Bunte Mühlen, Natur und leckere Fritten – Tour nach Mönchengladbach und Düsseldorf

Hallo zusammen,

nach der Tour rund um Arnheim neulich, ging es dieses Mal wieder von der Haustür aus los. Wenn ihr mögt nehme ich Euch mit, unbezahlt und unbeauftragt, aber wieder mit einigen Fotos und, hoffentlich, interessanten Infos. In Krefeld tut sich aktuell eine Menge in Sachen Radverkehr. Das Vorzeigeprojekt Promenade habe ich Euch schon einige Male gezeigt, es gibt aber auch an vielen Stellen Sanierungen oder neue Fahrbahnmarkierungen. Bei der einen oder anderen neuen Markierung muss wohl noch ein Gewöhnungseffekt eintreten. Um sein Auto dort zu parken war das Ganze nämlich nicht gedacht.

Am Stadtgarten vorbei ging es weiter. Heute ist das ein Park mitten in der Stadt, es gibt einen kleinen Musikpavillon in der Mitte und viele tolle Bäume. Früher, Anfang der 1800er Jahre war der Stadtgarten ein Friedhof vor der Stadt. Auch heute findet man dort noch Grabsteine.

Über die Gartenstraße bin ich dann weiter gefahren, direkt an der Eckte Steinstraße Gartenstraße steht die Villa K, ein Jugendzentrum in einer alten Villa. Bereits seit fast 28 Jahren gibt es dieses Jugendzentrum. Eine wirklich tolle Einrichtung die schon etlichen Kinder und Jugendlichen auf ihrem Lebensweg geholfen hat.

Vom gleichen Architekten wie die Villa K, nämlich von Hugo Koch, ist auch das KWM, das Kaiser-Wilhelm-Museum. An diesem eindrucksvollen Bau vorbei führte mich mein Weg zum Frankenring.

Und damit direkt zum nächsten spannenden Bauwerk in Krefeld. Der Bernhard-Pfau-Campus der Fachhochschule in der der Fachbereich Design unterrichtet. Das von Bernhard Pfau entworfene Gebäude war mal ein Teil der Textilingenieurschule und stammt aus den 50er Jahren. Es wirkt aber noch heute futuristisch und irgendwie…cool.

Im Stadtpark Süd gibt es, an einem Spielplatzcontainer, coole Streetart zu sehen, wenn Mario dabei ist, muss es ja cool sein, oder? 😉

Kurz hinter Fischeln fängt der „Aleenradweg“ an. Auf einer ehemaligen Bahntrasse radelt man dort wunderbar von Willich nach Neersen.

Am Wegesrand findet man immer mal wieder Relikte aus der Zeit, als das Ganze noch eine Bahnstrecke war. Stellwerkhäuschen, ein paar Meter Gleise oder, so wie kurz vor einer Kreuzung eine Lokomotive.

Vom Ende des Radweges bei Neersen ist es ein Katzensprung zum Flugplatz Mönchengladbach. Einmal noch über die Niers und schon ist man da.

Dort sollte am letzten Wochenende eigentlich der Zeppelin unterwegs sein, auf Grund der Wettervorhersage, besonders der Windsituation, wurden diese Flüge aber wohl abgesagt. Vor der Flugschule steht, seit Ewigkeiten bereits, diese interessante Fokker. 1969 hatte sie ihren ersten Flug, damals ging sie an Korean Airlines, später flog sie noch für die isländische Flugleidir, Citylink Airways und schließlich für WDL….tolles Flugzeug. Ein bisschen liebevolle Pflege täte ihr sicher gut.

Ihr Kolleginnen die noch nicht in Rente sind sehen da deutlich gepflegter aus. Auf dem Vorfeld der Firma RAS stehen aktuelle einige Flugzeuge herum, man findet einen wilden Typenmix.

Halbe Flugzeuge gibt es auch zu sehen 😉

Aber auch komplette und flugfähige Flugzeuge gab es am Wochenende in Mönchengladbach zu bestaunen. Diese wirklich schöne Pilatus PC12, Baujahr 2009 und beheimatet in Egelsbach, machte sich auf den Weg zum Start als ich ankam.

Erstmal nicht mehr fliegen werden diese beiden ATRs der Kram Air, sie sind in Gladbach abgestellt.

Der Flugplatz liegt ja doch sehr ländlich und so stieß ich bei meiner Weiterfahrt auf diese Bodenmarkierung auf einem Wirtschaftsweg. Finde ich wirklich ne gute Idee. Und es stimmt ja auch, wenn alle ein wenig Rücksicht nehmen, klappt das super.

Nach kurzer Fahrt bin ich dann auf die Nordkanal-Strecke eingebogen. Parallel zu den Resten des großen Projektes Napoleons, der den legendären Nordkanal von Antwerpen über die Maas bis zum Rhein bauen wollte (Spolier: Hat nicht geklappt 😉 ), bin ich dann nach Kaarst und Neuss gefahren. Über weite Teile ist dieses Stück einfach schnurgerade.

In Neuss habe ich dann einen kleinen Schlenker rund ums „Jröne Meerke“ gemacht. Der kleine Weiher liegt in einem Grüngürtel und es ist auch ein Spielplatz vor Ort. Der Name ist übrigens rheinisch und bedeutet übersetzt sowas wie Grünes Meerchen.

Direkt daran vorbei führen auch die Gleise der Regiobahn S28. Ganz interessant für Eisenbahnfans, die Firma setzt Triebzüge vom Typ Integral ein. Die gehörten bis vor kurzem der Bayrischen Oberlandbahn und wurden, nach der Ausmusterung dort, an die Regiobahn abgegeben, da die durch die Verlängerung einiger Strecken mehr Fahrzeuge brauchte. Bis zur Elektrifizierung der Strecke, das soll wohl 2026 so weit sein, fahren die Integrale jetzt auf der S28 Strecke.

In der Nähe des Spielplatzes findet sich auch wieder ganz spannende Streetart, passend zum Namen des Gewässer dann auch in…grün 😉

Kurze Zeit später war ich in Düsseldorf Heerdt und am Rhein. Dieses interessante Gebäude steht an der Pariser Straße und irgendwie hat die Fassade was, keine Ahnung, mir gefällt es.

Auf dem Rheindeich bin ich dann nach Oberkassel gefahren und dort über die Rheinbrücke. Bei dem Wetter war das einfach herrlich. Ich war auch, fast, allein auf dem Deich unterwegs und man konnte das richtig genießen. Ein bisschen Schiffe gucken war natürlich auch dabei.

Die „River Splendor“ kam mir vor die Linse, eine Flusskreuzfahrtschiff. In den Niederlanden gebaut gehört sie jetzt einer Firma aus Boston. Auf ihr werden speziellen Touren auf den Flüssen Europas angeboten und sie ist in diesem Jahr komplett modernisiert worden. Da sie komplett leer war, war es wohl eine Überführungsfahrt.

Nach der Rheinüberquerung, der Fahrt an der Promenade entlang und durch den Nordpark am Aquazoo kam das erste richtig große Highlight der Tour 😉

Der Meteora-Grill in Lohausen. Für mich der Flughafen Grill, wenn ich in Düsseldorf am Flughafen bin, bin ich, oft, auch dort was futtern und quatschen. Und das seit ich da mit meinem Vater hingefahren bin. Den Laden gibt es seit ich denken kann und ich liebe ihn einfach. Bei meinen letzten Touren konnte ich dort aber aus wegen den jeweils aktuellen CoronaSchutzVerordnungen nie essen gehen. Jetzt war es endlich mal wieder soweit. Hach ja… 😉

Nach dem Essen ging es, natürlich, ihr kennt mich, noch kurz zum Flughafen rüber. Einige interessante Flieger waren denn auch zu sehen. Zum einen dieser Airbus A330, noch in den Farben von Eritrean Airlines, aber schon mit österreichischer Kennung. Aktuell ist das Flugzeug wohl in Düsseldorf abgestellt.

Wenn ich eine 757 von Condor vor die Linse bekomme freue ich mich da immer drüber, zum einen mag ich das Flugzeug, zum anderen bin ich ganz froh, dass es die Airline immer noch gibt.

Und dann gab es da noch zwei „bunte Mühlen“, also Flugzeuge, die mit einer Sonderlackierung unterwegs sind. Einmal eine Boeing 737 von Tui die Werbung für das CEWE Fotobuch macht…

..und ein Airbus A320 der russischen Aeroflot, welche die Titel der Basketballmannschaft PBK ZSKA Moskau trägt. Der Flieger selbst trägt den Namen Kurtschatow, ein russischer Wissenschaftler. Auf jeden Fall macht die Lackierung was her.

Optisch herausfordernder war dann dieser Porsche den ich am Straßenrand entdeckt habe. Es kommt auf dem Foto nicht so ganz raus, aber der Lack glitzert auch noch. Schon ne mutige Farbkombi 😉

Vom Flughafen aus führte mich mein Weg, an dem Porsche da oben vorbei, dann weiter nach Kaiserswerth und dort auf den wunderbaren Radweg direkt am Rhein entlang in Richtung Krefeld Uerdingen.

Auf dem Rhein war die Wasserschutzpolizei unterwegs, sicher eine gute Idee, wir haben schon eine Menge Badeunfälle in diesem Jahr am Rhein erlebt, viele von ihnen mit tödlichem Ausgang.

Die Strömungen, die Fließgeschwindigkeit und auch der Verkehr auf dem Fluss, das sind alles Faktoren, die das Gewässer zu einem gefährlichen Ort machen. Das Baden ist an vielen Stellen verboten, an allen anderen sollte man es aus gesundem Menschenverstand einfach lassen.

Nach einigen Kilometern fahrt kam dann die Rheinbrücke in Uerdingen in Sicht, sie habe ich dann auch genutzt um wieder auf die andere Rheinseite zu gelangen. An der Stelle an der das Foto gemacht wurde ist eine kleine Schankwirtschaft, die sich aber zum Radelnden-Hotspot entwickelt hat. Auch bei meiner Tour standen und saßen etliche Menschen vor dem „Aschlöksken“, machten Pause und genossen das Wetter und den Blick auf den Rhein.

In Uerdingen bin ich dann noch kurz beim Werft rumgefahren. Der Bereich zwischen Rheinpromenade und Rhein heißt „Das untere Werft“ und in diesem Jahr tut sich da einiges. Hochbeete die von Krefelderinnen und Krefeldern bepflanzt und gepflegt werden, Tischtennisplatten, Beachvolleyballfelder, OpenAir Kino, dazu die Rhine Side mit Livemusik und Gastro. Wollen wir hoffen, dass die Inzidenzen tief bleiben, die Impfquote steigt und man Delta zurückdrängen kann, damit die vielen tollen Ideen an dieser Stelle auch umgesetzt werden können. HIER findet ihr Infos zu den Planungen und dem, was es dort schon zu sehen gibt.

Von Uerdingen aus führte mich meine Route dann langsam aber sicher wieder zurück nach Hause, natürlich nicht ohne am Museum Burg Linn vorbeizufahren, gehört ja irgendwie dazu ;).

Von Linn aus habe ich, natürlich, wieder die Krefelder Radpromenade genutzt um weiter zu fahren. Es ist so schön zu sehen, wie dieser Radweg von vielen Menschen angenommen wird. Das ist ein echter Gewinn für Krefeld, finde ich.

Ich hab hier nochmal den Clip zur digitalen Eröffnung der letzten Teilstücke für Euch. Wie gesagt, ich finde das Projekt richtig toll.

Ganz toll finde ich auch die Natur am Wegesrand, da blüht so viel, das macht richtig Spaß dort zu radeln. Das ist mir an vielen Bahntrassen schon aufgefallen, es gibt oft Blühstreifen an den Rändern.

Und mit einem Blick auf das Gleisvorfeld des Krefelder Hauptbahnhofes beende ich diese Tour dann auch schon wieder. Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen und ihr hattet ein wenig Spaß an den Bildern und dem Text. Wenn ihr Fragen habt, wie immer…her damit.

Auch dieses Mal habe ich noch ein Relive Clip für Euch, schaut gern mal rein.

Bleibt gesund und munter, habt Spaß an der frischen Luft und passt auf Euch auf,

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

10 comments

  1. Hallo lieber Martin,

    eine tolle Runde hast Du wieder gedreht und uns klasse Bilder mitgebracht!

    Als Kind war ich oft im Stadtpark Krefeld, meine Oma hatte nämlich gegenüber auf der St. Antonstr. eine Wohnung und ich habe dort oft übernachtet, durfte lange aufbleiben und viel Naschen… ;-)))). Schöne Erinnerungen.

    Hab ein entspanntes Wochenende,
    liebe Grüße sendet
    LONI

  2. Hallo Martin, schöne Tour und Dokumentation. Leider gibt es ja keine gpx Dateien zu deinen Touren. Da ich gerne selber fahre und deine Touren oder Teile davon nachfahren würde, wäre das für mich interessant. Die Tourdokumentation allein reicht mir nicht.

    1. Hi, das tut mir leid, aber es gibt, gerade bei Touren die daheim beginnen oder enden, gute Gründe dafür keine GPX Dateien frei zugänglich zu machen. Wenn jemandem also detaillierte Beschreibungen nicht reichen um sich vielleicht selbst eine Route zusammen zu stellen, für mich ist diese Planung schon ein großer Teil des Erlebnisse, dann tut mir das sehr leid. Formuliert man einen solchen Wunsch etwas weniger vorwurfsvoll und fragt dann mal konkret nach, ob man eventuell an GPX Dateien kommen könnte, könnte sowas klappen. Das beweisen viele andere Kommentare hier. 🤔😉

      Gruß, Martin

  3. Wieder mal interessant – wobei wir das meiste in Teilstrecken schon gefahren sind, aber eben nicht alles – den Allenradweg von Fischeln nach Willich kannte ich noch nicht.
    Die Villa K war übrigens vorher auch schon ein Jugendtreff: im „Haus der Jugend“ hat mein verstorbener Schwager in den frühen 80ern sein Anerkennungsjahr als Sozialpädagoge gemacht, da waren wir öfter dort.

  4. Hallo Martin,
    durch dich komme ich immer regelmäßig an den Rhein zum Schiffe gucken, das Geräusch der dicken Diesel habe ich dann automatisch im Ohr .
    Vielen Dank und noch schönen Sonntag
    Liebe Grüße
    Dagmar

    1. Hi,

      ja, es ist so ein bisschen ein „Methadon-Programm“ für Schiffsüchtige. So richtig traue ich mich noch nicht wieder nach Rotterdam oder Antwerpen zu fahren um mir die großen Schiffe anzuschauen. So lange muss dann eben der Rhein herhalten. Wobei ich das tatsächlich auch so einfach schön finde, am Fluss zu sitzen und Schiffe zu gucken.

      LG Martin

      1. Hi Martin,
        das hört sich ja gut an, dass du nochmal zu den ganz großen Pötten fahren willst. Da bin ich jetzt schon in Vorfreude, wenn es dann soweit ist.
        Liebe Grüße
        Dagmar

      2. Hi,

        ja, ich hab ein wenig Schmacht nach Rotterdam und Antwerpen. Aber da warte ich noch bis ich durchgeimpft bin und die Inzidenzen sicher so tief bleiben. Am Meer sind ja dann doch immer recht viele Menschen unterwegs.

        LG Martin

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