Zwei Schlösser, Bahntrassen und viel Natur – Fahrt zu den Krickenbecker Seen

Hallo zusammen,

wenn ihr mögt nehme ich Euch heute mit auf meine zweite Radtour des Jahres. Die letzte Tour führte mich grob in Richtung Osten zum Flughafen Düsseldorf, dieses Mal sollte es in den Westen gehen. Einfach losradeln geht, und ab und an mache ich das auch mal ganz gern, aber wenn man sich ein Ziel aussucht, macht es, in der Regel, mehr Spaß. Bei dieser, wie immer unbeauftragten und unbezahlten, Tour sollte es an die Krickenbecker Seen gehen.

Als ich Samstag Morgens in Krefeld aufgebrochen bin war es erstaunlich frisch. Über Nacht hatte es merklich abgekühlt und es fühlte sich fast ein bisschen so an, wie es sich Anfang Januar an einem frühen Morgen anfühlen sollte ;). Ich bin als erstes die Forstwaldstraße hoch gefahren und dort auf die Bahnlinie zwischen Krefeld und Mönchengladbach getroffen.

An ihr entlang führte mich meine Route dann auch in den Forstwald. Unterwegs kam ich auch an der alten Dampfwalze vorbei. Sie steht dort schon ewig und dient den Kinder der Umgebung als Klettergerüst.

Von dort aus bin ich dann in Richtung Sankt Tönis geradelt und habe mich dort auf die Bahntrasse in Richtung Süchteln gesetzt. Das ist die ehemalige Schluff-Trasse, wirklich schön zu radeln, auch wenn der Belag an der einen oder anderen Stelle auch schon mal bessere Zeiten gesehen zu haben scheint.

1193 wurde das Wasserschloss Haus Neersdonk das erste Mal erwähnt, das zumindest sagt die Website des Gebäudes, welches man heute als attraktive Hochzeitskulisse mieten kann. Wer mag, kann mal HIER schauen. Auf jeden Fall ist es ein wirklich schönes Gebäude inmitten der Felder und Wiesen rund um Sankt Tönis.

Während ich dort Fotos gemacht habe, wurde ich, durchaus kritisch, beäugt… 😉

Nach dem kurzen Schlenk ging es zurück auf die Bahntrasse und somit wieder schnurgerade aus in Richtung Süchteln weiter. Vorbei an typischer Niederrhein-Landschaft.

Nach einer Weile bin ich dann scharf nach Norden abgebogen, in Richtung Grefrath. Vorbei an Entwässerungsgräben und vielen Feldern und Wiesen.

Unterwegs habe ich dieses, wohl nicht so ganz offizielle, Schild entdeckt. Es steht an einem Hof, welcher auf Google Maps als „Ein Platz für alte Felle e.V.“ geführt wird, also offenbar sowas wie ein Gnadenhof oder so. Ein paar Schafe waren auf jeden Fall unterwegs. Die Katzen, vor denen hier gewarnt wird, habe ich aber nicht zu Gesicht bekommen. 😉

Von dort aus sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Grefrath. Normalerweise mache ich dort ja immer einen kurzen Stopp am Flugplatz, dort war aber mal so gar nix los, also ging es durch den Ortskern und weiter in Richtung Hinsbeck. Dabei bin ich bei einem Autohändler vorbeigekommen. Zum einen sind die Garagentore dort ganz nett bemalt, zum anderen steht dort eine Zeitmaschine.

Wenn ich das richtig gesehen habe, ist dieser Corsa ein Geocache. Auf jeden Fall hat er die eine oder andere Anlehnung an den De Lorean aus der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“.

Nach der Schluff-Trasse ging es dann von Grefrath aus auf den nächsten Bahnradweg. Die ehemalige Bahnstrecke von Krefeld nach Kaldenkirchen ist zu einem tollen Radweg ausgebaut worden, die leichte, aber stetige, Steigung über den „Hinsbecker Berg“ ist somit auch ganz gut zu erklimmen 😉 Einige alte Signale oder ein paar Meter Gleiskörper erinnern an die frühere Nutzung.

Der Weg führt an den Krickenbecker Seen vorbei, tolle Ein- und Ausblicke garantiert. Die ganze Region ist wirklich schön und lädt zum radeln ein. Ich bin zwar großer Industriekultur-Fan, kann aber dieser Kulturlandschaft durchaus ne Menge abgewinnen.

Kurz vor Kaldenkirchen habe ich den Bahnradweg verlassen um an einer aktiven Bahnstrecke ein paar Bilder zu machen. Die Strecke führt vom Ruhrgebiet über Viersen in die Niederlande. Sie ist an dieser Stelle nur mit einem Gleis ausgestattet und ermöglicht so ganz gute Fotomöglichkeiten in beide Richtungen. In den guten 10 Minuten meiner Pause rauschten zwei lange Container-Züge an mir vorbei.

Zwischen den Zügen habe ich mir den Einmann-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg angeschaut, welcher direkt neben dem Bahnübergang steht. HIER gibt es einen ganz interessanten Artikel aus der Westdeutschen Zeitung zum Bunker in Kaldenkrichen.

Unterwegs nach Rotterdam rauschte dann der zweite Zug innerhalb meiner Pause vorbei.

Vom Bahnfotopunkt ging es dann, parallel zur deutsch/niederländischen Grenze in Richtung Leuth. Vorbei an der Zufahrt zum ehemaligen Fliegerhorst Venlo führte mich meine Tour dann in Richtung Schloss Krickenbeck und weiter zum Taubenberg.

Auf dem Taubenberg steht der Hinsbecker Aussichtsturm. Aus knapp 30 Metern Höhe hat man einen wundervollen Rundumblick über die Krickenbecker-Seen und das Maastal.

Dazu muss man allerdings über ein Fachwerkholzgerüst hinaufklettern. Ist sicher nichts für jeden, der Ausblick entschädigt allerdings, finde ich.

Unter anderem erhält man so auch einen Blick auf das Schloss Krickenbeck, welches als Event- und Tagungsort genutzt werden kann, das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Auf jeden Fall ein tolles Bauwerk inmitten des Naturschutzgebietes.

Nach dem Abstieg von Turm und dem Aufstieg aufs Rad ging es über Hinsbeck hinauf zur Stammenmühle. Bei meiner letzten Tour war sie noch flügellos und im Netz wurde zu Spenden aufgerufen. Offenbar hat das geklappt, die Mühle trägt wieder Flügel. Sieht toll aus.

Zurück nach Grefrath ging es bergab. Auf all meinen Touren in dieser Ecke ist der „Abschwung“ von dort oben runter nach Grefrath immer wieder ein Genuss. Man rollt knappe 3 Kilometer bergab. Herrlich ;). „Unten“ angekommen habe ich mich dann, ihr ahnt es vielleicht, erneut auf den Bahnradweg gesetzt, dieses Mal in Richtung Kempen.

Kurz vor Kempen bin ich dann in Richtung Nordosten abgebogen und an der kleinen Kapelle Sankt Peter vorbei in Richtung Krefeld gefahren. Das kleine Gotteshaus ist ein wirklich Kleinod, vor einiger Zeit habe ich mir dort mal eine Messe angesehen, ein wirklich schönes Erlebnis.

Wer meine Beiträge hier in den letzten Monaten kennt weiß, ein kurzer Stopp bei den Poitou-Eseln, wenn sie auf ihrer Weide stehen, muss sein. Diese seltene Zotteleselrasse ist einfach irgendwie echt knuffig.

Und wenige Kilometer später endete meine zweite Radtour des Jahres dann auch wieder. Eine schöne Runde war es, frisch, aber herrlich.

Ich habe noch einen Relive-Clip für Euch und hoffe, wie immer, die kleine Tour, und vor allem der Bericht darüber, hat Euch gefallen. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Bliebt gesund und munter, achtet auf Euch und Eure Mitmenschen und habt eine gute Zeit.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8 comments

    1. Hi, richtig, Touren die bei mir vor der Haustür anfangen und/oder enden gibt es nicht frei im Netz. #ausGründen

      Aber wenn du bei Komoot bist und anhand meiner Tour jetzt viele Punkte kennst, kannst du ja selbst ne Tour planen, ich finde ja I er, das ist ein Teil des Spaßes 😁

      BG Martin

  1. Hi Martin, deine Runde klingt interessant und ist schön beschrieben👍 Die würde ich gerne mal Nachfahren und habe dir dafür eine Anfrage bei Strava geschickt.

    1. Hi, gebe ich frei, es gibt aber ne Privatsphäre Einstellung rund um meine Heimatadresse. Ansonsten kann man aber anhand der Punkte die ich angegeben habe auch ganz gut eine eigene Tour planen. 👍

      BG Martin

  2. Von uns sind das nur 45 Minuten mit dem Auto (A61). Das Schloss Krickenbeck gefällt mir sehr gut, ein wunderbares Fotomotiv. Die Tour habe ich mir für später mal dick notiert. Danke für diesen Tipp und die wunderschönen Fotos.

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