Roadtrip nach Norden – Tag 5: Warnemünde, Bützow und Munster

Hallo zusammen,

gestern Abend bin ich ja im Dunkeln in Warnemünde angekommen und habe, außer dem Restaurant „Hafenliebe“, nicht viel von dem Ort gesehen. Das sollte heute Morgen nachgeholt werden. Also, früh raus, den Parkplatz hatte ich bis 14 Uhr bezahlt und erst mal runter an die Mole. Ein Blick vom Strand zurück zeigt den wunderschönen Leuchtturm und das Gebäude, welches hier „Der Teepott“ heißt.

Für Schiffsfotografen ist die Hafeneinfahrt ziemlich super. Man ist ziemlich nah dran und verpasst nichts, weil jedes Schiff dort vorbei muss…wenn denn eines fährt ;). Heute Morgen war ziemlich wenig los, da habe ich mich dann doch gefreut, dass die Fähre, mit der ich gestern Abend aus Dänemark gekommen bin, heute wieder einlief.

Das ein oder andere interessante Schiff lag im Hafen, es bewegte sich aber nichts, also habe ich kurzerhand beschlossen, ich bewege mich. Oder besser, lasse mich bewegen. Für 10 Euro haben ich eine knapp einstündige Hafenrundfahrt mitgemacht. Der Kapitän hat seine Erklärungen live gesprochen, es kam nix vom Band, das war zwar für die drei englischsprachigen Gäste etwas blöd, aber für mich ganz schön. Soweit ich es hinbekommen hab, habe ich übersetzt. War eine ganz lustige Tour.

Wie gesagt, es gab einiges interessantes Maritimes zu entdecken, auch wenn der Rostocker Hafen sicherlich nicht mit Hamburg oder Duisburg vergleichbar ist. Spannend ist aber das in den 50ern vom Stapel gelaufene Frachtschiff „Dresden“, welches heute Teil des Schiffsmuseums in Rostock ist. Schaut mal HIER, da gibt es noch ein paar Infos zum Schiff.

Nach der Rundfahrt bin ich noch ein wenig durch Warnemünde gelaufen, ein wirklich schönes Fleckchen ist das. So langsam lief die Parkuhr ab und es hieß für mich, dem Meer vorerst den Rücken zu kehren und weiter zu ziehen. Also, nochmal vollgetankt und dann ging es los. Als Fernziel hatte ich mir Munster ausgesucht, wählte aber nicht die Route, die das Navi vorschlug, sondern bin tatsächlich „über Land“ gefahren.

Fahrt nach Munster – Kirchen, Rathäuser und ein verschlafener Flughafen

Ganz bewusst wollte ich nicht über die schnellere Autobahn fahren, sondern über die Dörfer. Was soll ich sagen, richtig viele davon gibt es in der Ecke gar nicht. Man fährt oft kilometerweit über einsame Landstraßen. Hier zum Beispiel die L14 nach Bützow…

Gut, dass ich in Rostock getankt hatte, bis zur nächsten Tanke war es ne Weile. Bützow war mein nächstes Etappenziel. Spannende Stadt. Ich hab das Auto abgestellt und bin ein bisschen durch die Gassen gegangen, hab mir die Schule dort angesehen, die Kirche und das, wirklich schöne, Rathaus mit dem Gänsebrunnen davor. Überregional bekannt geworden ist der Ort durch einen F3 Tornado, der vor einigen Jahren einiges dort zerstörte. Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

Apropos zerstört. Ich war schon ziemlich erschrocken, wie viele Gebäude in den orten aussehen, durch die ich gefahren bin. Man sah kaum Menschen auf den Straßen und die Bauwerke waren oft in einem desolaten Zustand. Da verwundert es dann wenig, wenn man in den Nachrichten immer von einer Landflucht hört, davon, dass junge Menschen lieber ihr Glück in den Städten versuchen.

Aber ich will es auch nicht schlecht reden, es gab auch echte Highlights. Im kleinen Ort Tarnow zum Beispiel, habe ich diese tolle Kirche entdeckt. Die erste urkundliche Erwähnung war schon 1233…und heute knappe 785 Jahre später stehe ich davor und mache ein Foto, ist ja schon krass manchmal, wenn man da drüber nachdenkt.

Apropos Kirche, auf meinem Weg kam ich auch durch die beiden Brenze. 😉 Es gibt Neu-Brenz und Alt-Brenz und im alten Brenz steht diese wunderschöne Kirche. 1881 erbaut macht sie auch heute noch einiges her. Ein toller Moment war das, als ich über einen kleinen Hügel auf den Ort zugefahren bin und dann sie Sonne voll auf das Bauwerk schien. Ich steige dann meist aus und schaue mir diese Bauwerke an und versuche Infos dazu zu bekommen. Das geht natürlich nur, wenn man „über die Dörfer“ fährt.

War schon mal jemand von Euch am Flughafen Parchim? Nein? Muss man auch nicht ;). Außer man steht auf gähnende Leere, gespenstische Stimmung…und einige abgestellte A340er. Das Netz sagt, die Lufthansa nutzt den Platz als zweiten Standort für ihre Technikabteilung aus Hamburg und man will die Frachtflüge über Nacht ausbauen. Ich sag mal: OK, rein optisch wirkt der Platz ziemlich tot.

Nachdem ich in Parchim ein Fastfood-Restaurant entdeckt und mich ein wenig gestärkt hatte, ging es wieder auf die Landstraße, immer in Richtung Munster. Die Landschaft wechselte von hügelig zu flach, aber und an durchfuhr ich einen Wald, dann wieder riesige Felder, Dörfer gab es nach wie vor wenig. Ein kurzer Stopp noch im Tageslicht….

…und dann tauchte die Sonne aus der Wolkendecke auf um etwa 5 bis 10 Minuten rund am Himmel zu stehen und dann hinter dem Horizont zu versinken.

Bevor sie das tat, bin ich über die Grenze gefahren, die Grenze zwischen DDR und BRD, einfach so. Bei Dömitz habe ich die Elbe überquert und bin somit von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen gefahren, heute einfach nur zwei Bundesländer, damals eine streng bewachte Grenze. Kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen. Wir sollten tunlichst verhindern, dass Nationalismus und der Wunsch sich zu isolieren wieder zu so etwas führt.

Und dann war sie weg, die Sonne. Noch knappe 45 Minuten sagte das Navi, es wurde dann eine knappe Stunde. Die, nicht ausgeleuchteten, Landstraßen, die sich in tollen Kurven um die Bäume schlängeln sind, zumal im Dunkeln, anstrengend zu befahren. Aber es macht auch eine Menge Spaß, so ist es nicht.

Um knapp halb Neun kam ich in Munster an. Munster ist eine Soldatenstadt, das merkt man sofort, wenn man in den Ort fährt. Zum einen gibt es viele Hinweisschilder für spezielle Militärtransporte, zum anderen sind die beiden großen Truppenübunsgplätze rund um Munster ausgeschildert. Und, am Ortseingang steht die gelbe Schleife, ein Symbol für Soldaten im Einsatz. In der Stadt gibt es viele Ausbildungseinheiten und in der Stadt leben viele Angehörige von Soldaten.

Seit heute Morgen auf den Beinen war ich jetzt doch etwas müde. Also fix einchecken im Hotel und dann schauen, wo ich noch was zu essen bekomme. Der Burger vor einer gefühlten Ewigkeit in Parchim hielt irgendwie nicht so richtig vor.

Abendessen im Deutschen Haus

Praktische Sache, mein Hotel hat nicht nur bequeme Betten und kostenfreies WLan, es gehört auch ein Restaurant dazu. Also, nicht mehr weit laufen, sondern direkt bei der charmanten Jessica, die neben Rezeptionistin offenbar auch noch Servicekraft im Restaurant ist, ein Rahmschnitzel bestellt und die zwei Schritte in den Gastraum getätigt.

Hat geklappt, war super lecker und gar nicht mal so teuer. Statt und müde ging es dann ab aufs Zimmer und natürlich noch fix diesen Beitrag hier schreiben. Wie immer hoffe ich, ihr fandet es interessant, Morgen geht es weiter, ich hau mich jetzt hin.

Euer Martin

 

2 Gedanken zu „Roadtrip nach Norden – Tag 5: Warnemünde, Bützow und Munster

    1. Dank Dir 😉
      Ja, ich habe das jetzt zum ersten Mal so probiert und ich muss sagen, es ist auch für mich ganz schön. So kann man den Tag nochmal Revue passieren lassen, man sucht sich noch nachträgliche Infos zum gesehenen raus und, und da hast Du Recht, man ist den Tag über nicht damit beschäftigt sich überall einzuloggen ;).

      Gruß
      Martin

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.