Von Koblenz nach Remagen – Nebel, Eisenbahnen und herrliche Landschaft

Hallo zusammen,

es geht wieder auf Tour und wenn ihr mögt, nehme ich Euch mit ;). Beim Aufholen mit meinen Berichten bin ich jetzt immerhin im Oktober angekommen. Nach meinen Urlaubstouren im hohen Norden (findet ihr HIER) ging es für mich dieses Mal an einem Samstag an den Rhein und in die Eifel. Unbezahlt und unbeauftragt erzähle ich euch von meiner Tour von Koblenz nach Remagen. Fing allerdings nicht so optimal an. Eigentlich halte ich mich für einigermaßen geographiesicher….bis ich ganz stolz ein Tages-NRW Ticket für meine Bahnfahrt nach Koblenz und die Rückfahrt von Remagen gekauft habe….personalisiert. Nun ja, knappe 30 Euro Lehrgeld für die Erkenntnis….beide Städte liegen in Rheinland-Pfalz ;).

Egal, die Fahrt klappte reibungslos und die Wettervorhersage versprach einen sonnigen Tag. Als ich ankam sah man davon allerdings wenig, es war nämlich sehr nebelig in Koblenz am frühen Morgen. Am Kurfürstlichen Schloss ging es noch so einigermaßen mit der Sichtweite.

Am deutschen Eck war davon nicht mehr viel übrig. Hier mündet die Mosel in den Rhein und durch die hohe Feuchtigkeit war der Nebel hier noch ein gutes Stück dichter.

Die dunklen Striche oben im nächsten Bild sind die Tragseile der Rheinseilbahn, sie führt seit 2011 hinauf zur Festung Ehrenbreitstein. Nun, müsst ihr mir glauben, sehen konnte man nix davon 😉 .

Na ja, ich bin dann ein kurzes Stück an der Mosel entlang gefahren und habe sie dann über die Balduinbrücke überquert. Ihr ahnt es, im Nebel.

Ihr wisst ja, ich stehe sehr auf gute Streetart. Direkt hinter der Brücke steht das Haus des Frauennotrufs mit einem starken Gemälde an der Fassade. Der Künstler Hendrik Beikirch hat hier 2018 diese Bild angefertigt.

Weiter durch graue Suppe führte mich mein Weg dann runter an den Rhein und bei Kesselheim dann auf einen Radweg direkt am Fluss entlang. Schön zu radeln, was die Aussicht angeht…nun ja, Nebel halt ;).

Natürlich hatte ich keine Regenklamotten mit, es sollte ja sonnig und trocken sein, so war es dann spannend zu sehen, wie sich der Nebel und die Feuchtigkeit überall niederschlug, sowohl auf der Brille, als auch auf der Hose zum Beispiel.

Bei einigen meiner Touren habe ich bereits Aalschokker entdeckt, oftmals liegen diese alten Fischerboote als Denkmäler direkt am Rhein oder, wie in Düsseldorf, in extra Becken. Auch auf dieser Tour kam ich an einem Schokker vorbei, dieses Mal die „St. Georg“ die seit 1987 in Urmitz direkt am Radweg liegt.

Ein Stückchen weiter war die Feuerwehr damit beschäftigt Wasser aus dem Rhein zu pumpen, wahrscheinlich eine Übung. Mittlerweile traf ich auch den einen oder anderen joggenden oder radelnden Menschen.

Deutlich häufiger traf ich allerdings auf Möwen, die Ecke hier scheint ein echter Szenetreff zu sein 😉

Nicht nur Möwen auf der Stange, auch Männer auf Bänken gab es zu entdecken 😉 Mussten allerdings angekettet werden, man weiß ja nie.

So langsam wurde der Nebel lichter, über dem Nebel zeigte sich schon blauer Himmel. Die Schiffe allerdings mussten noch durch die Suppe tuckern.

In Andernach ging es am Wasserturm vorbei, ein bisschen frische Farbe täte dem Bauwerk mal ganz gut, und dann ging es vom Rhein weg in Richtung Eich.

Der Effekt war in etwa so, als wenn man mit einem Flugzeug durch die Wolkendecke stößt. Je höher ich kam, umso weniger Nebel gab es noch und dann war ich plötzlich in schönstem Sonnenschein.

Das nächste Ziel war der Laacher See. Der See liegt in einer Caldera und die ist, so sagt es Wikipedia, die größte mit Wasser gefüllte in Mitteleuropa. Nun denn, auf jeden Fall liegt der See wunderschön. Der Weg dorthin führte mich über Felder und durch Wälder.

Am See selbst war es schlicht herrlich. Das Wasser glitzerte, es war angenehm warm dort, mittlerweile war die Nässe vom morgendlichen Nebel komplett verschwunden und ich hab dort eine längere Pause gemacht und einfach ein wenig verweilt. Das Leben kann so schön sein, man muss es nur zu schätzen wissen.

Nach der Pause ging es ein Stück hinauf zur Abtei Maria Laach, die Abteikirche liegt wunderschön am See.

Über Glees sollte es dann rauf nach Burgbrohl gehen. Sagte ich schon, wie wunderbar die Landschaft dort ist?

Dort in der Region fährt die Brohltalbahn, eine Schmalspureisenbahn. Ich hatte heimlich gehofft den einen oder anderen Zug vor die Linse zu bekommen, das gelang mir in Burgbrohl auch tatsächlich. Eine extra für die enge Strecke umgebaute Lokomotive aus Spanien kam mir vor die Linse.

Was ich nicht wusste, vor Ort aber erfahren habe, die Brohltalbahn feierte an diesem Wochenende ihren 120. Geburtstag mit Sonderfahrten und einer kleinen Lokomotivschau in Brohl-Lützing direkt am Rhein. Wie praktisch, ich wollte eh dort wieder runter an den Fluss und weiter nach Remagen fahren. Also, ab in den Sattel und weiter ging es. Eine kurze Pause vor der rasanten Abfahrt habe ich noch gemacht, bei diesem Ausblick musste man einfach einen Moment innehalten.

Auf knapp 2,2 Kilometern ging es von 260 Metern Höhe hinab auf 67 Meter. Das war schon eine aufregende Talfahrt. Beim Eisenbahnfest selbst gab es interessante Lokomotiven zu bestaunen, zum einen Gäste aus dem DB Museum in Koblenz, zwei E-Lokomotiven die das Gesicht der Bahn in den 70ern und 80ern geprägt haben, eine 103er und eine 111er in den original Farben.

Und die Brohltalbahn eigene Baureihe 218, sieht zwar aus wie neu, ist aber tatsächlich Baujahr 1975. Die Lokomotiven sind alle Normalspur und fahren auf ganz „normalen“ Gleisen. Schaut man bei dem Foto genau hin, sieht man die dritte Schiene für die schmalere Spur der Brohltalbahn.

Es gab Draisinen-Fahrten, leckeres Essen und einiges zu entdecken. Nett war es. Sicherlich ein Highlight war die „Hoya“ Dampflokomotive, welche im Brohltal zu Gast war. Sie gehört dem Deutschen Eisenbahn-Verein (DEV) aus Bruchhausen-Vilsen und kam per LKW.

Ich habe im Netz einen schönen Youtube Clip zum Einsatz am 9. September gefunden, wenn ihr mögt, schaut Euch gern mal die bewegten Bilder an, es war wirklich ne schöne Sache.

Also, wenn ihr mal in der Ecke seid, schaut mal auf die Website, Mitfahrten dort sind immer ein Highlight und ihr unterstützt damit aktive Denkmalpflege. BROHLTAL BAHN.

Für mich ging es am Rhein weiter in Richtung Westen, mittlerweile bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.

Auf der anderen Rheinseite gab es durchaus sehenswerte Bauwerke zu entdecken. Das Schloss Arenfels zum Beispiel. Kann man auch buchen, für Hochzeiten und Events, also, wer mag, gibt sicher schäbigere Absteigen ;).

Während die 110 Meter lange „Borneo“ an mir vorbeifuhr, Baujahr 2006 in Kiew gebaut und aktuell in den Niederlanden registriert, habe ich mich auf die letzten Meter dieser Radtour begeben.

Kurz vor dem Ziel bin ich über die Ahr gefahren, ich hab nen Moment gebraucht um zu verstehen, warum dort soviel Erdreich liegt, warum es chaotisch aussieht und warum an allen Häusern in der Nähe des Flusses Bauarbeiten im Gange waren. 🙁

An den Pfeilern der legendären „Brücke von Remagen“ vorbei ging es zum Bahnhof. Die Brücke war im Zweiten Weltkrieg hart umkämpft, übriggeblieben sind die Brückenpfeiler und ein kleines Museum.

Wie so oft habe ich auch dieses Mal wieder einen Relive Clip für Euch. Ich hoffe, die Tour hat Euch gefallen, wie immer gilt, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, achtet auf euch und fahrt vorsichtig. Ich hab noch ein paar Touren in der Pipeline, über die ich gern schreiben würde, also, schaut gern beim nächsten Mal wieder rein.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 comments

  1. Hallo Martin,
    was für ein schönen Beitrag du da wieder aus der Tasche gezaubert hast.
    An die alten Dampfrösser kann ich mich noch erinnern.
    Manchmal ist es gut, wenn man schon älter ist.
    Als Kinder sind meine Schwester und ich auf dem Weg zum Kindergarten immer schnell auf eine Brücke geflitzt, wenn eine Dampflok in Sicht kam.
    Aus heutiger Sicht würden Lungenfachärtze wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil wir ja freiwillig in die Abgaswolke der Dampflok hineingelaufen sind.
    Auf jeden Fall wieder ein sehr schöner Beitrag mit tollen Bildern.
    Ich wünsche dir einen schönen 2. Advent.
    Liebe Grüße
    Dagmar

    1. Hi, vielen Dank ;). Ja, ab und an merke ich dann auch dass ich älter werde ;). Auf vielen der tollen Radwegen im Ruhrgebiet habe ich noch Eisenbahnen fahren sehen. Kinners wie die Zeit vergeht.
      LG Martin

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