Bloggerschnack im Februar 2026: Blog vs. Social Media

Hallo zusammen,

ich hatte ja am Anfang des Jahres geschrieben, ich habe Lust, auf diesem Blog in Zukunft öfter mal etwas Neues auszuprobieren und von der reinen Fahrrad-Thematik ein wenig wegzukommen. Schon seit einer Weile bin ich im Forum „Bloghexe“ angemeldet, eine Austauschplattform für Menschen, die gern bloggen. Auffällig dort sind nicht nur die vielen hilfreichen Tipps, sondern auch der sehr wertschätzende Umgangston. Das kennt man im Netz ja durchaus auch anders.

Es gibt das Format „Bloggerschnack“, bei dem etliche Bloggende zu einem Thema etwas schreiben. Das Februar-Thema passt irgendwie wie „Faust-auf-Auge“, deshalb mache ich einfach mal mit.

Bloggerschnack im Februar 2026: Blog vs. Social Media

Ich möchte euch ein wenig über meine Social Media Vergangenheit erzählen. Ich hatte schon mal einen Blog, lange vor Facebook, Instagram und Co. Damals war ich gerade mit meiner Ausbildung fertig und habe in einer Bibliothek gearbeitet. Täglich bin ich mit der Bahn gependelt und ständig gab es auf diesen Fahrten etwas zu erleben. Kaputte Lokomotiven, spannende Menschen und vieles mehr. Also, habe ich darüber gebloggt. Die Resonanz war ganz OK, ich hab das aber auch ehrlicherweise eher für mich selbst gemacht. Irgendwann ist das Ganze dann eingeschlafen, mir fehlte die Zeit und vor allem die Motivation nach langen Arbeitstagen noch zu bloggen.

Dann kam ein erster dienstlicher Blog. In Bibliotheken gibt es den „Sommerleseclub“, damals war das was ganz Neues. Kinder und Jugendliche, die in den Sommerferien zu Hause blieben, konnten diesem „Club“ beitreten und Bücher lesen. Der Inhalt wurde dann von Kolleginnen und Kollegen in den Bibliotheken „abgefragt“ und bei drei gelesenen Büchern bekamen die Kiddies ein Ticket für eine Abschlussparty in der Bibliothek. Extra für die Kinder gab es einen speziellen Buchbestand, den nur die „Clubmitglieder“ ausleihen konnten. Wir hatten die Idee, dass die „Abfrage“ ja auch online passieren könnte und haben einen Blog angelegt, in dem wir alle Bücher aufgelistet hatten und die Kinder kommentieren konnten. Sorry, für die Qualität des Beispielbildes, ist von 2008 und aufgebläht 😉 .

Na ja, am Ende des Tages kamen wir mit dieser Innovation, ja, das war es damals, zwar in die Zeitung und ins Lokalradio, die Resonanz der Kiddies war allerdings, sagen wir, überschaubar.

Ich hatte aber Blut geleckt und fand die Idee, klassische Bibliotheksarbeit auf neue Beine zu stellen und den Menschen so erklären zu können, dass es in einer modernen Bibliothek nicht mehr nur ums Buch geht, genial. To make a long story short, ich habe irgendwann die Bibliothek gewechselt und in der Mediothek Krefeld angefangen, Social Media als Beruf zu machen. Neben den anderen bibliotheksspezifischen Arbeiten, natürlich.

Und so haben wir losgelegt, es gab eine Fanseite der Bibliothek, jede Menge wilde Aktionen um die Community zu aktivieren und die Grenze zwischen beruflichem und privatem Engagement war eigentlich nie eine. In einer Bibliothek zu arbeiten ist von jeher eigentlich, wenn man es richtig machen möchte, eher Berufung als Beruf. Insofern passte das schon und Social Media war meine Welt.

Da war die Welt noch in Ordnung

Na ja, wahrscheinlich war sie es damals auch nicht, aber Social Media fühlte sich besser an. Und so habe ich nach und nach Netzwerke rund um die Bibliothek etabliert. Twitter, Facebook, Youtube, Strava, players.me, Twitch, Diaspora und zudem noch einen Blog, auf dem viele Kolleginnen und Kollegen aus der Bibliothek gebloggt haben. Nach wie vor glaube ich, dass es ein solches Engagement in einer Bibliothek braucht, heute vielleicht mehr denn je.

Schon damals fühlte es sich so an, dass die Blogbeiträge wertiger waren, langfristiger. Der schnelle Social Media Post ist in zwei Wochen veregssen, ein langer Blogartikel ist, nun ja, haltbarer. Er ist wieder auffindbar und so habe ich tatsächlich Spaß an beidem gefunden. Soziale Netzwerke und den Blog.

Wir hatten als Bibliothek damit soviel Erfolg, dass ich auf Vorträge gehen durfte und Fachartikel publiziert habe. Verrückt. Damals herrschte Aufbruchstimmung und die vielen modernen Bibliotheksthemen Social Media, Gaming, Dritter Ort, Open Source und vieles mehr ergänzten sich perfekt. Es waren goldene Jahre und, obwohl es viel und auch anstrengend war, habe ich die Arbeit und das ausprobieren geliebt.

Es wird dunkler am Horizont

Ich fühle mich den Bibliotheken nach wie vor verbunden, arbeite aber nicht mehr in ihnen. Als Social Media Redakteur einer Kommune mit gut 250.000 Einwohnenden hat sich mein Fokus verändert. Social Media hat seine Unschuld verloren, täglich arbeite ich mich an Hass, Hetze, Desinformation und Fake News ab. Psychohygiene ist wichtiger denn je, für mich sind es lange Radtouren oder das Hobby „Flugzeuge fotografieren“. Etwas draußen, an der Luft, in der echten Welt, umgeben von echten Menschen. Das hilft.

Der Job bedingt aber auch, dass ich kein „Digital Detox“ machen kann, ich kann mich nicht aus Facebook zurückziehen, im Gegenteil, ich tauche mit mehreren Accounts tiefer ein als je zuvor. Der Beruf ist wichtig, heute mehr denn je, aber es ist auch anstrengend. Und doch bin ich privat auch noch in den Netzen unterwegs. Zum einen ist da die Verbindung zu den Menschen, mit denen ich Hobbies teile. Ich habe viele tolle Kontakte über Instagram kennengelernt. Mein Hobby, Fotografie, ist aber natürlich auch bildlastig.

Facebook nutze ich privat tatsächlich nur noch sporadisch und meist teile ich da lediglich einen Link zu neuen Blogbeiträgen. Von dort kommen allerdings nach wie vor viele meiner Leserinnen und Leser. Seit einiger Zeit bin ich auch bei Mastodon unterwegs, auch diese Plattform ist nicht der Heilige Gral und leider auch nicht frei von Hass, Deppen und Spinnern, aber es sind, gefühlt, weniger. Dort habe ich mir ein Portfolio an Accounts denen ich folge angelegt und bin so eigentlich ganz zufrieden. Auch hier verlinke ich meine Blogbeiträge, daraus resultieren durchaus immer mal wieder ganz gute Gespräche. Bei Threads ist es ähnlich.

Das Thema ist ja Social Media vs Blog. Bei mir ist es eher eine Ergänzung, ein +1 Fallback-Gedanke. Aktuell poste ich viele Bilder bei Insta, ich weiß aber nicht, wie es mit Meta weitergeht, deshalb habe ich das bloggen intensiviert. Waren es bis zum letzten Jahr meistens reine Radtour-Beiträge, habe ich jetzt viel öfter das Bedürfnis auch andere Themen zu bloggen. Die Resonanz darauf ist ganz gut, ich erhalte mehr Traffic und aus den Beiträgen entwickeln sich Gespräche via Mail. Gleichzeitig kann ich so Bekannten, Verwandten und Freunden einfach einen Link schicken und sie an meinem Leben teilhaben lassen, zudem entwickelt sich das hier zu einer Chronik für mich.

Mir macht das bloggen wieder richtig Spaß, ich recherchiere mehr, fasse mich nicht mehr so kurz, wie ich es bei Social Media tue. Ich möchte, aktuell, aber die „großen“ SoMes noch nicht missen, auch privat nicht. Mal schauen, wie es sich entwickelt.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich das Forum gefunden habe, der Austausch dort gefällt mir gut. Wenn ihr mal schauen wollt, HIER geht es lang.

Ansonsten schaut doch mal bei den anderen Bloggerinnen und Bloggern, was sie zum Februar-Bloggerschnack geschrieben haben. Finde ich ganz spannend.

Ach ja, den Blog der Mediothek gibt es noch, leider wird er nicht mehr betrieben, aber anschauen könnt ihr ihn euch noch.

Mediothek Krefeld Blog

Und wenn ihr meine Social Medias finden wollte, dann geht das hier:

Facebook: https://www.facebook.com/martin.kramer1/

Instagram: https://www.instagram.com/trickymartin/

Mastodon: https://krefeld.life/@martin_kramer

Threads: https://www.threads.com/@trickymartin

Bluesky: https://bsky.app/profile/martinkramer.bsky.social

Flickr: https://www.flickr.com/photos/trickymartin/

Liebe Grüße und bis zum nächsten Beitrag.
Euer Martin

7 comments

  1. Hallo Martin,
    danke für den Link zu den Bloghexen. Habe ihn mir notiert, falls ich mal wieder online gehe. Social Media ist kein Thema mehr für mich, bis auf einen alten Flickr-Account. Nachdem ich bei Dir etwas geschaut habe (gefällt mir sehr) vielleicht sollte ich doch mal wieder?
    Viele Grüße Brigitte

    1. Mir hilft das auch, gesehenes zu verarbeiten. Das meine ich jetzt gar nicht negativ, man erlebt so viel, die Zeit in der wir leben ist oft so hektisch, da kann es helfen, einfach durch einen Blogbeitrag nochmal ein wenig zu reflektieren.

  2. Ach, danke für den Nostalgieflash! Ich habe auch 2006 mit dem Bloggen angefangen und die Ästhetik damals war schon speziell 🙂 Insgesamt auch danke für diesen faszinierenden Einblick in deine Blog- und Social-Media-Geschichte. Das alles hat sich über die Jahre schon bemerkenswert entwickel, leider nicht alles zum Schöneren. Da wünsche ich dir für deine beruflichen Meta-Accounts ein dickes Fell und beim Wiederauflebenlassen ders ausführlichen Bloggens viel Spaß!

  3. Kein Facebook, kein Threads, kein X. Ich teile alles auf Bluesky und Mastodon (macht Jetpack automatisch), außerdem gelegentlich auf Instagram und LinkedIn. Und natürlich im WhatsApp und Signal Status.

  4. Privat nutze ich Social Media auch kaum noch. Meist liggd ich mich nur einmal pro Woche ein, um neue Blogartikel zu teilen. Es stimmt leider, dass sich soziale Medien negativ entwickelt haben.

Kommentar verfassen