Aprilwetter, Natur und der Rhein – Von Düsseldorf nach Köln

Hallo zusammen,

und wieder habe ich auf dem Rad gesessen und Eindrücke gesammelt. Wenn ihr mögt, nehme ich euch wieder virtuell mit auf Tour. Wie immer, unbezahlt und unbeauftragt. Ein Blick auf die Karte der bisherigen Touren im April zeigt, was ansteht 😉

Ihr wisst ja, wenn es geht, versuche ich immer innerhalb eines Monats die Touren miteinander zu verbinden. Das bedeutet, ich musste entweder nach Frimmersdorf oder nach Köln radeln. Ich hab mich für letzteres entschieden und bin vom Flughafen Düsseldorf aus nach Köln geradelt. Ein schneller Blick auf den Rollweg, ein Airbus von Turkish Airlines machte sich gerade auf den Weg in die Türkei.

Ich bin dann einmal um das östliche Ende des Flughafens herum gefahren. Auf der Kalkumer Schlossallee befindet sich ein Erinnerungszeichen für ein KZ-Außenlager. Im hektischen Alltag fährt man, zumal mit dem Auto, oft einfach dran vorbei, dabei ist die Mahnung und die Erinnerung heute vielleicht wichtiger denn je. Schaut mal HIER, da gibt es einige Infos dazu.

Auf der Nordseite des Flughafens bin ich dann weiter gefahren, direkt am Zaun geht das aktuell leider nicht, dort blockiert eine Baustelle den Spazier- und Radweg. Auf Höhe der Edmunds-Bertram Straße kann man aber wieder direkt ran fahren. Der Weg am Zaun entlang ist nämlich ganz schön. Mal sehen wann man dort wieder bis zum ende durchradeln kann.

Obwohl im Gegenlicht startend konnte ich es mir nicht verkneifen die Boeing 767 der Privilege Style zu fotografieren. Die kleine, aber feine, spanische Airline hat eine überschaubare Flotten von vier Flugzeugen und bietet diese im sogenannten Wetlease Verfahren an. Das bedeutet, wenn eine Airline einen Engpass hat, zum Beispiel weil eigene Flugzeuge in der Wartung sind, dann kann man bei Privilege ein Komplettpakt buchen. Also Flugzeug inklusive Crew. Und so sieht man die Jets immer mal wieder auf verschiedensten Flughäfen auftauchen.

Vor einigen Wochen habe ich in einem Flugzeugforum mal ein unscharfes Foto eines interessanten Flugzeuges aus Düsseldorf gesehen. Es war quer über den Platz fotografiert und mit der Frage versehen, um welchen Typ es sich denn handeln würde. Durch meine Radtour bin ich jetzt direkt an der neuen Brandsimulationsanlage der Flughafenfeuerwehr vorbei geradelt. Das Ganze ist also nur ein „Fake-Flieger“ an dem die Feuerwehr üben kann.

Vom Flughafen aus ging es kurz runter an den Rhein bei Kaiserwerth, ein Blick auf die Fähre „Michaela 2“, welche auf der anderen Rheinseite vertäut lag. Sie fährt aktuell im Winterfahrplan, die gestiegenen Energiekosten und aktuell recht wenig Fahrgäste machen das nötig. Mal sehen ob sich das jetzt ändert, wenn es länger hell und warm ist.

Beim Blick über den Rhein fällt zum einen die Kirche Sankt Martin ins Auge, das Hasu davor mit dieser Glasfront hat aber durchaus auch was, finde ich. Da zu wohnen und auf den Rhein blicken zu können, schon ne tolle Vorstellung.

Nun ja, für mich ging es via Lohausen und Stockum weiter. In Lohausen habe ich auch einen der Düsseldorfer Radschläger vor die Linse bekommen. Es ranken sich einige Geschichten darum, warum der Radschläger oder das Rad schlagen in Düsseldorf Tradition ist, eine davon ist ist die Tatsache, dass sie die Einwohnerinnen und Einwohner so gefreut haben, allen voran die Kiddies, dass die Stadt die Stadtrechte bekommen hat, dass sie vor Freude Rad schlagend unterwegs waren. Wie auch immer, das Motiv findet sich an vielen Stellen in Düsseldorf, inklusive diesen lebensgroßen Figuren. Achtet mal drauf, wenn ihr in Düsseldorf unterwegs seid. Dieser hier steht vor einer Kita.

Auf dem Weg in Richtung Düsseldorf bin ich auch an der Baustelle für die Brücke der neuen Stadtbahnlinie U81 vorbeigekommen. So langsam aber sicher wird das ganze da zum gordischen Knoten ;). A44, B8, Stadtbahn U76, Autobahnabfahrten und dann bald die U81 obendrüber…was ein Kuddelmuddel 😉

Durch den Nordpark ging es weiter, ein wirklich schöner Ort in Düsseldorf. Viele Pflanzen, viel Grün, einfach schön.

Das Wetter war, zumindest zu diesem Zeitpunkt, auch noch wirklich schön. Blauer Himmel, ein paar Wölkchen. Herrlich. Dazu die Farben der Natur im Nordpark. Einfach schön.

Am Rhein entlang, parallel zur Rotterdamer Straße, bin ich dann in Richtung Rheinturm weiter gefahren. Vorbei am Rheinpark und an vielen Menschen, die die Sonne genossen haben. Viele kamen mir bei ihrer Laufrunde entgegen oder führten ihre Hunde aus.

Vor der Rheinpromenade in Düsseldorf fuhr mir das Binnenschiff „Schloss Neuschwanstein“ vor die Linse. Das 1997 gebaute Schiff ist eines von 19 Binnenschiffen der Reederei Gefo, welche sich auf den Gastransport spezialisiert hat. Die anderen 18 Schiffe tragen ebenfalls Namen von bekannten Schlössern.

Am Rheinturm vorbei ging es in Richtung Stadttor Düsseldorf.

Das „Stadttor“ ist ein, architektonisch interessantes Bürogebäude in Düsseldorf, bis 2017 befand sich auch die Staatskanzlei dort. Auf jeden Fall ein echter Hingucker.

Und dann radelt man durch Düsseldorf, an der südlichen Düssel entlang und plötzlich fühlt es sich ein ganz kleines bisschen an wie Amsterdam.

Sogar die Anzahl der Fahrräder am Straßenrand steigt rapide an. Wie gesagt, ein bisschen ist es wie in Amsterdam. 😉

Vorbei am LernOrt Studio Düsseldorf ging es weiter. Das große Streetart an der Fassade lässt einen anhalten und entdecken. Die Stadt Düsseldorf schreibt auf ihrer Website zum LernOrt Studio folgendes:

Lernort Studio
der etwas andere Lernort für Kreativität ist ein schulformübergreifendes, künstlerisches Bildungsangebot für Düsseldorfer Jugendliche bzw. Schülerinnen und Schüler, die eine Düsseldorfer Schule besuchen. Er ist eine in der nordrhein-westfälischen Bildungslandschaft einmalige Einrichtung kreativer Bildung der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Landes NRW. Hier unterrichten professionelle Künstlerinnen und Künstler in gut ausgestatteten Ateliers und Werkstätten in ihren jeweiligen Kunstsparten. […]

Auf dem Weg aus der Stadt hinaus, parallel zur Münchener Straße, fing es an zu nieseln und es zog sich immer mehr zu. Neben den dicken Wolken drang aber auch die Sonne immer wieder durch, feinstes Aprilwetter halt 😉

Auf einem schmalen Brückengeländer habe ich diese Frage gefunden. Richtig philosophisch. Und unbeantwortet…

Wenige Meter später wurde es dann ein wenig fies, dicker Hagel fiel vom Himmel und weit und breit gab es nix zum unterstellen. Erst kurz hinter dem Friedhof Itter habe ich eine Fußgängerbrücke gefunden. Das war zwar auch nicht so richtig ideal, aber zumindest war ich vor den dicksten Körnern etwas geschützt 😉 .

Wenig später schien dann wieder die Sonne, verrücktes Wetter. Meine Tour unterquerte dann die Münchener Straße, an den Pfeilern der Brücke fanden sich tolle Motive, zum Beispiel dieser Käfer hier. Die Farben waren richtig intensiv. Echt toll.

Kurz vor dem Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe erwischte es mich dann erneut, der nächste Hagelschauer ging nieder, oder war es der gleiche und ich bin einmal kurz raus und dann wieder rein gefahren? Möglich 😉 .

Mein Ziel war die Rheinfähre „Niederrhein“ die zwischen Urdenbach und Zons pendelt. Das Schiff ist Baujahr 1970 und sollte mich sicher auf die andere Rheinseite bringen. Am Anleger angekommen, zog das schlechte Wetter langsam ab. Ich war gespannt, wie lange es wohl trocken bleiben würde.

Die Fähre kam heran und brachte mir für kleines Geld hinüber. Das man von dem kleinen Geld einmal in der Woche auch noch etwas spendet und das trotz gestiegener Energiekosten finde ich aller Ehren wert. Chapeau.

In Zons angekommen nieselte es noch ein wenig, offenbar war die große Wolke noch nicht so ganz weg, aber es wurde zusehends heller. In die Altstadt bin ich durch das Rheintor mit dem Zollturm gefahren.

Auf der anderen Seite der Bebauung findet sich eine Turmwindmühle. Zons ist schon wirklich ein schönes Städtchen, echt pitoresk.

Und man sieht schon, blauer Himmel. Bis nach Köln war es jetzt nicht mehr so weit, ich bin also in Richtung Süden weitergefahren. Schafe, Pferde, ab und an sogar Alpakas, man ist ja so einiges gewohnt wenn man hier in der Region radelt. Aber Trampeltiere? Nun ja, es wird zumindest nicht langweilig.

Auf Höhe des Chemparks in Dormagen sind einige Anlegestellen für Tankschiffe. Dort lag einer der Ineos Butantanker. Seit einiger Zeit bekommt man auf dem Rhein immer wieder den einen oder anderen dieser Tanker zu Gesicht. Sie sind mit ihrem markanten Design und der Größe auch sehr auffällig. Mir gefällt die Abwechslung zu den, in der Regel sehr zweckmäßig lackierten, Binnenschiffen sehr gut. Das hier ist die „Onion“.

Ein Stück weiter, bei der Fahrt durch Worringen, gelang bei einem Blick zurück dieses Foto. Typische Chemiekulisse hier am Rhein. Wenn man auf der A57 mit dem Auto nach Köln fährt kommt man auf der anderen Seite des Chemparks vorbei, charakteristisch ist der mit EC beschriftete Schornstein aber von beiden Seiten.

Einen Katzensprung weiter liegt der Fühlinger See, Naherholungsgebiet und gelegentlich auch Gelände für Konzerte und Parties. Als ich dort ankam war es ruhig und friedlich.

Allerdings fing es wenige Minuten nach dem Foto wieder an zu regnen und zu hageln. Allerdings nur kurz und so waren die letzten Kilometer bis zum Hauptbahnhof nach Köln dann auch recht erträglich zu fahren.

Ganz cool fand ich einen bemalten Baumstamm, welcher an eine ehemalige Versuchseisenbahn in der Fühlinger Heide erinnert. Der Künstler Wolfgang Schieffer hat dieses Werk geschaffen.

Am Neven DuMont Haus vorbei, dem Verlagshaus vom Kölner Stadt Anzeiger und dem Express, ging es dann in die City und zum Bahnhof.

Etwa 65 Kilometer lang war die Tour, drei Mal bin ich richtig nass geworden, dreimal auch wieder getrocknet. Alles in allem eine schöne Fahrt und der Lückenschluss in meiner April-Karte 😉 . Ich habe noch einen Relive Clip für euch und wie immer gilt natürlich, wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Erneut hat Relive Probleme mit dem Fotoupload, also….nur die Strecke, aber immerhin 😉

Bleibt gesund und munter, achtet auf euch und eure Mitmenschen und habt eine gute Zeit. Ich wünsche euch jetzt erstmal schöne Ostertage.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

4 comments

  1. Wieder ein ganz toller Einblick und schöne Fotos. Freue mich schon, die nächste und weitere Touren zu verfolgen. Weiter so!

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