Von Rheinstadt zu Rheinstadt – Bonn, Hangelar, Köln

Hallo ihr Lieben,

ich war mal wieder auf Tour. Beim letzten Mal ging es von der Rheinstadt Düsseldorf in die Rheinstadt Köln, heute geht es wieder nach Köln, aber dieses Mal von Bonn aus. Wenn ihr mögt nehme ich euch, unbezahlt und unbeauftragt, mit auf Tour. Los ging es am letzten Dienstag Morgen, sehr früh, da ich ja erst wieder Zug fahren wollte. Kurz nach dem Ende der Ausgangsbeschränkung stand ich dann am Bahnhof in Krefeld und erwischte einen, nahezu, leeren Zug.

In Bonn ging es dann in Richtung Rheinufer, natürlich mit einem kleinen Abstecher durch die Altstadt. In Krefeld blüht die Kirsche schon richtig intensiv und in Bonn sind die Altstadtstraßen in denen in den 80er Jahren die japanische Kirsche gepflanzt wurde ja mittlerweile zu einer echten Touristenattraktion geworden. Was soll ich sagen, es ist in der Tat wunderschön, ob ich dafür extra anreisen würde, ich weiß nicht.

Man sieht es schon, es war noch recht diesig am Morgen in Bonn, das sollte auf dem Weg zum Rhein noch schlimmer werden. Gesehen habe ich den Fluss eigentlich nicht, es lag dichter Nebel auf allem.

Über die Kennedybrücke habe ich mich durch die dichte Suppe ans anderer Rheinufer getastet. Dort steht ein Mahnmal welches an den Atombombenabwurf auf Hiroschima erinnert. Seit 2011 steht dieser Ginkbaum dort.

Am Rheinufer ist das Radfahren ein echter Genuss, man fährt, getrennt von den zu Fuß gehenden, auf einem tolle Radweg und hat, wenn man ihn denn sieht, den Rhein stets im Blick. Herrlich.

In Höhe Oberkassel habe ich den Weg dann verlassen und bin in Richtung Rabenlay und Kuckstein gefahren. Das sind beides Erhebungen, von denen mal einen tollen Blick ins Rheintal hat, theoretisch ;). Erstmal ging es aber am „Lippeschen Landhaus“ vorbei, ein tolles Haus, mittlerweile in Privatbesitz, welches unter Denkmalschutz steht.

Und dann ging es bergan. Je höher ich kam, desto besser wurde das Wetter, der Nebel lag halt unten im Rheintal. Als sich die Sonne dann durch den, noch nebeligen, Wald gebrochen hat, da konnte man schon andächtig werden. Es hatte was.

Oben angekommen gibt es eine Aussichtsplattform, neudeutsch würde man wohl „Skywalk“ sagen, von der aus man einen tollen Blick hat, wenn denn grad kein Nebel herrscht.

Noch ein wenig durch den Wald führte mich mein Weg dann wenig später zwischen Feldern, Wiesen und kleinen Dörfern hindurch.

Einen kurzen Stopp an einer Tankstelle hab ich dann eingelegt, Getränkevorräte auffüllen. Mittlerweile war es richtig sonnig und schön geworden, wenn auch immer noch recht frisch. Vor dem Eingang der Tanke klebte dieser Hinweis auf dem Boden. Genau richtig so, das letzte was wir in der aktuellen Zeit verlieren dürfen ist der Humor. 😉

Kurz bevor es in Richtung Westen weiterging konnte ich in der Ferne die Abtei Sankt Michael in Siegburg ausmachen. Man sieht, es war, zumindest auf die Distanz, immer noch recht diesig.

Über den Pleisbach ging es dann nach Hangelar weiter. Der dortige Flugplatz sollte mein Ziel sein, hier hatte ich eine längere Pause geplant, da es dort immer einiges zu sehen gibt.

Den Flugplatz Bonn-Hangelar habe ich erst vor ein paar Monaten für mich entdeckt, ich hatte immer mal davon gehört, war aber bis vor kurzem nie da. Dabei hat er, wenn man sich für Luftfahrt im Allgemeinen und Hubschrauber im Besonderen interessiert, eine Menge zu bieten. Zum einen finden sich dort jede Menge Privat- und Geschäftsreiseflugzeuge, eine große Werft des ADAC für Rettungs- und andere Hubschrauber und die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin inklusive der legendären GSG9 der Bundespolizei. Als ich ankam startete gerade ein Hubschrauber des ADAC, offenbar nach einer Wartung, er kam nämlich nicht mehr zurück, sondern flog zu seiner regulären Station als Christoph 18 im bayrischen Ochsenfurt.

Auf dem Vorfeld stand noch eine BO-105 von Air Lloyd. Ich hatte zu diesem Heli schon mal was geschrieben, damals, bei einer anderen Tour. Schaut mal HIER. Die Firma setzt den Hubschrauber ein um Gaspipelines zu überprüfen. Schon eine spannende Sache. Auf jeden Fall hab ich mich gefreut mal wieder eine BO-105 zu sehen. Sind ja doch recht selten geworden.

Unterdessen rollte diese schöne Beech Bonanza vorbei. Sie ist zwar Baujahr 1983, das Design hat aber was von den wilden 70ern, oder? Auf jeden Fall hat es was.

Zum ersten Mal überhaupt habe ich gesehen, wie man einen Heli wäscht. Man baut ihn auseinander ;). Im Ernst, keine Ahnung ob er zur Wartung da war und eh zerlegt war, auf jeden Fall erlaubte das Waschen spannende Einblicke in diese faszinierenden Fluggeräte.

Das ist was, was viele vergessen, hinter einem erfolgreichen Einsatz, egal ob nun ein Patient verlegt, oder zu einer Unfallstelle geflogen wird, steckt natürlich auch ein gutes Team aus Mechanikerinnen und Mechanikern. Ohne sie hätte auch die coolste Pilotin, der erfahrendes Pilot keine Chance den Heli sicher zu steuern. Schon beeindruckend, was da alles hinter steckt. Es gibt auch einen Imagefilm über die ADAC Werft in Hangelar.

Einen „Iron Maiden“ Fan mit Flieger gab es dann auch noch zu sehen, ebenso wie die Rückkehr eines „Colibir“ Schulungshelikopters der Bundespolizei.

Hach ja, ich hätte da noch Stunden stehen können, aber man will ja auch mal weiter kommen, also, ab aufs Rad und weiter geht es. Einmal um den Flugplatz herum und in Richtung Sieg. Durch die Siegauen war es herrlich zu radeln, trotz des, mittlerweile, wunderbaren Wetters war ich recht allein unterwegs und konnte durchatmen und das radeln genießen.

Kurz bevor die Sieg in den Rhein mündet habe ich sie überquert. Stil echt nicht über eine Brücke, sondern mit der Siegfähre. Es ist die einzige auf dem knapp 150 Kilometer langen Fluss. Seit Jahrhunderten wurden Menschen und Waren so über den Fluss gebracht. Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine Gierfähre, das heißt, sie wird mittels Kabel, Ruder und einem Fährmann mit einer Stake über den Fluss manövriert.

Übrigens, genau wie im Song von Chris de Brugh gefordert, bezahlt man den Fährmann nach der Fahrt. 50 Cent fürs Rad, 50 Cent für die Person, plus ein Trinkgeld…macht 2 Euro in den blauen Eimer am Ausgang.

An der Sieg ging es dann auch weiter, ich hab einen schönen, wenn auch recht holprigen Weg direkt am Fluss gefunden, dort, wo die Sieg mit dem Sieglarer See verbunden ist, habe ich eine kurze Pause eingelegt, in der Sonne gesessen und das Rauschen des Wassers genossen. Das Leben kann so herrlich sein.

Manchmal aber auch nervig, da hast Du seit Jahren einen Betrieb, wahrscheinlich ist der Nachname auch Dein Firmenname und bis vor zwei Jahren war es auch kein Problem, wenn Deine Mitarbeitenden ans Telefon gegangen sind….heute sieht das dann schon anders aus ;).

Irgendwann bin ich von der Sieg weg in Richtung Troisdorf geradelt. Dort vorbei an der wunderschönen Burg Wissem und weiter in Richtung Wahner Heide.

Die Wahner Heide ist ein großes Gebiet in der Nähe des Flughafens Köln/Bonn, welches sowohl militärisches Übungsgelände war und ist, als auch als Naturschutzgebiet fungiert. Auf den Wegen kann man dort jederzeit wandern, oder eben radeln, die Wege verlassen sollte man tunlichst vermeiden.

An bestimmten Stellen kann man auch einen Blick auf den Flughafen erhaschen. Leider war bei meiner Tour dort nicht viel los, meine Dosis Luftfahrt hatte ich aber ja auch schon in Hangelar erhalten ;).

Über Eil ging es dann nach Gremberghoven, dort natürlich wieder mit einem kleinen Abstecher am Rangierbahnhof vorbei. Da ich dieses Mal aus der anderen Richtung kam als bei meiner letzten Tour nach Köln, bin ich auch von der anderen Seite an den Rangierbahnhof herangefahren. Das führte dazu, dass ich unter dieser Brückenkonstruktion hindurch gefahren bin, bevor es am Bahnhof vorbei zur Fotostelle ging.

Dort gab es dann natürlich wieder Eisenbahnen zu sehen…

…aber auch diese Katze, die, völlig ohne Scheu, die ganze Zeit neben mir gesessen hat und offenbar auch ein großer Eisenbahnfan ist.

Nach kurzer Zeit habe ich dann die letzten Meter unter die Reifen genommen und bin zum Hauptbahnhof nach Köln gefahren. Dieses Mal nicht über die Südbrücke, sondern über die Hohenzollernbrücke. Sie ist die meistbefahrenste Eisenbahnbrücke Deutschlands, trägt tausende Liebesschlösser und gehört zum Kölner Stadtbild wie der Dom.

Und damit endet eine weitere, tolle, Tour auf dem Rad. Wie immer hoffe ich sehr, Euch hat der kleine Einblick gefallen. Ich habe noch ein Relive Video für euch.

Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt, ab in die Kommentare damit. Bleibt bitte gesund, fahrt vorsichtig und habt eine gute Zeit.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7 comments

  1. Thank you for posting about your Fahrrad adventures!! Mein Deutsch ist nicht so gut but what I could understand, I really enjoyed!! Und die Bilder, sehr schön!!

Schreibe eine Antwort zu rosarote Fahrradkurbel Antwort abbrechen