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Am Raderlebnistag direkt ins Mittelalter

Ihr Lieben,

vor zwei Wochen endete zum einen der Stadtradel-Zeitraum in Krefeld, zum anderen fand am Niederrhein der „Raderlebnistag“ statt. Zwei gute Gründe sich aufs Fahrrad zu setzen und loszudüsen. Nach der langen Radtour in den Norden wollte ich dieses Mal wieder „vor der Haustüre“ fahren. Also ging es, unbezahlt und unbeauftragt, genau wie dieser Eintrag hier, in Krefeld los.

Aus der Innenstadt ging es raus in Richtung Kempen. Dort fand zum einen ein Mittelaltermarkt statt, zum anderen war Kempen auch Teil der Raderlebnistouren. Ich bin allerdings „nur zum Spaß“ geradelt und habe nicht an den Aufgaben teilgenommen. Ein bisschen durch Hüls und dann via Landstraße nach Kempen.

Nach etlichen Tagen mit wolkenlosem Himmel und echter Gluthitze war es dieses Mal bewölkt, es wehte ein leichter Wind und so war das radeln wirklich angenehm.

Erstes Etappenziel war dann das Gut Heimendahl. Erstmals erwähnt um 1360 wurde es in den 1870ern von einem Krefelder Samtfabrikanten gekauft. Heute finden dort regelmäßig Veranstaltungen statt.

Dieses Mal gab es ein Ritterlager zu entdecken. Händler, leckeres Essen und etliche Menschen in Gewandung waren zu sehen.

Auch eine Falknerei war vor Ort, die großen Raubvögel aus der Nähe sehen zu können, war schon beeindruckend.

Faszinierende Tiere, oder?

Ohne Flügel, aber dafür mit einem ziemlichen „Oh wie niedlich“-Faktor waren Schafen und ein Hasen-Junges zu sehen.

An historischem Trecker und einem Mädel am Pranger vorbei habe ich mich dann so langsam wieder auf den Weg gemacht.

Pferde und Handwerkskunst gab es auch und die Menschen vor Ort waren wirklich nett und offen. Hat Spaß gemacht.

Das nächste Ziel war der Flugplatz Egelsberg, dafür bin ich aus Kempen wieder in Richtung Hüls geradelt. Dabei wurde mir dann auch wieder klar – wir haben es schon echt schön hier in der Region.

Ländlich geprägt, tolle Höfe und Wege und immer wieder gibt es Traktoren zu sehen, Landleben halt.

Durch den Hülser Ortskern, vorbei an der Kirche Sankt Cyriakus, führte mich meine kleine Runde in Richtung Flugplatz Egelesberg.

In Krefeld zu radeln kann schon wirklich richtig schön sein. Wir haben eine Menge Grün und tolle Wege durch Naturschutzgebiete, das Hülser Bruch zum Beispiel.

Am Flugplatz angekommen, gab es sogar Flugbetrieb zu sehen. Es war zwar ganz schön windig, aber einige Flüge konnte ich noch sehen. Der Motorsegler flog unermüdlich Platzrunden und führte einige Landungen und Starts durch.

Wie schnell sich Dinge ändern können, sieht man an den folgenden Bildern. Es handelt sich um einen sogenannten F-Schlepp. Dabei wird ein Segelflugzeug von einem Motorflugzeug auf eine bestimmte Höhe geschleppt und dort ausgeklingt.

Anders als bei einem Windenstart bietet dieses Verfahren die Möglichkeit eine größere Höhe zu erreichen und an einem anderen Ort, als über dem eigenen Flugplatz den Segelflug zu starten.

Nach dem Absetzen des Segelfliegers kehrt die Schleppmaschine zurück und ist bereit die nächste Pilotin oder den nächsten Piloten in die Luft zu schleppen. Das Flugzeug auf dem Bild allerdings nicht mehr. Wenige Tage nach meinem Besuch hatte die Robin DR300, erst vor Kurzem aus der Schweiz erworben, einen Unfall in Grefrath. Dabei kamen die vier Passagiere mit leichten Blessuren davon, das Flugzeug allerdings nicht. Mal sehen, wie es da jetzt weitergeht. Das Wichtigste ist aber, dass alle Insassen wohlauf sind.

In unmittelbarer Nähe zum Flugplatz liegt die Egelsberg Mühle. Eines der Krefelder Wahrzeichen und wirklich super restauriert und erhalten. Dort auf der Bank zu sitzen, im Sommer, ein kleines Picknick, eine leichte Brise, Flugzeuge gucken – das Leben kann so schön sein.

Apropos schön. Auf dem Weg nach Hause bin ich noch am Mies-van-der-Rohe-Campus vorbeigekommen. Das Gebäude der ehemaligen “ Vereinigte Seidenwebereien Aktiengesellschaft “ ist heute ein Ensemble mit Büros und Gastronomie. Ich bin ein großer Fan der Bauhaus-Architektur und mag die klaren Linien der Gebäude dort sehr.

Und das war es dann auch schon wieder. Etwas über 40 Kilometer, eine schöne Tour durch unsere Region. Ich hoffe, Euch habe die Einblicke gefallen und wenn ihr Fragen habt, immer her damit.

Habt eine gute Zeit, bleibt gesund und seid nett zu Euren Mitmenschen. Bis zum nächsten Mal.

Euer Martin

 

 

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