Tour nach Venlo und zurück

Hallo zusammen,

wenn ihr Zeit und Lust habt nehme ich euch gern wieder auf eine Tour mit dem Rad mit. Unbezahlt und unbeauftragt, einfach weil ich Lust drauf habe. Letzten Samstag hatte ich mal wieder Lust eine Tour direkt daheim zu starten. Nachdem das beim letzten Mal mit den Niederlanden so gut geklappt hat, die Inzidenzen dort ebenfalls massiv gesunken sind und auch dort enorm gelockert wurde, habe ich mir Venlo als Ziel ausgesucht. Versteht mich nicht falsch, in die wuselige Innenstadt mit ihren Geschäften und Cafés gehe ich aktuell noch nicht, aber Venlo ist ja doch deutlich mehr als das. Also, auf geht es 😉

Los ging es, ganz klassisch, über die Kempener Allee in Krefeld. Viel Grün und auch ganz gut zu fahren. Hätte ich was zu sagen, wäre der Radweg hier wohl einer der nächsten, der zur Sanierung anstehen sollte. 😉 Ein bisschen hubbelig ists da schon.

Und wo wir gerade so schön auf Straßen mit Kempen im Namen unterwegs sind, abgebogen bin ich dann auf die Alte Kempener Landstraße. Vorbei an Feldern an dessen Rand der Mohn blüht. Einfach herrlich.

Kurz vorm Gut Heimendahl bin ich noch an einigen Koppeln vorbeigeradelt, spannende Verkehrszeichen gibt es dort.

Das Gut Heimendahl, oder auch Haus Bockdorf, bei Kempen ist ein altes Gut, denkmalgeschützt und super erhalten. Es gibt ein Hofcafé, jede Menge Produkte und vor allem viele Tiere drumherum. Dort eine Rast einzulegen ist auf jeden Fall eine gute Idee.

In Richtung Grefrath ging es weiter, vorbei an einem Heiligenhäuschen. Diese kleinen Altäre sind typisch für unsere Region hier, bei Prozessionen sind sie oft Halte- oder Treffpunkte. Im Hintergrund kann man auch die kleine Kirche Sankt Peter erkennen.

An ihr vorbei ging es dann nach Kempen und weiter in Richtung Grefrath. Dabei kann man auf dem bahnradweg fahren oder einen schnurgeraden Weg zwischen tollen Bäumen hindurch bis zur Oedter Straße fahren. Ich habe mich dieses Mal für die letztere Variante entschieden.

Durch Grefrath-Oedt hindurch bin ich dann zum Flugplatz geradelt. Dabei überquert man auch die Niers. Ist ja schon ein schönes Fleckchen Erde hier.

Am Flugplatz in Grefrath selbst war nicht viel los, aber es wurde schon kräftig mit dem Fallschirm gesprungen. Obwohl mir Menschen die aus einem intakten Flugzeug springen nach wie vor etwas suspekt sind ;), scheint das ja eine Menge Spaß zu machen. Mit einer Cessna 206 ging es in die Luft.

In einem weiten Bogen über Geldern wird dann Höhe gewonnen, bevor man sich dann, wieder über dem Platz, aus dem Flieger stürzt 😉

Nach dem Absetzen drückt die Pilotin oder der Pilot die Maschine möglichst schnell in Richtung Erde zurück um die nächste Fuhre Freifallende aufzunehmen.

Vorbei an, zugegebenermaßen etwas merkwürdiger, Zaundekoration führte mich mein Weg dann zum Bahnradweg in Richtung Kaldenkirchen.

Allerdings nur für ein kurzes Stück, knapp hinter dem, mittlerweile zum Denkmal umfunktionierten, Flugzeug-Klettergerüst ging es weiter in Richtung Stammenmühle.

Auf dem Weg dorthin merkt man dann erstmal, dass man doch ein paar Höhenmeter unter die Reifen nehmen muss, dafür wird man dann auch mit solchen Ausblicken belohnt. Die Kirche ist St. Sebastian in Lobberich.

An der Stammenmühle, die leider immer noch recht flügellahm daherkommt, vorbei ging es bergab in Richtung Krickenbecker Seen.

Sagte ich das eben schonmal, das mit dem schönen Fleckchen Erde? Hier unten am Seeufer kann man das auf jeden Fall nochmal schreiben. Der Weg zwischen den Seen hindurch, dazu viel Grün, die Natur, das ist wirklich richtig schön.

Und dann ging es über die Grenze. Das erste Mal wieder auf Venloer Gebiet seit, keine Ahnung, einer Ewigkeit. Einen kurzen Stopp habe ich an der Gedenkstätte des Flugplatzes gemacht. Im Zweiten Weltkrieg war hier ein Platz der Luftwaffe, ein KZ-Außenlager hat es gegeben und an dieser Stelle erinnern und mahnen Gedenktafeln und Informationen an diese Zeit. Die heutige Nutzung ist deutlich friedlicher, ein Segelflugverein ist dort beheimatet. Von den Pilotinnen und Piloten war zu der frühen Stunde aber noch niemand, Achtung, Knallerwortwitz…am Start ;).

Auf dem Weg runter zu Maas bin ich am Stadion De Koel vorbeigekommen. 8000 Plätze bietet das Stadion und irgendwie wird ständig mit der Stadt um Ausbau und Finanzierung diskutiert….hm, als Krefelder kommt mir das irgendwie bekannt vor ;).

Vom Berg auf dem das Stadion liegt bis runter zum Bahnhof geht es bergab…und zwar recht fix ;). Unten kam mir dann eine G1206 Lokomotive vor die Linse. Sie hatte schon einige Besitzer, aktuell ist sie für Captrain unterwegs. Die Lackierung stimmt schon mal, sind aber noch keine Schriftzüge drauf.

Endlich an der Maas angekommen, die Frittenbude hatte zu, aber ich hatte was zu futtern dabei. So habe ich an der Promenade Pause gemacht und ein bisschen den Schiffen zu gesehen. Außer ein paar Menschen auf Fahrrädern war wenig los an dieser Stelle, wirklich schön. Die „Arwi“ kam vorbei, ein schönes Schiff, immerhin Baujahr 1960. Machte sich optisch ganz gut vor den Feldern im Hintergrund.

Vorbei an diesem Kunstwerk ging es weiter, am Hafen vorbei an der Maas entlang in Richtung südwest.

Die Stadt Venlo handelt seit einiger Zeit nach dem sogenannten C2C Prinzip. Das ist eine Abkürzung für „cradle-to-cradle“ was sich in etwa mit „Von der Wiege zu Wiege“ oder „Vom Ursprung zum Ursprung“ übersetzen lässt. Bei diesem Prinzip geht es darum nachhaltig und in einem Kreislaufsystem zu handeln. Sichtbarstes Zeichen dieser Philosophie dürfte wohl das neue Rathaus der Stadt sein. Solarenergie, Regenwassernutzung, effektive Kühlung durch Begrünung. Dieses Haus steckt voller genialer Ideen. Und gut aussehen tut es auch noch.

Unterwegs habe ich dann dieses große Banner gesehen, welches die Venloer Bevölkerung zum Durchhalten aufruft.

An der Maas, auf wundervollen Radwegen, entlang bin ich dann nach Steyl gefahren. Klosterdorf heißt der Ort auch, gleich drei Klöster finden sich in der Siedlung direkt an der Maas. Eines davon habe ich besucht und mir etwas näher angeschaut.

In der Anbetungskapelle habe ich dann auch die ein oder andere Kerze für Menschen die mir wichtig sind entzündet. Mache ich gelegentlich auf meinen Touren, es kann sicher nicht schaden.

Von Steyl aus ging es so langsam aber sicher wieder in Richtung Deutschland weiter. Eigentlich wollte ich über den Kaldenkerkerweg fahren, der war aber wegen einer Baustelle gesperrt. Und hier merkt man dann doch einen signifikanten Unterschied zu Deutschland. In den Niederlanden wird, neben einer Umleitung für den Autoverkehr, auch eine Umleitung für die Radelnden eigerichtet UND auch noch perfekt ausgeschildert. Sowas würde ich mir in deutschen Kommunen auch wünschen. Hat in den Niederlanden auf jeden Fall super geklappt.

Und ehe man sich versieht ist man über die Grenze und wieder in Deutschland. Ist das nicht herrlich, dass wir in Europa diese Reisefreihat haben? Also, zumindest generell, wenn man sowas mal wegen einer Pandemie beschränkt finde ich das völlig OK. Im Gesamten ist das mit der EU aber eine tolle Sache, finde ich.

Das unfassbar spannende Element am Leben ist ja, dass man immer noch dazulernt, man ist nie fertig, hat nie alles schon gesehen. Das ist doch toll, oder? Ich habe in der Nähe von Kaldenkirchen die Bahnlinie zwischen Mönchengladbach und Venlo überquert, auch eine viel befahrene Güterzugstrecke nach Rotterdam.

Dabei ist mir folgendes Schild aufgefallen.

Von Railwatch hatte ich noch nie gehört, finde das System aber faszinierend. Während ein Zug vorbeifährt werden die Wagen und die Lok gescannt und der Eigentümer erhält jede Menge Daten. Schon spannend. Schaut mal auf der Firmenhomepage was da so alles abgefragt wird. HIER

Ich kann mich für sowas ja echt begeistern, moderne Technik im Alltag. Und irgendwie habe ich eine nahezu kindliche Freude daran, mir Wissen über sowas anzueignen.

Einen Katzensprung vom Bahnübergang entfernt bin ich auf den Bahnradweg in Richtung Grefrath gefahren. Hier warnten Schilder vor dem Eichenprozessionsspinner. Was soll ich sagen, ein paar der feinen Haare der blöden Viecher haben mich wohl erwischt, hab ein nerviges Jucken an den Armen.

Vom Bahnradweg bin ich dann bei Lobberich wieder abgebogen und an der Kirche vorbeigefahren die ich auf dem Hinweg vom Berg aus gesehen hatte.

Das nächste Ziel war dann schon Viersen Süchteln, dazu ging es wieder bergan und durch ein Waldgebiet. Bei der mittlerweile doch recht stechenden Sonne war der Schatten der Bäume sehr angenehm.

In Süchteln selbst habe ich dann diese Gruppe Leute getroffen ;). Das ging sogar ganz ohne Abstand und Maske. Vor einiger Zeit wurden schon Figuren aus dieser Gruppe Opfer von Vandalismus, mittlerweile halten sie aber schon längere Zeit durch. Ich finde die richtig klasse.

In Süchteln beginnt auch die Schlufftrasse. Diese ehemalige Eisenbahntrasse führt bis nach Sankt Tönis und dann weiter bis zurück nach Krefeld.

Unterwegs bin ich bei einer Werkstatt oder einem Autohändler vorbeigefahren, welcher einige echte Schrottautos auf dem Hof hatte. Ob diese Raubkatze hier wohl nochmal sonor schnurrt? Eher nicht, denke ich…

Von Sankt Tönis aus war es dann nur ein kurzes Stück bis zurück nach Hause. Zwischen Krefeld und Sankt Tönis wird gerade das Gleisbett der Straßenbahn erneuert, ein ziemlicher Eingriff, der vor allem im Berufsverkehr zur echten Herausforderung wird. Aber dafür gibt es danach wohl ein grünes Gleisbett. Ich bin gespannt.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein ;). Ich hoffe, der kleine Ausflug ins Nachbarland hat Euch gefallen. Ich habe noch einen ReliveClip angehängt und wie immer, wenn Fragen auftauchen, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und fahrt vorsichtig.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 comments

  1. Hallo Martin,
    wie immer ein schöner Beitrag.
    Da ich selber auch Schafe habe, hatte ich besonderen Spaß an den Portraits der Viehornschafe, auch Jokobsschafe genannt.
    Ich habe diese Rasse noch nie live vor mir gesehen, du hattest da echt Glück, die gibt es nämlich bei uns nicht oft.
    Die dicken Figuren “ Alltagsmenschen“ stammen hier aus Witten und wurden von der Künstlerinnen Christel und Laura Lechner erschaffen.
    Die Bilder von den Schiffen und von dem alten Jaguar sind große Klasse.
    Liebe Grüße
    Dagmar

    1. Hi, vielen Dank 😉 . Ja, am Gut Heimendahl hat man sich die Zucht von alten und seltenen Schafrassen auf die Fahnen geschrieben. Ich finde die auch irgendwie schnuffig. Die Alltagsmenschen kenne ich, da gab es auch mal eine Ausstellung in Rheinberg. Das die in Süchteln aber auch von Lechner sind, habe ich erst durch die Reaktionen auf diesen Beitrag hier begriffen ;). Aber, man lernt ja nie aus…

      LG Martin

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