Heute also Kunst.
Ihr Lieben, hallo zusammen. Ich hatte zu Beginn des Jahres geschrieben, dass ich diesen Blog gern ein wenig weiten und öffnen würde und Euch so mehr Facetten meines Lebens und meiner Interessen zeigen möchte. Vor einiger Zeit habe ich mein Interesse für Kunst entdeckt.
Kunst liegt im Auge des Betrachtenden, keine Frage, aber mittlerweile ist Kunst für mich eine Art Ausgleich, ein Rückzugsort oder vielleicht so etwas wie eine Möglichkeit des Abschaltens geworden. Vor einigen Jahren hatte ich mit Kunst wenig am Hut, es gab natürlich Dinge, die ich mir gern angeschaut habe, aber mit Sinn und Verstand in ein Kunstmuseum gehen – no way. Heute bin ich im „Freundeskreis des Kunstpalastes“ in Düsseldorf und habe eine Jahreskarte. Und nicht nur das, mit einer guten Freundin betreibe ich den Instagram-Kanal „Art Couple“. Wenn ihr mal schauen wollt, einfach auf das Bild hier klicken…
Mein Kollege Dirk hat sicher einen nicht zu unterschätzenden Anteil an meiner, mittlerweile recht großen, Kunstbegeisterung. Er ist Redakteur für Kultur bei uns und so war ich, dienstlich, regelmäßig in unseren Krefelder Museen und habe nach und nach wirklich Geschmack daran gefunden. Nach wie vor bin ich weit davon entfernt ein „Kunst-Kenner“ zu sein, ein „Kunst-Liebhaber“ bin ich aber vielleicht schon. Wer diesem Blog hier schon länger folgt, kennt ja meine Begeisterung für Streetart, heute nehme ich euch mal mit ins Museum. Dieses Mal in den Kunstpalast in Düsseldorf.
Ganz kurz noch, warum eigentlich der Kunstpalast? Nun, im Jahr 2018 gab es dort die Ausstellung „P.S. Ich liebe Dich“. Es ging aber nicht um die Schriftstellerin Cecilia Ahern, sondern um Autos. In einem Kunstmuseum wurden Autos präsentiert, die durch ihre Formsprache definitiv nicht nur Mittel zum Zweck, sondern eben genau das waren – Kunst.

Damit hatte der Kunstpalast mich. Die Idee, Autos in diesem Umfeld zu zeigen, fand ich genial. Nach der Ausstellung ruhte meine Kunstleidenschaft allerdings noch einige Jahre, bis ich mich vor Kurzem wieder erinnerte und mir die, zu diesem Zeitpunkt gerade neu eröffnete Sammlung angeschaut habe. Zusammen mit dem sehr progressiven und sympathischen Leiter, Felix Krämer, den ich schon persönlich kennenlernen durfte, einer tollen Social Media Arbeit und immer wieder spannenden und überraschenden Ausstellungen überzeugte mich der Kunstpalast derart, dass ich, wie schon gesagt, heute Mitglied des Fördervereins bin.

Eigentlich müsste ich mit der Sammlung anfangen, die Dauerausstellung dort hat tatsächlich für jeden etwas, da bin ich sicher. Sie ist eine Reise durch die Epochen und die großen Räume voller Bilder ziehen einen in den Bann, auch wenn man mit Kunst nix zu tun hat, ehrlich. Vielleicht streife ich bei Gelegenheit nochmal durch und zeige Euch hier einige Werke. Mal sehen.
Heute soll es aber um eine temporäre Ausstellung gehen, aktuell zeigt das Museum „Das fünfte Element – Werke aus der Sammlung Kemp“.
Das fünfte Element
Auf der Webseite des Kunstpalastes findet man folgende Beschreibung zur aktuellen Ausstellung und die Info, warum der Untertitel „Werke aus der Sammlung Kemp“ lautet.
Die Schau vereint künstlerische Positionen, die zwischen Physik und Philosophie, Material und Idee, Natur und Technik oszillieren. Der Düsseldorfer Steuerberater und Kunstsammler Kemp, dessen Sammlung über 3.000 Werke umfasst und 2011 dem Kunstpalast gestiftet wurde, war zeitlebens auf der Suche nach neuen Perspektiven. Seine Faszination für abstrakte Tendenzen in der Kunst, für das Spiel mit Stofflichkeit, Energie und Wahrnehmung prägt diese Präsentation. Die ausgestellten Werke laden dazu ein, über die Grenzen von Materie, Geist und Wahrnehmung nachzudenken. Rund 70 Werke zeigen, wie Künstler*innen das Materielle, Immaterielle und Prozesshafte in der Kunst neu erforschten.
Ich kann oftmals gar nicht so genau sagen, was mir an bestimmten Werken gefällt, irgendwie haben sie aber etwas, was mich anspricht. Zum Beispiel beim Element „Erde“ hängt das Bild „Zufallsobjektivierung“ des Niederländers Herman de Vries.

Irgendwas hat es, irgendwie spricht es mich an.

Im Raum mit dem Thema „Feuer“ zeigt ein Blick auf diese Wand direkt, worum es geht, oder? Die rote Farbe als Eyecatcher? Wieder so etwas, was ich mir gern anschaue und auch einfach mal mit dem Blick verweile.

Genau wie hier, bei dem roten Bild im Vordergrund ist klar, dass es das Element Feuer behandelt, das im Nebenraum Luft.

Ich glaube, man muss sich bei Kunst oftmals ein bisschen drauf einlassen, vielleicht mal nicht immer alles durchdenken, sondern das Ganze auch einfach mal wirken lassen. Dass diese Installation, sie heißt „Kleines Segel“ und ist von Hans Haacke, sich mit dem Thema „Luft“ beschäftig ist auf den ersten Blick klar.

„Garten“ heißt dieses Werk von Günther Uecker. Auf den ersten Blick erschließt es sich mir nicht.

Es geht allerdings um Zen-Gärten, ihr wisst schon, diese Teile, die man meditativ durchharkt. Geht man ganz nah ran, erkennt man Sand und Steine. Überhaupt, faszinierend finde ich in Museen, die Chance, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen, oftmals wirken sie völlig anders, wenn man näher ran, oder weiter weg tritt.

Das Werk „Tropfkugel“, wieder von Hans Haacke beschäftigt sich mit Wasser, es verdunstet, schlägt sich nieder und tropft wieder herab. Im Kleinen also ein Kreislauf, wie wir ihn in der Natur auch erleben.

In der griechischen Philosophie gab es nicht nur die vier bekannten Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, sondern auch etwas, was verbindet, Bewegung herstellt oder für Veränderungen sorgt. Das fünfte Element. Seit einiger Zeit experimentieren Künstlerinnen und Künstler auch mit Stoffen, die es davor so in der Kunst nicht gab, Metalle oder Licht zum Beispiel.
Die Skulptur „Gemini-Atals“ von Heinz Mack ist ein Ergebnis dieser Experimente.

Im Hintergrund erkennt man schon eines meiner Lieblingswerke in der Ausstellung, einen „Luther“. Vielleicht liegt es daran, dass ich auf dem Weg zu meinem Büro im Krefelder Rathaus immer an Luther-Werken vorbeigehe, wir sogar eine große Installation des Künstlers in der Innenstadt haben oder daran, dass er Krefelder war, auf jeden Fall mag ich viele Werke von ihm. Am eindrucksvollsten finde ich die Installationen, die etwas mit Licht oder Perspektive tun. „Optogon“ von Adolf Luther fasziniert mich deshalb auch in dieser Ausstellung sehr.

„Doppelneon“ von Otto Piene. Was soll ich sagen, das Ding sieht irgendwie, ja, spacig aus. Ich kann, wieder mal, nicht so recht sagen, warum ich es cool finde, aber…ich finds cool.


„Ohne Titel (Lichtumhüllung)“ steht auf der Begleittafel zum nächsten Werk. Auch hier merke ich wieder, Licht ist ein starkes Element für Kunst. Doug Wheeler schafft es hier, dass der Raum irgendwie mit dem Licht verschmilzt. Mag ich.

Im letzten Raum der Schau, dem „Kraftlabor“, hat man als Besucherin oder Besucher selbst die Möglichkeit, Licht zu brechen, mit Prismen Kunst zu erzeugen oder mit Brenngläsern zu spielen.

Das soll es mit dem kleinen Kunst-Exkurs auch schon wieder gewesen sein. Wie sieht es bei Euch mit dem Thema Kunst aus? Könnt ihr Museumsbesuche genießen oder ist das alles kruder Kram? Als jemand, der auch erst spät dazu gekommen ist, habe ich einen Tipp, vielleicht sogar eine Bitte. Probiert es mal aus. In die, wirklich wunderbare, Sammlung des Kunstpalastes kommt ihr an jedem ersten Donnerstag des Monats von 18 bis 21 Uhr sogar kostenfrei rein. Ansonsten verlinke ich Euch hier mal die Webseite des Kunstpalastes, da gibt es alle Infos und Öffnungszeiten.
Webseite Kunstpalast Düsseldorf
Bleibt aufmerksam und habt eine gute Zeit,
Euer Martin

Danke für deine Sicht auf die Exponate. Ich habe deinen Beitrag mit Freude und Interesse gelesen.
Wie ist mein Verhältnis zu Kunst? Ich gehe gerne in Ausstellungen, ich schlendere gerne durch Museen. Wie du würde ich mich als Liebhaberin, nicht als Kennerin von Kunst bezeichnen. Das reicht mir auch. Ich mag es, wenn Farben, Formen, Bilder mich emotional ansprechen, Impulse auslösen, mich zum Denken oder Träumen bringen…
Danke für deinen Beitrag. Und ich freue mich auch immer über eure Artcouple-Beiträge auf Instagram.
Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ja, mir geht es mit den Impulsen und dem was Du schreibst auch so. Es gibt aber auch immer wieder Kunst, da stehe ich davor und habe Fragen 😉 .
LG Martin