nicht anders. Da man mit einem Eiskratzer aber ein wenig länger braucht als bei einem Passat oder Golf wird am Flughafen mit einer speziellen Flüssigkeit und Großgerät enteist. Geht schneller und klappt zuverlässig.

Wer in ein Flugzeug einsteigt, kann sich sicher sein, dass es gut gewartet ist und man alles dafür tut, dass es am Ende des Tages die gleiche Anzahl an Starts und Landungen hat. Für größerer Reparaturen stehen große Hallen zu Verfügung, einen schnellen Blick ins Triebwerk kann man auch mal direkt auf dem Vorfeld erledigen. Für alle diejenigen, die ein wenig Flugangst haben, die Crews vorne haben meist auch Familie und hängen an ihrem Leben, man wird immer alles tun um sich und die einem anvertrauten Passagiere wieder heil auf den Boden zu bekommen. Also, keine Panik, auch dann nicht, wenn jemand am Triebwerk rumfuhrwerkt, er wird sicher wissen, was er da tut.

Es gibt, wenn man sich mal einen Tag lang am Flughafen aufhält so viel spannendes zu entdecken. Das könnten wir hier noch ewig fortführen, aber ich dachte, ich zeige Euch jetzt endlich mal ein paar Flugzeuge.

Die Vielfalt macht den Reiz

Düsseldorf ist nicht Amsterdam, London oder Miami. Die letzten drei Airports strotzen vor 747, A380 und dutzenden verschiedenen Airlines, aber Düsseldorf glänzt mit wunderbaren Fotomöglichkeiten, der Tatsache, dass man alle Bahnen einsehen kann und dem einen oder anderen Highlight. Letztere bekam ich bei meinen letzten Besuchen nicht so unbedingt vor die Linse, trotzdem zeigen die folgenden Bilder, hoffentlich, ein wenig die Airlinevielfalt, die bunten Farben und transportieren eventuell ein bisschen was von der Faszination, die ich immer wieder empfinde, wenn ein Flugzeug abhebt. Ich weiß physikalisch genau wie das geht….und stehe trotzdem immer wieder beeindruckt und staunend davor.

Los geht es mit dieser Propellermaschine. Der Typ heißt Dash 8 oder auch Bombardier Q Series. Es ist schon spannend, wenn man zusammen mit Menschen am Flughafen steht, deren Hobby jetzt nicht primär die Luftfahrt ist, werden diese Maschinen gern in die Kategorie „Oldtimer“ gepackt. Nicht zwingend ist ein Flugzeug ein Oldtimer, nur weil es Propeller hat. Diese Variante der Dash hatte seine Vorstellung 1997. Die Maschine auf dem Foto hatte seinen Erstflug am 30. Oktober 2016, also weit entfernt von einem Oldie. Ich weiß nicht, ob ihr es erkennen könnt, das Flugzeug trägt noch die Farben der bankrotten Air Berlin. Sie ist zwar schon für Eurowings unterwegs, aber noch nicht umlackiert.

Für mich als Fan der anderen, manche würden sagen der richtigen, Borussia ist der Flieger jetzt nicht so schrecklich attraktiv, aber als Flugzeugfotograf muss man da natürlich die Kamera drauf halten. Mit diesem Foto und dem Flugzeug sind wir dann auch bei einem weiteren, interessanten, Thema der Fliegerei. Sonderlackierungen. Es gab eine Zeit, da waren die Lackierungen von Flugzeugen farbenprächtig und kreativ. Dann merkte man, dass die Farbe Weiß weniger Farbpigmente hat und damit leichter ist und die Flugzeuge wurden immer weißer und immer langweiliger.

Bis ein schlauer Marketingmensch erkannte, dass sich die Menschen die Flugzeuge anschauen, wenn sie auf dem Flughafen warten und die Jets sehen. Also begann man einzelne Flugzeuge mit besonderen Lackierungen zu versehen. Das war Werbung, aber auch sogenannte Retrolackierungen kamen in Mode. Dabei ging es darum, glorreiche Zeiten und Traditionen der eigenen Airline auch nach außen hin zu zeigen. So wurden einzelne Maschinen in der Farben der 50er oder 60er lackiert und plötzlich waren Sonderlackierungen ein probates Marketinginsturment. Das ist, glücklicherweise, heute auch noch so. Beim „Mannschaftsairbus“ zeigt Eurowings an, dass sie Partner des BVB sind und das ziemlich deutlich.

Apropos Sonderlackierungen und Fußball. Schon viele Airlines sind mit Fußballstickern, Lackierungen und Schriftzügen geflogen, neben Eurowings tut das aktuell auch die türkische Airline Onur Air. Sie fliegt Werbung für den türkischen Erstligaclub „Göztepe Izmir“.

Aber auch die ganz normalen Flieger sind interessant. Achtet zum Beispiel mal auf die Flügelspitzen der beiden Flugzeuge auf dem Bild oben und unten. Beides sind Airbus A320er, der Onur Air Flieger ist mit sogenannten „Wingtips“ unterwegs, die British Airways Maschine mit „Sharklets“. Beides sind Winglets die dafür dienen, ein günstigeres Strömungsverhältnis zu erzeugen.

Apropos „Shark“, beim British Airways Flugzeug heißen die Winglets so, weil sie einer Haiflosse ähneln, beim Foto unten geht es auch um den Hai, allerdings um seine Haut. Lufthansa testet zur Zeit eine Lackierung, die der Haifischhaut ähnelt und so durch bessere Strömungsverhältnisse einen einprozentige Spritersparniss bringen soll. Auf diesem Airbus A330 ist dazu ein Sticker aufgebracht.

Nochmal was zum Thema Vielfalt. Auch die Ziele sind spannend. Mit diesem Aisburs A350 von Cathay Pacific geht es Non-Stop nach Hongkong. 11 Stunden und 5 Minuten dauert der Flug.

Mit dem Airbus A380 geht es direkt nach Dubai. Der A380 übt eine ganz merkwürdige Faszination auf Menschen aus und zwar ganz explizit nicht nur auf luftfahrtaffine Menschen, die Terrasse leert sich, sobald er weg ist, die Leute werden ganz kribbelig, sobald er sich bewegt. Ob es an der Größe liegt? Besonders hübsch finde ich ihn nämlich nicht. Beeindruckend allerdings schon

Nicht regelmäßig und deshalb schon etwas besonderes, eine Boeing 737 von Alba Star. Die spanische Charterairline führte einige Flüge ab Düsseldorf durch. Oftmals ist auch die Geschichte eines Flugzeuges ganz interessant, dieses Exemplar hier begann sein Leben 2003 bei Air Berlin.

Deutlich weiter ist der Flug von Singapore Airlines, sie fliegen mit einem Airbus A350 Non-Stop in 12 Stunden und knapp 30 Minuten in den Stadtstaat. Das Design auf den Flugzeuge finde ich recht attraktiv, hat es edles an sich.

Auch sonst ist es mittlerweile oftmals wieder bunt auf den Fliegern. Dieser Airbus A319 hier kommt von der russischen Airline Rossija. Besonders an dieser Luftfahrtgesellschaft ist die Tatsache, dass sie staatlich ist und neben den Passagierflügen auch für die Regierung eingesetzt wird.

Noch ist das Gelb drauf. Die Lufthansa hat sich, anlässlich ihres 100. Geburtstages ein neues Design verpasst. Das Blau ist dunkler geworden, glaubt man aktuellen Presseberichten zu dunkel, da muss man wohl noch mal ran, und das Gelb verschwindet ganz vom Flugzeug. So richtig traf die Lackierung bislang nicht auf große Zustimmung. Sowohl die Mitarbeiter, als auch befragte Passagiere und Flugzeugfans waren nicht so angetan. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Hier sind auf jeden Fall noch zwei Heckleitwerke in der „Mit Gelb“-Lackierung zu sehen.

Mit der iranischen Airline Mahan ist man in knappen 5 Stunden in Teheran. Schön zu sehen, dass sie einen A340 einsetzen, vierstrahlige Flugzeuge haben was majestetisches an sich. Dieser Airbus hatte seinen Erstflug am 24. März 1997 und flog dann lange für Virgin Atlantic. Bei Mahan ist er jetzt aber auch schon seit 2015 in der Flotte.

Und das soll es jetzt erstmal gewesen sein. Wie gesagt, mich fasziniert es immer wieder, wenn ich am Flughafen bin. Vielleicht habe ich es ja geschafft, ein bisschen Interesse am Thema bei Euch zu wecken. Es gibt so viele Geschichten rund um die Luftfahrt, sie alle zu erzählen würde wohl Jahre dauern. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal am Flughafen, würde mich freuen, wenn es Euch gefallen hat.

Liebe Grüße und „many happy landings“

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

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