Jahresauftakt, Frostpendeln und ein bisschen Statistik

Ihr Lieben,

ich wünsche euch von Herzen ein frohes, friedliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Auf das 2026 all das für Euch bereithalten möge, was ihr euch wünscht. Ihr seid hoffentlich gut in diesem Jahr angekommen, ich selbst habe, zusammen mit wunderbaren Menschen, ins neue Jahr gespielt. Seit einiger Zeit, ich glaube jetzt drei oder vier Jahren, ist es eine schöne Tradition geworden, die Menschen hinter dem Blog „Jansens Pott„, Herr Tommi und Frau Melli, zu Silvester zu besuchen und zu viert ganz entspannt ins neue Jahr zu spielen. Dieses Mal kamen das geniale „Dune“ und „Hitster“ auf den Tisch und auch dieses Mal war es wieder richtig schön. Danke dafür.

Die letzte Tour aus 2025 habe ich schon „verbloggt“, schaut gern mal HIER, heute saß ich wieder auf dem Rad, quasi das neue Jahr einläuten.

Es war eine schnelle Runde zum Flughafen nach Mönchengladbach, gute 30 Kilometer. Der Wind war fies, das Wetter roch ziemlich nach Regen und ich hab Glück gehabt, dass ich trocken durchgekommen bin.

Keine lange Tourbeschreibung, außer dem Privatjet habe ich nix fotografiert. Gut getan hat es trotzdem.

In der Beitragsüberschrift steht etwas von Statistik und Frostpendeln, keine Angst, das wird jetzt keine Zahlenorgie, aber einmal kurz auf 2025 aus „Radelndensicht“ zurückblicken möchte ich dann doch. Fangen wir mit dem Frostpendeln an.

Im Grunde des Herzens ist Frostpendeln so etwas wie das Stadtradeln, aber im Winter. Bei der Stadtradeln-Kampagne geht es jedes Jahr darum, das Thema „Fahrrad“ auf die Agenda zu heben und die Themen rund um dieses immer beliebter werdende Fortbewegungsmittel sichtbarer zu machen. Dazu gibt es in einem begrenzten Zeitraum von drei Wochen das „Gamification“-Element, dass Kilometer gesammelt werden müssen. Mittlerweile ist die Reichweite in den Medien schon sehr eindrucksvoll. Das Frostpendeln versucht ähnliches, der Zeitraum ist vom 1. November bis zum 28. Februar aber deutlich länger. Eine Freundin aus alten Mediothekszeiten hat ein Team gegründet und so radel ich dort mit.

Schaut man sich Beiträge unter dem Hashtag #Frostpendeln in sozialen Netzwerken an, besonders im Fediverse, hat man eigentlich schon keine Lust mehr, mitzufahren. Zumindest geht mir das ganz oft so.

Erlaubt mir, so frisch zum Jahresanfang, einen kurzen Exkurs, bevor ich später zu meinen Statistiken komme. Als jemand er unfassbar gerne mit dem Rad fährt, stecke ich immer öfter in einem Zwiespalt. Ich bin sehr dafür, dass das Thema Fahrrad eine breite Öffentlichkeit erreicht und politische Entscheiderinnen und Entscheider es auf die Agenda nehmen und sich signifikant etwas an der deutschen Radinfrastruktur ändert. Punkt. Ich bin überzeugt davon, dass das nur dann funktioniert, wenn man viele Menschen mit positiven Impulsen überzeugen kann. Die „Fahrradbubble“ macht allerdings sehr häufig genau das Gegenteil. Ich erlebe das im Alltag, bekomme es seit Jahren in Social Media mit und empfinde das, was, wie gesagt, im Fediverse unter dem Hashtag Frostpendeln immer wieder passiert als extrem nervig und in hohem Maße kontraproduktiv.

Überheblich daherzukommen, von Autofahrenden als „Mördern in Blechdosen“ zu sprechen, im Stadtverkehr anzuhalten um einen gestressten Fahrer eines Lieferdienstes zu fotografieren, der kurz auf einem Radstreifen anhält um auszuliefern und diesen dann genüsslich im Netz zu zerlegen, von der Unmöglichkeit in unseren Städten zu radeln zu schwadronieren und per se jeder Politikerin und jedem Politiker irgendwelche Kompetenz abzusprechen ist am Ende des Tages einfach nur unfassbar dumm.

Ich fahre seit Jahren mit dem Rad, dienstlich wie privat, und natürlich gibt es absolute Vollidioten die in Autos sitzen, die gibt es aber auch auf dem Sattel eins Fahrrades, manche davon zeigen das auch sehr bereitwillig im Netz. Es hilft, wenn man mit gegenseitiger Rücksichtnahme unterwegs ist, ein Blick durch die Scheibe ins Auto, eine Non-Verbale Kommunikation und schon klappt es. Anerkennen, wenn Städte und Kommunen etwas fürs Rad tun und nicht per se mit 150 Prozent Forderungen an selbige herantreten, auch beim Lieferdienstpersonal mal mit der Maxime „Leben und leben lassen“ um die Ecke kommen – all das hilft uns am Ende, auch bei unseren, ja berechtigten, Anliegen deutlich mehr, als die „Fahrradrambo“-Variante, die man leider viel zu oft in der „Bubble“ findet.

Deshalb habe ich mich in den letzten Jahren mit dem Frostpendeln schwer getan. Aktuell mache ich damit aber genau das, was mir Spaß macht – radeln, tracken und Kilometer aufschreiben. Das dann auch noch für ein Team zu tun, macht Laune. Und wer weiß, vielleicht wird die Aktion mit den engagierten, aber fairen Menschen auf dem Rad ja irgendwann so groß, dass sie etwas bewirkt. Ganz ohne Pöbelei.

Meine Statistik 2025

So, jetzt zu meinen Statistiken. 2025 war ein wildes Jahr, ich habe dienstlich wie privat viel erlebt, auch auf dem Fahrrad. Mit gut 4.605 Kilometern habe ich fast doppelt so viele erradelt wie im Jahr zuvor. Ehrlicherweise war 2024 aber auch ziemlich mau.

In den Niederlanden bin ich geradelt, in Emden und im Siegerland. Die meisten Touren haben mich aber ins Ruhrgebiet oder an den Niederrhein geführt. Zuhause ist es halt doch am Schönsten 😉 . Wenn ich, dienstlich wie privat, immer mal wieder in die Diskussionen rund um das Thema Fahrrad gehe, kommt oft der Satz „Ja, dann fahr doch mal selbst in Krefeld Rad, Du hast ja keine Ahnung.“. Dass das nicht stimmt, wissen die Menschen, die mich kennen, alle anderen können es auf Strava sehen. Die allermeisten Ecken meiner Heimatstadt kennen ich natürlich auch vom Fahrrad aus, das lokale „Drumherum“ im Übrigen auch.

In der Tracking-App Strava ist es möglich digitale „Tropähen“ zu sammeln. Mal sind es lange Touren, mal gewissen Zeiträume, mal Höhenmeter, mal regelmäßige Fahrten. Das ist zwar alles Spielerei, aber manchmal doch ganz charmant, durch diese Sammlung nochmal durchzuscrollen, wenn das Jahr endet. Bei mir waren es 2025 genau 127 „Badges“.

Spannend ist es ja auch immer, wenn man neue Wege entdeckt. Ich habe ja eben schon geschrieben, dass ich viel in Krefeld und Umgebung radel, aber eben nicht nur. In diesem Jahr habe ich 847,5 neue Kilometer entdeckt. Die meisten davon waren spannend. 😉

Und dann bietet das Statistiktool „Veloviewer“ noch diese Übersicht an. Wie hoch bin ich gefahren, wohin brächte mich die Distanz, wäre ich sie am Stück gefahren und wie oft waren Touren über 100 Kilometer dabei. Im vergangenen Jahr waren das immerhin drei. Nun ja.

Aber am Ende des Tages geht es mir auch gar nicht um Statistiken, um Höchstleistungen oder für Kampagnen gesammelte Kilometer. Es geht mir um den Spaß an der Freude, am wunderbaren Gefühl der Freiheit, wenn ich auf einem Fahrrad sitze. Ich habe so viele wundervolle Dinge erlebt, so viele tolle Menschen getroffen. Zeit auf dem Rad ist für mich niemals Verschwendung, sie hilft mir, hilft mir nachzudenken, den Kopf frei zu bekommen und zu reflektieren.

Also, schauen wir, was dieses Jahr bringen wird. Ich wünschen mir für mich ganz persönlich, dass ich gesund bleibe, die vielen tollen Menschen um mich herum es auch bleiben oder werden, ich viele neue Dinge erleben und sehen werde und ich mein sehr schönes Leben, so wie es ist, fortführen kann. Globaler gesehen wünsche ich mir Frieden, Verständnis und die Erkenntnis, dass eine Diskussion nicht zwingend eine Gewinnerin oder einen Gewinner braucht. Vielleicht sollten die Menschen einfach mehr Fahrrad fahren….

Euer Martin

 

2 comments

  1. Lieber Martin,
    Ihr heutiger Blog hat mir sehr gefallen. Neben dem Fahrradfahren als Mittelpunkt, haben mir die gesellschaftskritischen Sichtweisen gefallen. Ich suche schon länger nach einer Möglichkeit mit Menschen in Kommunikation zu treten, die auch völlig anderer Meinung sind. Und Ihr heutiger Beitrag hat mir wieder bestätigt, dass eine Kommunikation
    mit „Andersdenkenden“ durch eine angemessene Haltung der Toleranz und des Verstehens meines Gegenübers eine positive Entwicklung ermöglicht. Dafür vielen Dank
    Auch Ihnen ein gesundes 2026
    Olaf Robinet

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