Hallo zusammen,
es gibt mal wieder einen Blogbeitrag aus der Region. Los ging es in Krefeld, das Hauptziel war eine Geburtstagsparty in Duisburg. Christoph wird in diesem Jahr 50.
Christoph ist in diesem Fall aber kein Mensch, sondern der Rettungshubschrauber Christoph 9. Stationiert an der Unfallklinik in Duisburg Buchholz, ist er vielen Menschen hier in der Region ein vertrautes Bild am Himmel. Meine Begeisterung für alles was fliegt wurde früh gelegt, das wisst ihr ja, daran hatte auch Christop 9 seinen Anteil. Mein Elternhaus in Duisburg lag zwischen einer Feuer- und Rettungswache und einem Krankenhaus. Die Station der Feuerwehr gibt es noch, wer die Duisburger Folgen der WDR Sendung „Feuer und Flamme“ gesehen hat, hat dort tiefe Einblicke erhalten, dass Krankenhaus ist mittlerweile ein Lost Place.
Sowohl an der Feuerwache, als auch am Krankenhaus gab es immer mal wieder den Rettungshubschrauber zu sehen. Solbald ich ihn im Garten gehört habe, habe ich mich aufs Rad geschwungen und geschaut, ob ich ihn irgendwo entdecken kann. Damals war es noch die BO-105. Ich hab in einem Schuhkarton noch ein altes Foto gefunden. Das Bild stammt vom Hof der Feuerwache und ist sicherlich schon gute 20, 25 Jahre alt.
Meine Radtour am letzten Samstag hatte im Grunde einen ähnlichen Auslöser wie meine Touren als Kind – ich wollte Christoph 9 gucken gehen 😉 .
In diesem Jahr feiert der Rettunsghubscharuber des Bundesministeriums des Innern sein 50 jähriges Bestehen. Mittlerweile ist ein Eurocopter, bzw. aktuell Airbus, EC-135 im Einsatz. Ich habe den Heli öfter mal vor der Linse, viele meiner Radtouren führen an der Station direkt am Naherholungsgebiet „Sechs-Seen-Platte“ in Duisburg vorbei oder er fliegt mir vor die Kamera, wenn er hier in Krefeld im Einsatz ist. Einige Male habe ich auch schon direkt in der Station fotografieren können, die Crew dort ist durch die Bank sehr nett, sehr zugewandt und offen. Das ist übrigens etwas, was ich bislang bei allen Besuchen an Luftrettungsstationen erlebt habe, egal wo im Land und von welchem Betreiber der Hubschrauber war. Deutschland hat ein sehr gut ausgebautes Luftrettungsnetz und so kommen zum einen Patientinnen und Patienten sehr schnell an professionnelle und gute medizinische Hilfe und zum anderen haben wir Heli-Fans und – spotter auch immer genug Motive für unser Hobby.
Der Geburtstag wurde im Rahmen des zweiten Duisburger Katastrophenschutztages gefeiert. Und deshalb ging es für mich also am 30. August 2025 mit dem Fahrrad nach Duisburg. Los ging es am Morgen in Krefeld. Von der City aus führte mich mein Weg in Richtung Uerdingen und an den Rhein. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sehr das Gelände in Richtung Nordost abfällt.
Ach ja, meine eigentlich Kamera hat den letzten Ausflug zu einer Flugshow nicht so gut überstanden und ist aktuell mit einem defekten Autofokus in der Werksatt. Ich habe also für diesen Bericht tief in meinen Schränken nach einem älteren Modell suchen müssen. Qualitativ könnte es also beim einen oder anderen Bild etwas, nun ja…sagen wir so, ich vermisse meine Kamera 😉
Fotomotive indes bietet Krefeld jede Menge. Diese schöne Ente zum Beispiel. Ich bin noch nie Ente gefahren, aber irgendwie finde ich diese Teile richtig cool.
Wenn ich nach Uerdingen radel, nutze ich dafür immer die tolle Germaniastrasse, sie ist als Fahrradstraße ausgewiesen und funktioniert auch ganz gut, und dann geht es durch den Sollbrüggenpark. Dort liegt auch das „Haus Sollbrüggen“. Das ehemalige Rittergut ist heute nicht nur ein beliebter Trauort der Stadt Krefeld, sondern auch die städtische Musikschule. Wenn ihr mal die Chance habt, da ein Konzert zu besuchen, macht es, das Ambiente ist toll.
Sicherlich, neben der Burg Linn, eines DER Wahrzeichen Krefelds, die Rheinbrücke bei Krefeld-Uerdingen. Sie verbindet meine aktuelle Heimatstadt mit meiner Geburtsstadt Duisburg. Ihr Zukunft ist zur Zeit auch Gegenstand vieler Gespräche und Ideen, sie ist nämlich in die Jahre gekommen und muss, sehr wahrscheinlich, ersetzt werden. Schauen wir mal. Ich bin auf jeden Fall noch ganz bequem und sicher rüber gekommen.
Beim Blick auf den Rhein fiel mir die „Ecotanker II“ auf. Schon auf den ersten Blick ist das Schiff mit seiner Brücke vorn sehr ungewöhnlich. Eine kurze Recherche ergab, dass es auch sonst mit vielen Neuerungen unterwegs ist. Flüssiggasmotoren erzeugen Strom für den Antrieb und es gibt einen speziellen Doppelrumpf. Die 2013 unter dem Namen „Greenstream“ in Dienst gestellte „Ecotanker II“ war der erste Binnentanker mit dieser Antriebsform. Schon spannend und, wie gesagt, mit dieser Brückenbauweise ein echter Hingucker auf dem Rhein.
Fanden wohl auch diese beiden Gesellen.
Auf der Duisburger Seite geht es mit Industriekultur weiter. HKM, ein großer Stahlproduzent, liegt auf meiner Route. Dort gibt es immer was zu gucken, zumal, wenn man sich für Eisenbahnen interessiert.
Im Zentrum von Duisburg angekommen, gab es schon jede Menge Mitglieder der Blaulichtfamilie zu sehen. Es ist schon beeindruckend, wenn die ganze Innenstadt voller Menschen und Material ist, die alle jeden Tag antreten um zu helfen, zu retten, zu löschen, zu bergen, zu trösten und ihre ganze Kraft in den Dienst der Allgemeinheit stellen – viele davon sogar im Ehrenamt. Respekt davor.
Und ja, es ist schon so, ich bin jetzt Mitte 40, habe einen tollen Job und bin zufrieden mit meinem Leben….und wenn ich ein Feuerwehrauto sehe, bin ich wieder 6 Jahre alt und will Feuerwehrmann werden 😉 . Wobei es bei mir dann auch recht schnell der Pilot war, aber trotzdem, der Faszination „Blaulicht“ kann ich mich bis heute nicht so wirklich entziehen.
Und selbst die Skulptur in der Mitte der Fußgängerzone, ein Kunstwerk von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely, letzterer hat den beweglichen Sockel geschaffen, passt sich perfekt isn Motto des Tages ein – die Skulptur heißt „Lifesafer“ – Lebensretter.
Das Highlight sollte aber die Landung des Geburtstagskindes auf dem Operplatz direkt vor dem Stadttheater werden. Also bin ich schon mal langsam in die Richtung aufgebrochen. Am Stand des Fördervereins des Rettungshubschraubers Christoph 9 konnte man in einem Modell Platz nehmen…es war vielleicht nicht zu 100 Prozent authentisch, sorgte aber bei den Kindern für eine Menge Spaß.
Für mich wurde es dann fast ein wenig sentimental, der Förderverein des Christoph 7 aus Kassel hatte eine BO-105 dabei. Sie kam per Tieflader und weckte, sicherlich nicht nur bei mir, viele Erinnerungen an diesen tollen Hubschrauber. Wie gesagt, für meine Aviatikbegeisterung ist sicherlich auch dieser Helityp verantwortlich.
Und wo wir eben schon beim Thema Modell waren, aus Kassel kam dann auch dieses Modell des aktuellen ZSH mit nach Duisburg. Die Abkürzung steht für Zivilschutzhelikopter. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten konnte es nicht vorgeflogen werden, die Detailtreue faszinierte mich allerdings bereits im Stand am Boden. Wahnsinn.
Während wir alle auf den Hubschrauber gewartet haben, startet dann auch noch das Stadtradeln. Während wir in Krefeld schon durch sind, geht es in Duisburg jetzt los. Nach einigen kurzen Ansprachen ging es für eine große Gruppe dann vom Opernplatz aus auf die Auftaktrunde. Ich wünsche allen Teilnehmenden, dass sie viele Kilometer sammeln, tolle Erlebnisse machen und Rettungskräfte lediglich beim Katastrophenschutztag oder dem einen oder anderen Feuerwehrfest zu Gesicht bekommen.
Pünktlich um 12 Uhr war es dann soweit, der Stargast kam eingeflogen. Mittlerweile war es rund um den abgesperrten Landeplatz richtig voll geworden und die vielen „Ohhs und Ahhs“ zeigen ganz deutlich, sowas erlebt man auch nicht jeden Tag.
Vorbei am Theater setzte die Crew dann zur Landung an. Ich habe das ja schon sehr oft live gesehen, der Faszination tut das aber keinen Abbruch. Helifliegen ist cool.
Und dann lief der Rotor der „Sierra Mike“, die Kennung ist D-HZSM, aus und es brandete Applaus auf. Kriegt die Crew sicher auch nicht jedes Mal.
Coole Sache. Nachdem alle Checks durch waren und der Hubschrauber sicher auf dem Boden stand, konnten die Besucherinnen und Besucher losstürmen und Fragen stellen und sich das Rettungsmittel mal ganz aus der Nähe anschauen. Davon wurde auch reichlich Gebrauch gemacht.
Für mich ging es dann, vorbei an der Bundeswehr, klasse, dass sie mittlerweile so selbstverständlich mit dazu gehört, und dem THW aus der Innenstadt hinaus in Richtung Süden.
Durch den Skulpturenpark des Lehmbruck Museums bin ich dann in Richtung Sechs-Seen-Platte geradelt.
Wenn man sich für ein spezielles Thema interessiert, läuft man ja Gefahr, dass man in diesem Thema zum „Nerd“ wird 😉 . Bei mir ist auf jeden Fall so. Als ich gesehen habe, dass die „Sierra Mike“ in der Innenstadt steht, dachte ich mir, dann wird die „normale“ Christoph 9 Maschine, die „Sierra Alpha“ wohl normal Dienst tun. Ist ja auch logisch, die Bereitschaft muss ja gegeben sein, also sollte die EC-135 mit der Kennung „D-HZSA“ ja an der Station in Duisburg Buchholz stehen. Wie gesagt, man wird zum Nerd. Das Ziel meiner weiteren Tour war also klar, es ging durch den Wald zur Unfallklinik.
Vor Ort fiel der Blick auf das Helipad – leer. Kein Heli da. Ein Blick in die ein oder andere App gab Aufschluss, Christoph 9 ist im Einsatz. Nur Geburtstag feiern ist also nicht. Ich hab mir also mein mitgebrachtes Brötchen rausgeholt und mich mit ner Falsche Cola in den „Ich-mach-jetzt-mal-10-Minuten-Pause“ – Modus begeben. Pünktlich mit dem ersten Klang des Hubschraubers fing es an zu regnen – aber so richtig. Na ja, Fotos habe ich trotzdem gemacht.
Was ein Wetterchen. Auf jeden Fall stand die Maschine wenige Sekunden später sicher auf der Plattform.
…und nochmal drei Minuten später schien die Sonne, als ob nichts gewesen wäre. Nun ja, ich hatte ja noch einige Kilometer vor mir um zu trocknen.
Nach dem Helikopter-Intermezzo führte mich meine Route weiter in Richtung Süden. Wer sich auskennt ahnt schon, der Flughafen Düsseldorf war das nächste Ziel. Dabei habe ich aber erst noch die tollen Wege rund um die Sechs-Seen-Platte genutzt um nach Rahm zu kommen.
Im Wetterbericht würde das Wetter wohl als „wechselhaft“ bezeichnet werden. Sonne, Wolken und Regen, es war alles mit dabei. Ich bin aber gut durchgekommen und hab noch einen kurzen Stopp am Schloss Heltorf eingelegt.
Das Schloss ist leider nicht öffentlich zugänglich, aber auch von außen wirkt die Vorburg schon sehr ansprechend. Schon spannend, dass wir hier in der Region so viele Schlösser und spektakuläre Herrenhäuser haben.
Der Abstecher zum Flughafen war dann ein recht kurzer, der Schwerpunkt dieser Radtour lag ja auf dem Heli, damit war der Aviatikpart dann ja eigentlich auch durch. Na ja, fast.
Ich hab das ja schon einige Male geschrieben, die, immer noch recht neue, Lackierung der Condor funktioniert sehr gut. Der Wunsch, durch die bunten Ringe ein Gefühl von Urlaub zu erzeugen klappt, zumindest bei mir, sehr gut.
Edel dagegen wirkt der Airbus A320neo aus Jordanien.
Ein echter Sympathieträger ist und bleibt aber „Willi“. Bereits seit 2006 fliegt diese Boeing 757 in der „Wir lieben Fliegen“ Lackierung der Condor durch die Welt. Der Name erinnert an Wilfried Meyer, der 30 Jahre lang das Gesicht der Firma geprägt hat. Mich selbst hat der Flieger bei meiner Hochzeitsreise wohlbehalten ans Ziel gebracht. Da die 757 so langsam aber sicher ausgeflottet werden, freue ich mich immer, wenn ich eine davon vor der Linse habe.
Mit einem Blick auf den täglichen Airbus A380 Flug nach Dubai habe ich mich dann auf den Heimweg gemacht.
Kurz bevor es über den Rhein ging, musste ich noch einen Stopp im „Meteora Grill“ einlegen. Ich besuche diesen Laden schon seit ich mit meinem Papa Flugzeuge gucken war. Böse Zungen behaupten „Das sieht man“ 😉 , aber im Ernst, die Besitzer sind nett, das Essen lecker und man kann beim Essen Flugzeuge gucken.
Gestärkt und guter Laune habe ich dann die letzten Kilometer unter die Reifen genommen, als erstes ging es über den Rhein und dann weiter nach Strümp.
Das Streetart-Künstlerduo „Tubuku“ ist in Krefeld bekannt wie ein bunter Hund. Beziehungsweise bunter Vogel. Ihre Vogelmotive findet man an vielen Stellen in der Stadt. Ihre Auftragsarbeiten finden sich aber auch außerhalb der Seidenstadt an vielen Stellen. So zum Beispiel auch am Strümper Weg auf einem Stromkasten. Hat was und macht Werbung für die Freiwillige Feuerwehr. Passt.
Und so schließt sich der Kreis mit einem Feuerwehrauto, wenn auch „nur“ gemalt. Ich hoffe, der Einblick hat Euch gefallen. Die Tour hat auf jeden Fall Spaß gemacht und die nächste ist schon in Planung.
Bleibt gesund und munter und fahrt vorsichtig.
Euer Martin
