Hallo zusammen,
erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Heute nehme ich euch, wenn ihr mögt, auf eine Bilderreise in die Welt der Eisenbahn mit. Das war alles ganz anders geplant, aber ich bin wirklich froh, dass es so gekommen ist. Aber, fangen wir vorn an. Resturlaub und Überstunden sorgten in der vergangenen Woche dafür, dass ich plötzlich eine Woche Urlaub hatte, aber noch nichts geplant. Wer mich kennt weiß, dass ich sowas kaum aushalte. Also habe ich mal geschaut, was so geht und bin auf das Flugplatzfest in Zwickau gestoßen. Das klang durchaus vielversprechend und die Wettervorhersage war auch für beide Tage, Samstag und Sonntag, optimal. Also, Hotel gebucht und Freitags nach der Arbeit ab in den Osten des Landes gedüst. Staugeplagte acht Stunden später saß ich in Zwickau im Hotel und aus dem optimalen Wetter war „Regen mit der Aussicht auf mehr Regen“ für den Samstag geworden. Und nu?
Dann eben Eisenbahn
Eine Recherche ergab, dass im nahegelegenen Chemnitz das „Heizhausfest“ stattfinden sollte, ein großes Eisenbahnfest in einem ehemaligen Bahnbetriebswerk. Klang gut, also nix wie hin. Da ist Regen zwar auch nervig, aber es kippt nicht gleich die ganze Veranstaltung.

Dieser Beitrag hier wird sehr viele Bilder enthalten. Seht es mir nach, ich fotografiere zwar ab und an auch gerne mal Lokomotiven oder Züge, meine Expertise auf dem Gebiet hält sich aber in Grenzen. Ich glaube, dass ich eine Dampflokomotive von einer Diesellok unterscheiden kann (wobei es da bei der einen oder anderen Diesellok durchaus Parallelen gibt), aber ob so eine Dampflok jetzt die historisch korrekte Nummer trägt oder warum diese Lok bedeutender ist als jene….sorry, da bin ich zu sehr Laie.

Ich hoffe, euch gefallen die Bilder und wenn ihr Ahnung und Infos habt, fühlt euch frei, wild zu kommentieren. Ein, zwei Infos zum Veranstaltungsort und drei Besonderheiten, die ich verstanden habe. Das Sächsische Eisenbahnmuseum befindet sich auf dem Gelände des früheren Bahnbetriebswerkes Chemnitz-Hilbersdorf. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel der alten Bausubstanz erhalten und besuchbar ist, vor allem die zwei Ringlokschuppen inklusive Drehscheiben sind echte Highlights. Gefeiert wurde zum einen 35 Jahre „Sächsisches Eisenbahnmuseum e.V.“, dann das Jubiläum 100 Jahre Dampflokomotive Baureihe 44…

…und das Jubiläum 60 Jahre „Taigatrommel“, Baureihe V200.

Schon beeindruckend, was dort an Gastlokomotiven und Exponaten zu sehen war. Vom Ablauf her wurden am Vormittag einige besondere Lokomotiven auf einer der Drehscheiben präsentiert und detailliert beschrieben, es gab Führerstandsmitfahrten in einer Dampflok und am Nachmittag noch eine Lokparade, die sogar bei bestem Wetter.

Ich nehme euch jetzt einfach mal ein bisschen mittels Bildern durch den Tag. Wie gesagt, auch in Chemnitz regnete es teilweise heftig.


Ehrlicherweise sorgte das aber auch für durchaus spannende Stimmungen, besonders dann, wenn die Dampflokomotiven über das Gelände rangierten.



Die Nähe, die man zu den Exponaten aufbauen konnte hat mich beeindruckt. Keine, oder nur sehr wenig, Absperrungen und so ein wirklich hautnahes Erlebnis mit legendären Lokomotiven. Das fand ich wirklich genial. An dieser Stelle sei mir vielleicht auch mal ein dickes Lob an die vielen Helferinnen und Helfer vor Ort erlaubt. Mit welcher Engelsgeduld sie auch beim letzten Fotografen verhindert haben, dass ihm eine Dampflok über den Fuß fährt, das war schon à la bonne heure.

Ich habe das ja auch beim fotografieren „in frier Wildbahn“ schon einige Male erlebt, Eisenbahn-Fotografinnen und -fotografen sind, zumindest einige, sagen wir, speziell. Die Art und Weise, wie man sich und andere für das eine gute Foto in Gefahr bringt, ist stellenweise schon atemberaubend. Und auch beim Heizhausfest weiß ich nicht, wie oft der, wirklich sehr gute, Moderator, gesagt hat, man solle sich bitte nicht ans Ende der Drehscheibe stellen, während rangiert wird, da die Lok keine Bremse hat. Und trotzdem gabs immer wieder den einen, verzeiht die Wortwahl, Deppen, der es nicht verstanden hat, oder nicht verstehen wollte.

Seien wir ehrlich, was da so alles geht, geht deshalb, weil noch nie was passiert ist. Ein Zwischenfall und Feste wie dieses sind Geschichte. Nun ja, am Ende des Tages hat es dann auch der Letzte begriffen und es ist, mir ist zumindest nichts anderes bekannt, ja auch in diesem Jahr alles gut gegangen.

Neben vielen tollen Lokomotiven, keine Angst, es folgen gleich noch etliche Bilder und Eindrücke, gab es aber auch leckeres Essen und Getränke zu fairen Preisen und vor allem jede Menge Eisenbahn-Devotionalien. Modelle, Schilder, Klamotten, Fotos, Bilder – die Bandbreite war riesig.




Obwohl es zunehmend voller wurde, konnte man durchweg Bilder machen, Detailaufnahmen gingen sowieso immer. Ich mag das ja sehr, sich diese Maschinen und die dazugehörigen Menschen näher anzugucken und Fragen zu stellen. Es gibt so viel zu entdecken und zu erfahren.






Bevor ich gleich zur, sonnigen, Lokparade komme, habe ich einfach noch ein paar Bilder als Impressionen für Euch, ich hoffe, sie faszinieren Euch so wie mich vor Ort.


















Nach wie vor super moderiert startete dann am Nachmittag die Lokparade. Dazu fuhren die Lokomotiven auf ein extra Gleis und kamen dann, nach und nach, zurück und wurden vorgestellt.

Dabei war die Reihenfolge von neu zu alt und so wurde mit aktuellen Diesellokomotiven gestartet und dann ging es bis hinein ins Dampflokzeitalter. Das war wirklich klasse gemacht.


Optisch sicher kein Highlight, aber von seiner Geschichte her spannend. Ein Schienenbus der Baureihe 670. Es gibt nur noch zwei betriebsfähige, überhaupt wurde nur eine Handvoll gebaut. So richtig hat sich das gute Stück nicht durchgesetzt.

Nun ja, weiter ging es mit Diesellokomotiven.



Ihr seht schon, das Wetter war mittlerweile wirklich gut geworden. Und, ein echter Vorteil, die Strecke liegt nicht im Gegenlicht, man konnte also wirklich gut fotografieren.




Auch die „Taigatrommel“ war mit dabei. Es ist schon etwas anderes, wenn die Fahrzeuge tatsächlich fahren. Klar, auch Exponate im Stand in einem Museum sind eindrucksvoll, wenn es raucht, quiescht, zischt und dampft ist das aber alles nochmal viel immersiver und intensiver. Also, auch an dieser Stelle nochmal DANKE an alle, die solche Tage möglich machen. Vor und hinter den Kulissen.


Highlight für viele Besucherinnen und Besucher waren, natürlich, auch hier die Dampflokomotiven. Ist ja auch echt eindrucksvoll.




Ihr merkt schon, ich bin von der ganzen Aktion ziemlich angetan. Das war ein richtig toller Tag mit vielen Gesprächen, tollen Menschen und beeindruckenden Fahrzeugen.



Ich hoffe, euch hat der Einblick gefallen und es waren nicht zu viele Bilder. Ich muss mal schauen, die Anfahrt war schon ziemlich weit, aber ich habe mir zumindest mal den 27. bis 29. August 2027 in den Kalender geschrieben. Vielen Dank nochmal an alle, die das möglich gemacht haben, mir hat es eine Menge Spaß gemacht und ich habe viele neue Informationen für mich mitgenommen.


Bleibt gesund und munter, wenn ihr Fragen habt, immer her damit, ansonsten wünsche ich Euch eine gute Zeit, seid nett zu Euren Mitmenschen und bis bald.
Euer Martin