Hallo ihr Lieben,
gute Vorsätze sind ja dazu da, dass man etwas aus ihnen macht. Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr endlich wieder vermehrt mit dem Fahrrad unterwegs zu sein und, und deshalb schreibe ich gerade hier, auch wieder öfter darüber zu bloggen. Ich habe den ersten Blogpost in diesem Jahr in ein, zwei Gruppen in sozialen Netzwerken gepostet und überall gab es Ansporn und liebe Worte zu meinen bisherigen Beiträgen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, deshalb beginnt dieser Eintrag hier auch erstmal mit einem Danke an alle da draußen, die meine Erlenisse hier so interessant finden, dass sie immer wieder diese Einträge lesen. Das tut mir gut, ist nicht selbstverständlich und freut mich sehr.
Also, legen wir, wie immer unbezahlt und unbeauftragt, los. Das Wetter hier in der Region ist gerade alles andere als einladend oder zumindes „stabil trocken“. Für den Samstag, 4. Januar 2025, meldeten aber gleich drei Wetter-Apps zwar Kälte, aber keinen Regen. Fazit: Los geht es! Die erste Etappe habe ich mit der Bahn erledigt. Das Deutschlandticket ist auch in 2025 mein treuer Begleiter, auch wenn es 9 Euro teuerer geworden ist. Was soll ich sagen, sowohl die DB Regio von Krefeld nach Duisburg, als auch der Zug von National Express von Duisburg nach Dortmund waren pünktlich und mit sehr freundlichem Personal besetzt.

Vom Hauptbahnhof in Dortmund aus habe ich mich erstmal in Richtung Osten orientiert, ich wollte mir die Streetart an der Weißenburger Straße anschauen.

Neben Streetart findet sich dort auch ein Stern des „BVB – Walk of Fame“. Ursprünglich wurden 100 Sterne anläßlich des Vereinsjubiläums verlegt. Dabei wurden immer besondere Wegpunkte oder Ereignisse der Vereinshistorie gewürdigt.

Streetart ist überhaupt ein großes Thema in Dortmund. Wenn ihr euch für diese Kunstform interessiert, solltete ihr einfach mal mit offenen Augen durch die Stadt fahren oder gehen. Es gibt richtig große und beeindruckende, aber auch viele kleine und feine Kunstwerke am Straßenrand.


Für mich ging es dann aus der Nordstadt zum Hafen. Hier beginnt der Dortmund – Ems – Kanal, der bis nach Papenburg führt. Viele Schiffe gab es nicht zu sehen und die „Santa Monika“ hat sicher auch schon bessere Tage erlebt.

Überhaupt war es ein trüber Tag, viel grau, „usselig kalt“, wie meine Oma gesagt hätte und irgendwie düster. Neben der leicht verlottert aussehenden „Santa Monika“ kreuzte die Feuerwehr noch durch den Hafen, ansonsten war es ruhig.

Auffällig auch hier, an vielen Ecken findet sich Streetart, manche sogar riesig groß und richtig genial, wie etwa dieser Wal hier.



Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, leichter Nieselregen und Wind….gut, dass das Schild da stand, sonst hätte ich mich womöglich nicht beherrschen können und einen beherzten Sprung in den Stadthafen unternommen 😉 .

Vorbei an einem historischen Portalkran, wenn mich die Infos nicht täuschen ist er von 1908, führte mich meine Route aus der Stadt hinaus in Richtung Norden.

Und endlich strafte dann auch der Himmel gleich drei Wetter-Apps Lügen, es fing richtig an zu regnen. Der Niesel war schon nervig, die dicken Tropfen erst recht. Nun ja, man ist ja nicht aus Zucker und so habe ich mich kurz in einer Bushaltestelle untergestellt und mein an meinem mitgebrachten Brötchen geknabbert.

Weiter ging es auf den Emscherweg kurz hinter Deusen. Diese Etappe bin ich tatsächlich schon öfter gefahren, sie ist Teil des Emscherweges von Holzwickede bis nach Duisburg. So lange bin ich dieses Mal allerdings nicht parallel zum Emscher gefahren, sondern vor Mengede gings es ab zum Dortmund – Ems – Kanal.


Übrigens findet sich auch hier immer mal wieder Streetart. Man muss bei den ganzen schlechten Tags und dem Geschmiere unter Brücken nur ab und an mal etwas genauer hinschauen. Kann sich lohnen.

Eine Weile bin ich dann dem Dortmund – Ems – Kanal gefolgt, habe also klassisches „Kanalradeln“ geamacht. Der Weg ist ganz gut und man radelt immer auf Höhe des Wassers. Außer zwei verwegen ausehenden Kanuten gab es aber nichts zu sehen.


Das Hauptziel meiner Tour war der Schleusenpark Waltrop und dort das alte Schiffshebewerk. Vorbei am „neuen“ Hebewerke, welches auch nur noch museal genutzt wird, der aktuellen Großschleuse und der alten Schleuse ging es zum Hebewerk.

Aktuell ist der Weg durch die alte Schleuse gesperrt, normalerweise ist aber eine Durchfahrt durch das ehemalige Schleusenbecken möglich, das ist schon ziemlich cool.


Das alte Schiffshebewerk ist heute ein Museum. Eingeweiht wurde das beeindruckende technische Meisterwerk 1899. Das Museum zeigt mit Modellen, Schautafen und Texten einiges zur Funktionsweise des Hebewerkes, aber auch zur Geschichte der Binnenschifffahrt auf den Kanälen generell. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel, finde ich.




Zum Museum gehört auch ein Museumshafen, der im ehemaligen Oberwasser des Hebewerks angelegt wurde. Dort liegen alte Schiffe und an Land gibt es Krane und Werkzeuge zu sehen.


Dort steht auch eine Treidellokomotive aus Oberhausen. Mit solchen Lokomotiven wurden die antriebslosen Leichter in und aus den Schleusen gezogen.

Von nun an ging es am Rhein – Herne – Kanal weiter. Hier gab es dann auch aktuelle Schiffe zu sehen. Allerdings musste ich einen kleinen Schlenker machen, diese Gans hier fand mich irgendwie doof 😉

Dann ging es aber weiter, am Kanal entlang. Mir kam die „Tom Burmester“ entgegen, Baujahr 2010 und registriert in Hamburg. Das Schiff habe ich schon bei einigen meiner Radtouren auf den verschiedenen Kanälen der Region vor der Linse gehabt.

Nach einigen Kilometern am Kanal führte mich meine Route vom Wasser weg, über die Autobahn A2 weiter in Richtung Westen. Das nächste Ziel war jetzt die Zeche Ewald und die Halde Hoheward.

Schon aus einiger Entfernung konnte ich dann das Horizontobservatorium auf der Halde ausmachen. Für solche Aktionen liebe ich ja das Ruhrgebiet. Was machst Du, wenn Du an allen Ecken und Enden irgendwelche Berge voller Schutt und Geröll rumstehen hast? Richtig, Du packst Kunst drauf und machst daraus ein Ausflugsziel. Feiere ich 😉 .

Das Horizontobservatorium ist allerdings ein Politikum, so richtig intakt ist es nicht, es gibt immer wieder Risse und es ist seit Jahren eingezäunt. Das tut der Begeisterung für die Halde aber keinen Abbruch.
Über eine ehemalige Bahntrasse bin ich dann die letzten Kilometer bis zur Halde gefahren.


Direkt vor der Halde befinden sich die Reste von Zeche Ewald. Für mich als Pottkind immer wieder ein schöner Anblick, zumal es mit einem klassischen Fördergerüst, einem sogenannten Malakovturm und einem Doppelbock gleich drei verschiedene Ikonen des Ruhrgebiets zu sehen gibt.



Wenig später ging es dann auf die Halde hinauf. Der Ausblick ist immer wieder faszinierend. Weit in die Landschaft und auf faszinierende Bauwerke fällt der Blick. Natürlich auch nochmal zurück auf die Zeche Ewald.



Neben Menschen auf Mountainbikes gab es auch Paragliding zu sehen. Es war tatsächlich ziemlich windig hier oben und so konnten die Schirme sich entfalten und die Menschen segelten am Hang entlang, faszinierend.

Auf der anderen Seite des Berges steht ein weiteres Fördergerüst, dieses Mal das der Zeche Recklinghausen 2. Das Gerüst im Blick ging es dann bergab in Richtung Drachenbrücke.

Diese Brücke verbindet die Halde mit dem Gelände der Zeche Recklinghausen 2 und sieht eifnach ziemlich cool aus, oder?

Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis zu meinem Ziel. In Herne wollte ich wieder in den Zug steigen und nach Hasue düsen. Auch das hat, man glaubt es ja kaum, perfekt funktioniert. In der Nähe des Bahnhofes gab es dann auch einmal starke Streetart und sogar keinen kleinen Roboter aus Resten zu entdecken.


Es waren dann am Ende knappe 50 Kilometer, aber ich war auch echt gut durchgefroren. Wer diesem Blog hier schon länger folgt, weiß ja, ich stehe auf diesen ganzen Statistik-Quatsch rund ums radeln. Es gibt die Webseite „Wandrer Earth“. Dort sind alle Straßen und Wege der Welt hinterlegt und nach jeder Tour bekommt man angezeigt, ob man neue Kilometer erradelt hat. Ja, ich weiß, es ist Spinnerei, aber irgdwie stehe ich drauf 😉 . Ich verlinke euch die Seite HIER mal.

Noch mehr Statistiken wirft mir die Webseite Velo-Viewer aus. Wenn ihr mögt, schaut mal HIER. Braucht kein Mensch, kann aber Laune machen.

Am Ende gibt es noch ein Video von Relive und dann soll es das mit dieser Tour auch schon wieder gewesen sein. Wie in den letzten Jahren auch, hoffe ich, es hat euch gefallen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit.
Bleibt gesund und munter, seid nett zu Euren Mitmenschen und fahrt vorsichtig,
Euer Martin
Danke für diese – ob der kürzeren Strecke für mich nachradelbare – Tourenbeschreibung: wie immer spannend gemacht.
Grossartig, wenn sich Graffiti Künstler daran beteiligen, Fassaden und Gebäude, Hallen usw. zu verschönern, anstatt sinnlos Tags under Schmierereien auf Züge zu machen. Besonders toll sind ganze Häuserfassaden, wo auf einer Arbeitsbühne die Künstler ihr Werk verrichten. Das ist hinterher toll anzusehen.