Hallo ihr Lieben,
heute gibt es mal wieder einen Einblick in meinen Berufsalltag. Also, wenn ihr mögt, kommt gern mit, heute wird es, unbezahlt und unbeauftragt, richtig heiß 😉 .
Doku-Formate wie „112 – Feuerwehr im Einsatz“, „Feuerwache 3“ oder, richtig stark, „Feuer und Flamme“ sind unglaublich beliebt und werden Staffel um Staffel erweitert und fortgesetzt. Die Arbeit der Frauen und Männer der Feuerwehren im Land fasziniert, begeistert und nötig Respekt ab. Die Faszination kann ich gut nachvollziehen und Autos mit blauen Lampen auf dem Dach fand ich als Kind schon spannend. Die Dokumentationen, vor allem die nicht so reißerischen, zeigen aber auch, wie anstrengend, wie belastend und wie frustrierend dieser Beruf manchmal sein kann. Damit am Ende eines Arbeitstages bei der Feuerwehr auch alle wieder gesund und heil nach Hause gehen können, braucht es Übung und Training, sowohl bei den Berufsfeuerwehren, als auch bei den vielen ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Land.
Das bringt mich zum Airport Weeze. Ich bin dort recht regelmäßig, allerdings immer nur um Flugzeuge zu fotografieren.

Ich hab im vorbeifahren das ein oder andere Mal gesehen, dass es dort eine Trainingseinrichtung für die Feuerwehr gibt, aber ehrlicherweise nie weiter drüber nachgedacht. Bis ich jetzt mit dem Ausbildungsjahrgang unserer Feuerwehr Krefeld dort war. Die „Training Base Weeze“, die den Slogan „Perfectly Prepared“ hat, ist tatsächlich ein riesiges Gelände, auf dem unterschiedlichste Szenarien trainiert werden können.

Der Schwerpunkt der Ausbildung lag auf dem Vorgehen unter starker Hitzeeinwirkung, dem Einsatz unter Atemschutz sowie dem sicheren und abgestimmten Arbeiten im Trupp. Dabei stand insbesondere das taktisch korrekte Vorgehen in geschlossenen Räumen im Fokus.

Für mich war das ein absolut beeindruckender Tag. Ich habe durch meinen Job recht häufig mit der Feuerwehr zu tun, aber so nah dran an Qualm, Rauch und der ganzen Technik bin ich dann ja doch nicht. Ich hatte eh schon Respekt vor der Arbeit, dem Feuerwehrnachwuchs und den Ausbildern zuschauen zu können und Fotos zu machen, hat diesen noch gestärkt.



Auf dem Gelände gibt es, wie schon gesagt, etliche Übungsmöglichkeiten, unter anderem kann auch der Brand in einem Zug simuliert werden, oder Such- und Rettungsmaßnahmen nach einem Erdbeeben.


Das da auch noch ein alter Lynx-Helicopter steht, freut mich als Aviatik-Fan natürlich auch 😉 . Schließlich war das mal eine Basis der Royal Air Force.

Es ging bei dem Realbrandtraining auch darum, physikalische Gegebenheiten von Feuer zu erklären, zu zeigen, wie schnell sich Brände ausbreiten und welche Löschtechnik wann wie am besten geeignet ist.


Unter PA, also mit Pressluftatmung, in brennende Gebäude laufen – man muss schon ein besonderer Typ Mensch sein. Dazu die schwere Ausrüstung, der Druck, die Hitze, die Verantwortung. Und, ganz ehrlich, wenn ihr mal selbst ein Halligan-Tool, ein Brechwerkzeug der Feuerwehr, in der Hand hattet und merkt, wie schwer das ist, wenn ihr mal selbst neben einer Riegelstellung gestanden habt und gemerkt habt, wie schwer und unflexibel ein voller Schlauch ist, dann seht ihr solche Dokus im TV nochmal mit ganz anderen Augen.



Ich habe spannende Einblicke erhalten und tolle Menschen kennengelernt, sowohl bei unserer Feuerwehr, als auch vor Ort beim Team der Traning Base. Auch bei den Übungen wurde klar, als Einzelkämpfer kommst Du bei der Feuerwehr nicht weit, Teamgeist und Kameradschaft, aufeinander Acht geben und sich helfen ist obererstes Gebot.






Ein paar Bilder habe ich noch für Euch und am Ende meines Beitrages noch einen Tipp, falls ihr mögt.




Wenn ihr jetzt genauso fasziniert seid wie ich und vielleicht sogar Bock habt, euch zu engagieren, schaut doch mal in Eurer Gemeinde, ob es da eine Freiwillige Feuerwehr gibt. Es braucht nicht nur Menschen, die ins Feuer laufen, auch der Social Media Mensch wird gesucht, oder die LKW-Fahrerin oder der Logistiker. Denkt mal drüber nach, Gemeinschaft braucht Menschen, die füreinander da sind. Wir haben vor einiger Zeit eine Kampagne für die Freiwillige Feuerwehr in Krefeld gemacht, schaut gern mal rein:
Und wenn ihr das Ganze als Hauptberuf machen wollt und in Krefeld oder drumherum wohnt, würde ich mich freuen, ihr würdet Euch bei uns bewerben, vielleicht sehen wir uns dann ja sogar dienstlich 😉 .
So, jetzt aber genug des Werbeblocks für die Feuerwehr, ihr merkt schon, ich brenne ein wenig für die Kameradinnen und Kameraden, um mal ein maues Wortspiel zum Ende rauszuhauen. Aber im Ernst, das ist schon ein beeindruckender Beruf und ich bin sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die ihn machen. Und das, neben dem Hauptamt, sogar als Ehrenamt. Kann man gar nicht hoch genug anrechnen.

Vielen Dank an die Feuerwehr Krefeld, die mir solche Einblicke ermöglicht hat. Das Ganze mündete dann in einer Pressemitteilung, die auch auf der städtischen Homepage gelandet ist. Könnt ihr, wenn ihr noch mögt, hier mal schauen. Stadt Krefeld Homepage
Ich hoffe, die Einblicke haben Euch gefallen, bleibt gesund und munter, nett zu Euren Mitmenschen und, wenn ihr mögt, bleibt mir gewogen 😉 .
Euer Martin
Sehr Eindrucksvolle Bilder
Gruß
Andreas
Vielen Dank 🤗
Sehr guter und motivierender Beitrag und super Fotos. Ich stand damals (vor 45 Jahren) vor der Entscheidung zu der Truppe mit der roten oder der grünen Farbe zu gehen. Grün ist es dann geworden aber trotzdem hatten wir immer regelmäßigen Kontakt mit der FW, alleine schon aus Einsatzgründen aber auch darüber hinaus.
Vielen Dank, auch für Deinen Dienst in der Blaulichtfamilie.
Liebe Grüße,
Martin